Premiere schon 2027?
Ex-Sauber-Pilot sucht Investoren für Motorsport-Revolution

Der langjährige F1-Fahrer Nick Heidfeld arbeitet an einem motorsportlichen Start-up. Der Wahlschweizer aus Stäfa ZH gründet die vollelektrische Nachwuchsserie FG Series, die 2027 Premiere feiern soll. Jetzt sucht Heidfeld Investoren – auch in Zürich.
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Neue Rennserie für den Nachwuchs: Der Bolide der neuen FG Series kann am selben Rennwochenende für zwei Piloten eingesetzt werden.
Foto: FG Series
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Matthias DubachLeiter Reporter-Pool Blick Sport

Nick Heidfeld (48) ist wieder da. Nach Jahrzehnten in diversen Rennwagencockpits kümmerte sich der deutsche Ex-Formel-1-Pilot mit Wohnsitz in Stäfa ZH vor allem um seine Kinder Justus, Joda und Juni. «Nach der Karriere wollte ich vor allem viel daheim sein. Doch die Kinder sind nun 15, 18 und 20 Jahre alt», sagt Heidfeld, «es beginnt eine neue Lebensphase für mich.»

Heidfeld ist zurück im Motorsport. In ganz anderer Rolle als früher. Er ist Mitgründer einer neuen Rennserie namens FG Series, die 2027 starten soll. Das ist eine neue Nachwuchsserie mit vollelektrischen Rennboliden. Eine Art Formel E für Junioren, die aus dem Kart-Sport kommen. Heidfeld erklärt es so: «Unterhalb der Formel 1 gibt es die gewohnte Pyramide mit Formel 2, Formel 3, Formel 4. Unterhalb der Formel E? Da gibt es bisher nichts.»

Neue Ideen für die Eindämmung der hohen Kosten

Die FG Series will aber mehr sein als ein Nachwuchspool für die Batterien-Meisterschaft. Heidfeld: «Wir wollen Motorsport erschwinglicher machen. Und wir wollen die Fahrer möglichst umfangreich ausbilden, für alles, was danach kommt.» Sprich: Die FG Series will eine Alternative im Nachwuchs sein, ganz egal, ob die Talente später in der Formel 1, in der Formel E, in der DTM, auf der Langstrecke oder bei den Indycars landen.

Roger Benoit: Ein Leben auf der Überholspur

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Für Blick-Leserinnen und -Leser gibts ein unschlagbares Angebot. Klicke hier drauf und du erhälst das Buch für nur 38 statt 48 Franken.

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Wie das gehen soll? Heidfeld plant mit seinem früheren Formel-E-Teamchef Dilbagh Gill (54), von dem die Idee stammt, eine regelrechte Motorsport-Revolution. Die Meisterschaft soll für die Teilnehmer günstiger sein, weil die Rennwagen im Besitz der Serie bleiben und den Rennställen in einem Franchise-System verleast werden.

Der Bolide kann in den Boxen von den Teams rasch vom FG2- ins leistungsstärkere FG1-Format umgerüstet werden. «Ein Auto kann so am selben Wochenende in zwei Serien von zwei Piloten gefahren werden. Das minimiert die Kosten», sagt Heidfeld und fügt an: «Ebenso sollen die Autos übers Jahr doppelt genutzt werden. Nach fünf Monaten in Middle East werden sie zum Beispiel nach Europa gebracht, wo sie in der Meisterschaft hier gefahren werden.»

«Das geht sogar mit dem Fahrrad schneller!»
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Heidfeld testet die Zürcher Formel-E-Strecke:«Das geht sogar mit dem Fahrrad schneller!»

Auf dem Schiff- und Landweg, ohne teure Luftfracht. Heidfeld betont den grünen Gedanken der Serie, der sich auch im Namen zeigt. FG steht für «Five G», also für fünf G: Green, Groundbreaking, Good, Growth und Global (grün, innovativ, gut, Wachstum und global).

Die Autos müssen zuerst noch hergestellt werden

Klingt alles schön und gut. Doch auch wenn sich der einstige Zeitplan des ambitionierten Start-ups nicht einhalten liess, scheint es Heidfeld und Co. ernst zu sein. Das Rennauto aus der Feder von Hollywood-Filmdesigner Daniel Simon ist erstellt, die Zulieferer instruiert, die Reifentests gemacht. Noch sind längst nicht alle Verträge unterzeichnet. Aber klar ist: Die Autos werden in Barcelona bei QEV Technologies gebaut.

Doch jetzt braucht es für die neue Nachwuchsplattform Geld. «Bisher haben mein Co-Founder und ich das meiste investiert. Aber um das Projekt richtig starten zu können, brauchen wir mehr Investoren, da reden wir von etlichen Millionen», sagt Heidfeld, der mit Topverträgen in der Formel 1 reich geworden ist. «Auch wenn wir etwas auf der hohen Kante haben, ist das zu viel, um es komplett allein zu finanzieren.»

Deshalb sucht Heidfeld intensiv nach Investoren. Auch in der Schweiz. Im April tritt er in Zürich an einem Lunch von SBN auf. Dieses Netzwerk für Sport und Business von Gründer Besfort Biljali will Wirtschaft und Sport zusammenbringen.

Doch was nicht nur mögliche Investoren interessiert: Hat die Rennsportszene überhaupt auf die FG Series gewartet? Tatsächlich gibt es mit der DTM bereits ein Abkommen, als Rahmenserie antreten zu können. Mit der Formel E gibts ähnliche Pläne. Und interessierte Rennställe gäbe es rund 75, sagt Heidfeld. Darunter viele renommierte Nachwuchsteams aus der F2 und F3. Doch bevor die Franchisen ausgestellt werden, braucht es Geld. Viel Geld.

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