Darum gehts
- Swiss Olympic nimmt fehlendes Olympia-Feeling ernst
- Medaillenzeremonien fanden direkt im Zielraum statt, keine Abendfeiern
- Schweiz gewann elf Medaillen in Bormio, aber die Stimmung war naja
Er war eine von vielen kritischen Stimmen, aber Marco Odermatt war der prominenteste Kritiker. Bei welchem Thema? Der Ski-Star sagte über die Olympia-Wettkämpfe in Bormio: «Es hat sich überhaupt nicht wie Olympische Spiele angefühlt. Sogar in Peking kam mehr Olympia-Feeling auf.»
Das Problem am Wettkampfort Bormio: Lediglich die alpinen Ski-Männer waren auf der Stelvio aktiv, nach ihrer Abreise erschien noch der Tross der Skibergsteiger. Eigentlich verrückt: Die Schweiz holt in Bormio satte elf Medaillen, doch wirklich Stimmung kam wie auch an anderen Orten der dezentralen Spiele nie richtig auf. Delegationsleiter Ralph Stöckli sagt: «In Bormio war das definitiv so, und aus Sicht der Athleten tut mir das leid. Diese Kritik nehmen wir ernst.»
«Es gibt Ski-Klubs, die würdevollere Siegerehrungen organisieren»
Ein nicht unerhebliches Detail für das fehlende Olympia-Feeling war der Verzicht auf abendliche Medaillenzeremonien. Die Medaillen wurden jeweils direkt im Zielraum verteilt. Etwas, was zum Beispiel Ex-Abfahrts-Grösse Bruno Kernen auf Instagram scharf kritisierte, nachdem er im Val di Fiemme den Langlauf-Coup von Nadja Kälin und Nadine Fähndrich miterlebte: «Ich glaube, es gibt Ski-Klubs, die eine würdevollere Siegerehrung organisieren. Was ich heute gesehen habe, hat mich geschockt. Das (...) ist meiner Meinung nach schon fast respektlos den Sportlern gegenüber.»
Die Kritik von allen Seiten hat auch Swiss Olympic registriert. Wie Stöckli sagt, wurde der Schweizer Dachverband bereits beim IOC vorstellig. Der Verzicht auf eine feierliche Medaillenübergabe auf einem zentralen Platz am Abend müsse überdenkt werden, so Swiss Olympic.
Stöckli: «Das haben wir dem IOC bereits mitgeteilt und werden im Hinblick auf die Spiele 2030 in Frankreich darauf einwirken, dass die sogenannte Medal’s Plaza zurückkehrt. Wir sind überzeugt, dass das im Sinn der Athletinnen und Athleten ist und sie damit noch mehr von Olympia spüren.»
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