Darum gehts
In dieser Kategorie ist Nick Alpiger unantastbar. Kein anderer Spitzenschwinger bestreitet so viele Rangschwingfeste wie der Aargauer. Darum erstaunt es nicht, dass der Weissenstein-Sieger am letzten Sonntag in Zofingen antrat.
Und doch kam dies für die Zuschauer und selbst für seinen Bruder Gian Alpiger überraschend. «Am Samstag sagte er mir: ‹Nein, ich komme nicht. Ich bin gar nicht angemeldet›», erzählt er. Über Nacht änderte sein Bruder die Meinung.
Freiamt versucht noch einmal alles
Das starke Teilnehmerfeld reizte den Maurer. Gleichzeitig wollte er seinem Schwingklub Lenzburg im Kampf um den AMAG Schinznach Schwingercup zum Sieg verhelfen. Die Jahreswertung der sieben Regionalfeste im Aargau war vor dem letzten Anlass völlig offen.
Zwar lag Lenzburg mit 8,5 Punkten in Führung, doch Verfolger Freiamt bot mit Lukas und Andreas Döbeli sowie Joel Strebel gleich drei Eidgenossen auf. Lenzburg konterte – mit einer zweiten grossen Überraschung. Nach über einem Jahrzehnt kehrte ausgerechnet Gian Alpiger nochmals ins Sägemehl zurück.
Der Technische Leiter des Schwingklubs Lenzburg hatte seine Karriere bereits 2013 beendet. Auslöser für sein Mini-Comeback war ein flapsiger Spruch. Er sagte zu Präsident Yves Steinmann, dass er es ihm gleichtun würde, wenn dieser noch einmal in die Zwilchhosen stiege.
Eine grosszügige Belohnung
Steinmann meldete sich wenige Tage vor dem Niklaus-Thut-Schwinget tatsächlich an. «Mir blieb dann keine grosse Wahl mehr», erklärt Gian Alpiger lachend. Allein durch seine Teilnahme bescherte er Lenzburg bereits einen halben Punkt. Jeder angemeldete Schwinger ist deshalb wichtig.
Dazu werden die Punkte der vier besten Athleten zusammengezählt. Der über 20 Jahre alte Cup soll möglichst viele Schwinger – insbesondere auch Eidgenossen – dazu motivieren, bei kleineren Festen anzutreten. «Das ist die Basis des Schwingsports. Grosse Namen werten solche Wettkämpfe enorm auf und locken zusätzliche Zuschauer an», erklärt Gian Alpiger.
Der zweite Rücktritt
Für Lenzburg brillierte am Sonntag unter anderem Präsident Steinmann als zweitbester Punktesammler. Nur Aushängeschild und Teamleader Nick Alpiger war besser. Auch dank seinem Sieg im Schlussgang triumphierte Lenzburg. Die Belohnung: 2000 Franken für die Vereinskasse.
Die Lenzburger wollen das Preisgeld in einen gemeinsamen Teamevent investieren. Im Gespräch ist eine Reise in die Innerschweiz mit einer Übernachtung in einer Berghütte. Nick Alpigers Fokus gilt derweil bereits wieder dem Nordwestschweizer Teilverbandsfest am übernächsten Wochenende.
Und sein Bruder Gian? Der tauscht die Zwilchhosen gegen seine gewohnte Rolle als Betreuer ein. «Das ist meine Berufung. Der Auftritt in Zofingen war eine einmalige Sache», sagt er.