Darum gehts
- Das Thuner Testspiel hat spannende Erkenntnisse geliefert
- Sorgen um Imeri? Der Königstransfer kam beim Test nicht zum Zug
- Shootingstar Heule hat ähnliche Flow-Gefühle schon einmal erlebt
Das Testspiel gegen Nyon in der Nati-Pause war eine gute Möglichkeit, den Anweisungen von Trainer Mauro Lustrinelli zu lauschen. «Nach vorne! Jedes Mal nach vorne!», schreit der Tessiner nach einem Sicherheitspass von einem seiner jungen Mittelfeldspieler. Eindrücklich: Selbst im Testspiel will der Coach kompromisslosen Vorwärtsdrang und vollste Intensität. 5:0 lautet übrigens das Ergebnis gegen den Challenge-Ligisten vom Genfersee, obwohl Thun mit der zweiten Garnitur beginnt, sich zuerst die Zähne ausbeisst und es über 62 Minuten dauert bis zum Dosenöffner von Stewart. Es ist ähnlich wie in der Liga: Da dominiert Thun auch nicht immer von A bis Z – hat die letzten sechs Spiele trotzdem alle gewonnen und liegt mit neun Punkten Vorsprung vor Basel und YB an der Spitze. Das Aufsteigermärchen hat die zweite Novemberhälfte erreicht.
Muss man sich erneut Sorgen um Kastriot Imeri (25) machen? Der verletzungsanfällige Thuner Königstransfer sass beim Test gegen Nyon nicht auf der Bank, sondern in Privatkleidern auf der Tribüne – neben dem verletzten Käit und Vizecaptain Bertone. Dies, während alle anderen Nicht-Nationalspieler zum Einsatz kamen, um den Rhythmus hochzuhalten.
Während beim 31-jährigen Bertone davon auszugehen ist, dass er am Samstag gegen Lugano wieder von Beginn an auf dem Platz stehen wird, ist bei Imeri die Situation unklarer. Hört er nach zwei Startelf-Einsätzen den Anpfiff wieder von der Bank aus? Immerhin teilt Lustrinelli direkt nach dem Test mit, dass es keine grössere Sache sei bei ihm. Und aus Thun ist zu vernehmen, dass sowohl Bertone als auch Imeri diese Woche wieder jedes Training voll mitgemacht hätten. Das Nicht-Aufgebot von Imeri sei eine reine Vorsichtsmassnahme gewesen, weil er davor das erste Mal seit langem wieder über 85 Minuten gespielt und dies entsprechend gespürt habe.
«Für mich ist die Erholung sehr wichtig. Nicht nur physisch, sondern auch mental.» – Trainer Lustrinelli antwortet auf die Frage, ob er auch etwas Respekt davor habe, dass die Mannschaft mitten im Leader-Flow von Samstag bis Montag drei Tage am Stuck frei bekommen hat und die Spieler danach die Körper wieder hochfahren müssen. «In den letzten zwei Nati-Pausen haben wir sogar vier Tage Pause gegeben», sagt Lustrinelli.
Steffen; Dähler, Bamert, Bürki, Heule; Bertone, Roth; Reichmuth, Meichtry; Ibayi, Rastoder.
Bisher hatte die Verletzungshexe den FC Thun sehr stark verschont. Nun hat es nach Stammspieler Mattias Käit auch Ersatzgoalie Nino Ziswiler getroffen. Beide sind mindestens bis Ende Jahr out.
Während die Männer des FC Thun sensationell an der Tabellenspitze liegen, dümpelt das Super-League-Frauenteam ohne Sieg nach zehn Runden am Tabellenende. Das ist gar nicht im Sinn von Grossaktionär und Klub-CEO Beat Fahrni, der nach der Rückintegration des Frauenteams in den FC Thun auch in der Women's Super League nichts mit dem Abstieg zu tun haben wollte. So hat es letzte Woche geknallt. Nicht nur Trainer Julien Marendaz ist weg, sondern es wird eine «Reorganisation der Frauenabteilung» angekündigt. Wie der «Berner Oberländer» berichtet, betrifft die Reorganisation fünf weitere Personen aus dem Betreuungsstab.
... Thuns Shootingstar Michael Heule (24) schon ähnliche Vibes erlebt hat, wie aktuell beim Super-League-Leader? «Es erinnert mich an meine Zeit in Wil. Dort war es ähnlich familiär, und dann hatten wir eine gute Saison. Davon konnte ich ableiten, dass hier auch was drinliegt», sagt Heule. Der Ostschweizer war mit Wil in der Saison 2022/23 über längere Zeit Leader, kämpfte bis kurz vor Schluss um den Aufstieg mit. Erst in den letzten Spieltagen rutschte Wil auf Rang 5 ab.
Justin Roth (25). Wenn man die Zeichen des Testspiels deutet, wird er wohl der Ersatz des verletzten Käit im Zentrum neben Bertone sein. Der solide Mittelfeldspieler kam mit den anderen Stammspielern nach gut 60 Minuten in die Partie, während sich zum Beispiel Starter Rupp noch an das genaue Thuner Spielsystem gewöhnen muss.
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Blick-Notenschnitt nach 13 Runden:
1. Franke 5,0 (nur 1 Bewertung)
2. Bertone 4,8
3. Dähler 4,6
Hier gehts zu allen Thuner Noten.
Nico Gianforte.
Nach dem miserablen Saisonstart schnuppert auch Lugano Höhenluft. Die Tessiner haben fünf der letzten sechs Spiele gewonnen. Wie ist die Stimmungslage vor dem Duell? Hier erscheint das Lugano-Inside.
Sa., Luzern – Servette, 18 Uhr
Sa., YB – Winterthur, 18 Uhr
Sa., Thun – Lugano, 20.30 Uhr
So., Sion – FCZ, 14 Uhr
So., GC – Basel, 16.30 Uhr
So., St. Gallen – Lausanne, 16.30 Uhr
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 19 | 16 | 40 | |
2 | FC St. Gallen | 19 | 16 | 37 | |
3 | FC Lugano | 19 | 5 | 33 | |
4 | FC Basel | 19 | 8 | 32 | |
5 | BSC Young Boys | 19 | 0 | 29 | |
6 | FC Sion | 18 | 4 | 27 | |
7 | FC Zürich | 19 | -7 | 24 | |
8 | FC Luzern | 19 | 0 | 21 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 18 | 0 | 21 | |
10 | Servette FC | 18 | -6 | 20 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 19 | -9 | 17 | |
12 | FC Winterthur | 18 | -27 | 10 |