So kam es zum Indoor-Schwinget
Die Bösen übernehmen die Kadetten-Hochburg

Sonst gibts in der BBC-Arena Spitzen-Handball, dieses Wochenende aber übernehmen die Schwinger. Die Kadetten führen das Schaffhauser Kantonale mitten im Hochsommer unterm Hallendach durch.
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Matthias DubachLeiter Reporter-Pool Blick Sport

Nach dem XXL-Schwingfest im topmodernen Wankdorf-Fussballstadion stellte sich unweigerlich die Frage: Was kommt da als Nächstes? Zumindest für diese Saison lautet die Antwort: Ab in die topmoderne Handballhalle!

Das Schaffhauser Kantonalschwingfest findet am Sonntag in der BBC-Arena statt – also in der Heimat der Kadetten Schaffhausen, dem 15-fachen Schweizer Meister. Nun gibts in der Halle für einmal Sägemehl statt Siebenmeter. Ein Kranzfest im Hochsommer unter geschlossenem Dach, das ist aussergewöhnlich und zumindest in der Nordschweiz eine Premiere.

Die Schwing-Idee war eigentlich ad acta gelegt

Aussergewöhnlich ist auch, dass mit den Kadetten die Hausherren das Fest gleich selbst organisieren. In Bern war YB nicht direkt involviert, in Schaffhausen ist Kadetten-Geschäftsführer und Ex-Profi David Graubner (42) zugleich auch OK-Chef. Auch im restlichen OK dominieren die Handballer. «Ich wusste schon, wer Samuel Giger ist, und habe auch schon Feste besucht. Aber ich habe zuletzt sehr viel über den Schwingsport gelernt», sagt Graubner zu Blick und schmunzelt. «Über einen Gabentempel habe ich mir vorher jedenfalls noch nie Gedanken gemacht.»

Die Idee vom Schaffhauser Hallen-Schwinget ist allerdings schon älter. Weil die Hallenbesitzer immer auf der Suche nach einträglichen, externen Events sind, wurde vor Jahren auch mal der kantonale Schwingverband angefragt, dort winkte man ab.

«Dann kamen sie plötzlich wieder auf uns zu. Verbunden mit der Frage, ob wir das Kantonale auch gleich selbst durchführen können», schildert Graubner. So wurde aus dem aktuellen Handball-Cupsieger ein Schwing-Organisator.

Natürlich ist in Schaffhausen im Vergleich zum Wankdorf-Kracher mit seiner Rekordkulisse von 27’000 Fans alles ein paar Nummern kleiner. Die BBC-Arena bietet 3000 Sitzplätze. Die Haupttribünenseite ist ausverkauft, für die weiteren drei Seiten der Arena gibt es noch Tickets – Schaffhausen ist bei weitem keine Hochburg wie das Bernbiet und kann mit Ausnahme des verletzten Jeremy Vollenweider (28) keinen Eidgenossen vorweisen.

Kein Sonnenstich, dafür Hospitality-Pakete

Die spannende Frage ist nun wie in Bern: Wie nehmen die traditionsbewussten Schwing-Fans die Annehmlichkeiten einer modernen Sportstätte an? Es gibt am Sonntag – im Schwingen aussergewöhnlich – auch Hospitality-Pakete mit reserviertem Tisch am Festbankett. Die übliche Sonnenstichgefahr besteht trotz angekündigter 33 Grad jedenfalls nicht.

Ob sich auch der eine oder andere Handballfan in die Arena verirrt? Schliesslich sind Handball und Schwingen doch stärker verwandt als Fussball und Schwingen. Zumindest auf der Position des Kreisläufers – dort spielen im Handball die grossen Brocken wie Kadetten-Spieler Lucas Meister, der bei einem Fototermin Schwinger Vollenweider sogar überragt.

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