Am Mittwoch trifft der China-Herrscher auf den US-Präsidenten
Mit diesen 3 Trümpfen drängt Xi Trump ins Abseits

Das Treffen zwischen Trump und Xi diese Woche kennt bereits jetzt seinen Sieger. Die Chinesen sind gegenüber den USA auf der Überholspur – vor allem dank Trumps destruktiver Politik. Drei ihrer Trümpfe stechen jetzt besonders.
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Als damals neuer US-Präsident besuchte Donald Trump Xi Jinping schon 2017.
Foto: AP

Darum gehts

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Guido FelderAusland-Redaktor

Diese Woche blickt die Welt auf Peking: US-Präsident Donald Trump (79) trifft von Mittwoch bis Freitag auf den chinesischen Präsidenten Xi Jinping (72). Auf der Agenda stehen die harten Brocken der Weltpolitik – vom eskalierenden Handelskonflikt über Atomwaffen und die Rolle Chinas im Iran-Krieg bis hin zur Schicksalsfrage Taiwan.

Beide verfolgen dasselbe Ziel – die globale Vorherrschaft –, wählen aber radikal unterschiedliche Strategien. Während Trump versucht, sich mit Strafzöllen und militärischer Drohkulisse Respekt zu erzwingen, setzt Xi auf drei subtilere Trümpfe. Und das mit Erfolg: Die chinesische Strategie zwingt die USA in die Defensive!

Das Treffen in Peking ist ein Machtcheck zweier Systeme, die einander tief misstrauen, aber ohne den anderen nicht existieren können. Handel und Technologie haben die Supermächte untrennbar miteinander verknotet. Grosse Durchbrüche erwartet niemand – vielmehr geht es um vorsichtige Signale der Stabilisierung. Gehofft wird auf eine Entspannung im Zollstreit, neue Gesprächskanäle bei High-Tech-Fragen und ein Minimum an Koordination in Krisenherden wie dem Nahen Osten.

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Chinas Stolz: Der selber entwickelte Flugzeugträger Fujian, der 2025 in Betrieb genommen wurde.
Foto: AFP

China macht Boden gut

Lange sassen die USA dank ihrer wirtschaftlichen und militärischen Übermacht am längeren Hebel. Doch das Blatt hat sich gewendet. Erst im vergangenen Herbst musste Trump bei seinen angedrohten 100-Prozent-Zöllen zurückkrebsen. Die schmerzhafte Erkenntnis: Die US-Wirtschaft ist zu stark auf China angewiesen, als dass man Peking einfach in die Knie zwingen könnte.

Vor allem seit Trumps Rückkehr ins Weisse Haus und seinem Rütteln am Weltgefüge hat China massiv Boden gutgemacht. Seine Unberechenbarkeit spielt Xis langfristiger Strategie direkt in die Hände.

Trumpf 1: Militärisches Kalkül statt Pulverdampf

Zwar bleiben die USA die militärische Nummer eins, doch sie verheizen ihre Ressourcen im Iran-Krieg, während China im Schatten aufrüstet. Führende US-Demokraten wie Mark Kelly (62) und Ted Lieu (57) schlagen Alarm: «Es ist schockierend, wie stark wir unsere Bestände aufgebraucht haben», warnt Kelly vor Munitionsknappheit. Die USA könnten sich im Fall eines längeren Angriffs nicht verteidigen. Auch eine Unterstützung Taiwans bei einem chinesischen Angriff wäre nicht garantiert.

China hingegen führt keine eigenen Kriege. Aber es liefert Waffen und kann anhand der Ukraine und des Iran lernen, wie Konflikte heute ablaufen. Es wurden grosse Fortschritte im Ausbau der Raketen- und Luftabwehrsysteme, den Cyber- und Weltraumkapazitäten und der Integration von KI erzielt. Symbolträchtiger Höhepunkt dieser Aufholjagd: die Inbetriebnahme des ersten komplett eigenständig entwickelten Flugzeugträgers im vergangenen Jahr.

Trumpf 2: Der Anker der Stabilität

Trumps sprunghafte Politik verunsichert die Weltmärkte: Gestern Strafzölle, heute Rückzug, morgen Friedensgespräche im Iran, übermorgen Angriff. In nur einem Jahr hat er die alte Weltordnung aus den Angeln gehoben. Xi Jinping bildet dazu den krassen Gegenpol. Die Kommunistische Partei Chinas denkt nicht in 4-Jahres-Wahlzyklen, sondern in Jahrzehnten.

Diese Verlässlichkeit zieht: In den vergangenen Monaten reichten sich in Peking die Staats- und Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Spanien, Finnland, Australien, Neuseeland und der EU für engere Beziehungen die Klinke. Doch die diplomatische Nähe hat ihren Preis: Wer mit China handelt, begibt sich in ein Netz aus kalkulierter Abhängigkeit und blendet Menschenrechtsverletzungen oft aus.

Trumpf 3: Die subtile Fessel

Während Trump auf Drohgebärden setzt, operiert China mit dem Scheckheft. In rasantem Tempo investiert Peking weltweit in Schienen, Energie und Häfen. Die Rechnung geht auf: Laut dem australischen Lowy Institute müssen die 75 ärmsten Länder der Welt dieses Jahr die Rekordsumme von rund 19,4 Milliarden Euro an China zurückzahlen.

Dass Peking dieses Geld jemals sieht, ist unwahrscheinlich – doch das ist auch nicht der Plan. Das Ziel ist politische Gefügigkeit durch finanzielle Fesseln.


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