Darum gehts
- Donald Trump reist am 14./15. Mai nach China, begleitet wird er von Top-CEOs
- Nvidia-Boss Jensen Huang dürfte Chip-Exporte auf die Agenda bringen
- Boeing verhandelt über 500 Flugzeuge, grösster Auftrag seit 2017
US-Präsident Donald Trump (79) nimmt auf seine China-Reise am 14. und 15. Mai nicht nur Diplomaten und Minister mit, sondern auch eine auffällig handverlesene Runde aus Tech-, Finanz- und Industriebossen – ein Signal dafür, dass es bei Präsident Xi Jinping (72) nicht nur um Geopolitik, sondern auch um Wirtschaftsdeals geht. Die Bosse wollen in Peking Türen öffnen, die für sie bisher verschlossen blieben. Oder Marktanteile im wichtigen Fernost-Markt verteidigen.
Welche Top-CEOs sind dabei? Und was erhoffen sie sich von der Reise? Blick stellt Trumps Konzernchef-Truppe vor.
Tim Cook, CEO Apple
Tim Cooks (65) Abschiedstournee beim Smartphone-Giganten läuft. Am 1. September gibt er den CEO-Posten an John Ternus (51), Apples aktuellen Hardware-Chef, ab. iPhones werden hauptsächlich in China hergestellt. Darum profitiert der Tech-Gigant, wenn sich das Verhältnis zwischen dem Reich der Mitte und Washington entspannt.
Apple-Chef Cook wird sich deshalb in Peking diplomatisch geben müssen. Ihm dürfte es darum gehen, die Lieferketten stabil zu halten und die Bedingungen für Apples operative Präsenz in China zu verbessern. Gleichzeitig ist das Land einer der grössten Wachstumsmärkte.
Larry Fink, CEO BlackRock
Der weltweit grösste Vermögensverwalter BlackRock will in China seit Jahren stärker Fuss fassen. Larry Fink (73) hat das Land wiederholt als wichtigen Wachstumsmarkt beschrieben. Die Expansion auf dem Markt hat also Priorität. 2025 erhielt BlackRock das grüne Licht, in China Fonds an Privatanleger zu vertreiben.
Nun soll der nächste Schritt erfolgen, um in China zu wachsen. Ähnliche Ziele dürfte auch Goldman-Sachs-Chef David Solomon (64) in Peking verfolgen. Der Bankenmanager gehört ebenfalls zu Trumps China-Entourage.
Jensen Huang, CEO Nvidia
Jensen Huang (63) will in China vor allem den Zugang zum Markt verteidigen. Die USA haben den Export von Spitzenchips unter Trump stark beschränkt. Dennoch bleibt China für den Chip-Giganten Nvidia ein wichtiger Absatzmarkt, der Wachstumsräume bietet. Bei dem Treffen in Peking dürften vor allem die H200-Chips auf der Agenda stehen. Diese wurden bislang nicht nach China verkauft, obwohl die Trump-Administration im Januar einen Verkauf unter Auflagen erlaubt hatte.
Brisant: Laut Medienberichten gehörte Huang ursprünglich nicht zu den Wirtschaftsbossen, die Trump nach China begleiten. Der US-Präsident rief ihn am Dienstag persönlich an, um ihn doch noch einzuladen.
Elon Musk, CEO Tesla
Tesla steht in China unter massivem Druck. Lokale E-Autobauer wie BYD, Xpeng oder Nio laufen dem US-Konkurrenten immer mehr den Rang ab – auch in der Schweiz. BYD hat Tesla zum Jahreswechsel 2025/2026 sogar als weltweit führenden Hersteller von Elektroautos bei den Verkaufszahlen überholt. Das dürfte Musk mächtig ärgern.
China ist für Tesla nicht irgendein Markt: Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Tesla dort laut Börsenmeldung umgerechnet rund 18 Milliarden Franken Umsatz – gut 22 Prozent des Gesamtumsatzes. Jetzt muss der reichste Mann der Welt dort in die Offensive gehen.
Kelly Ortberg, CEO Boeing
Laut der Nachrichtenagentur Reuters hofft Boeing-Chef Kelly Ortberg (66) auf einen lang erwarteten Grossauftrag aus der Volksrepublik. Der Airbus-Konkurrent verhandelt mit China gemäss Insidern über die Lieferung von 500 Maschinen des Typs 737 MAX, die erste grosse Boeing-Bestellung aus dem Reich der Mitte seit 2017. Der Deal, zu dem auch weitere Aufträge gehören sollen, hat das Zeug zum grössten Flugzeugauftrag der Geschichte.