Der Machtkampf beim FC St. Gallen ist beendet. Matthias Hüppi bleibt Klub-Präsident. Für wie lange, das lässt er offen. Aber: «Wir lassen niemanden hängen. Ich mache mich sicher nicht vom Acker.»
Nur wenn es für ihn unmöglich gewesen wäre, hätte Hüppi den Hut genommen. Das sei aber nicht der Fall. Gleichzeitig verrät er aber auch, dass die Nachfolge-Frage den Klub schon länger beschäftige und er auch mitreden werde – auch wenn er bei der Entscheidung dann nicht involviert sein wird.
So oder so besteht der Verwaltungsrat damit weiter aus Hüppi, Peter Germann, Patrick Gründler, Christoph Hammer und Beni Würth. Patrick Thoma und Roland Gutjahr hingegen geben ihre Anteile ab.
Das Thema überschattet den Cupsieg
Ob Hüppi im Amt geblieben wäre, wenn Gutjahr und Thoma nicht gehen würden, dazu äussert er sich nicht konkret. Denn er werde persönliche Themen nicht in der Öffentlichkeit kommentieren. «Zudem geht es nicht um Forderungen und Ultimate, sondern um klare Positionierungen und Werte.»
Was Hüppi in den letzten Stunden am meisten gestört hat: «Mir ist es nicht recht, dass dieses Thema den Cupsieg jetzt überschattet. Das tut mir leid.» Seine Ansage im Fernsehen war nicht geplant. Im Gegenteil. «Ich wurde darauf angesprochen und habe spontan geantwortet.»
Anstatt weiter darüber zu reden, will Hüppi lieber in die Zukunft blicken. Denn er traut der Mannschaft noch einiges zu. Und vielleicht liegt selbst in diesem Machtkampf noch etwas Positives. «Die Vorfälle können neue Kräfte entwickeln und die Basis für eine noch erfolgreichere Arbeit in der Zukunft sein», meint Hüppi abschliessend.
Die PK im Ticker zum Nachlesen
Ende der Pressekonferenz
Damit ist die Pressekonferenz vorbei.
Noch ein Fest für den Cupsieg?
Eine Frage, die den Cupsieg in den Fokus rückt, sorgt für Schmunzler. Gefragt wird, ob es noch ein Fest gibt, weil die Feierlichkeiten am Sonntag überschattet wurden. «Nächstes Jahr», meint Matthias Hüppi lachend.
Hitz als möglicher neuer VR im Spiel?
Marwin Hitz ist als möglicher neuer Verwaltungsrat ins Spiel gebracht worden. Der aktuelle Verwaltungsrat soll in Ruhe arbeiten können. Man werde aber mögliche Nachfolgen besprechen. Da sei es möglich, dass vielleicht Marwin Hitz dazustossen werde, so Bienz.
Und Hüppi ergänzt: «Es ist doch klar, dass Ex-Spieler wie Marwin Hitz oder ein Tranquillo Barnetta bei uns auf dem Zettel stehen.»
Will unabhängiger Klub bleiben
Was ist nicht gut, was der bisherige Verwaltungsrat geleistet hat? «Der Verwaltungsrat hat einen guten Job gemacht. Es ging nicht darum, die Leistung infrage zu stellen. Sondern es ging darum, einzelne Nachfolge-Thematiken anzugehen. Und das hat man leider in eine falsche Richtung gemacht», erklärt Philipp Bienz.
Die nächste Frage: Wird man oft kontaktiert betreffend Investoren oder Verkauf des Klubs. Reto Preisig bestätigt dies. Aber: «Ein Verkauf kommt unter diesem Aktionariat und mit diesem Verwaltungsrat nicht infrage.» Man wolle ein Ostschweizer Klub und unabhängig bleiben.
Hüppi traut dem FCSG viel zu
«Ich traue in der kommenden Saison dieser Mannschaft auch grausam viel zu», so Hüppi. Aber man müsse sorgsam damit umgehen. «Wir müssen schauen, dass so etwas auf einem gewissen Niveau bewahrt werden kann. Gleichzeitig darf man auf die Spieler keinen Druck machen. Wir werden gemeinsam mit dem Sportchef und dem Trainerteam in aller Ruhe die Saisonziele definieren.»
Hüppi sieht auch keinen Anlass, dass man den FCSG auf die Stufe von Basel oder YB setzt. Das sagt er, nachdem er darauf angesprochen wurde, dass von den nun ausgeschiedenen Aktionären eine Vorwärtsstrategie gefordert wurde.
Alle Aktionäre beteiligt
Dass man im Machtkampf eine Lösung gefunden hat, daran seien alle zehn Aktionäre beteiligt gewesen. Alle haben ihren Beitrag dazu geleistet, betont Philipp Bienz noch einmal.
«Das habe ich nicht gesucht»
«Mir ist es auch nicht recht, dass dieses Thema den Cupsieg jetzt überschattet. Das tut mir leid», sagt Hüppi. Er habe das natürlich nicht gesucht. Das SRF-Interview nach dem Sieg sei nicht geplant gewesen. Auch von den Transparenten der Fans habe er nichts gewusst. «Ich wurde darauf angesprochen und habe reagiert.»
Thoma und der Ambassadorenklub
Patrick Thoma tritt zwar als Aktionär und Verwaltungsrat ab, ist aber Präsident des Ambassadorenklubs. Hüppi hofft, dass er dieses Amt weiter ausübt. Denn der Klub sei sehr wertvoll. Vielleicht brauche es einfach auch ein bisschen Zeit, denn natürlich sei bei ihm eine Enttäuschung vorhanden. «Wir brauchen Ruhe zum Arbeiten», betont Hüppi. Denn er persönlich habe immer gerne mit Thoma zusammengearbeitet.
Kölliker-Interview war nicht abgesprochen
Stefan Kölliker hat sich in einem SRF-Interview am Dienstag schon wie der künftige FCSG-Präsident verhalten. «Das war nicht mit uns abgesprochen», erklärt Philipp Bienz.
