Neue Informationen im FCSG-Machtkampf: Am Dienstagmittag bestätigt Benedikt Würth, dass er und drei VR-Kollegen ihr Amt per Ende Juni zur Verfügung stellen und erklärt im Interview mit dem «St. Galler Tagblatt» seine Beweggründe.
«Ich wurde Mitte März darüber informiert, dass Patrick Gründler und ich nicht mehr erwünscht seien. Die Gründe dafür kenne ich allerdings bis heute nicht. An der wirtschaftlichen und sportlichen Performance kann es nicht liegen – wir haben die gesetzten Eignerziele übererfüllt», so der Mitte-Ständerat.
Als Folge haben vier Verwaltungsräte (Patrick Gründler, Peter Germann, Christoph Hammer und Benedikt Würth, Anm. d. Red.) ihr Amt ab Sommer zur Verfügung gestellt, erklärt Würth weiter. Nach dem Vertrauensentzug können sie die Verantwortung für das neue Geschäftsjahr nicht mehr übernehmen.
«Was hier passiert, ist surreal»
Er hätte gerne weitergemacht, gibt er zu verstehen. «Ich habe mich, wie alle im Verwaltungsrat, im Staff und in der Event AG mit viel Herzblut eingesetzt. Die meisten sind ja seit Kindsbeinen grünweiss. Was hier jetzt passiert, ist surreal, es ist schlicht unglaublich.»
Die Besitzer hätten selbstverständlich das Recht, die personelle Zusammenarbeit des Klubs in ihrem Sinne zu ändern. Man sollte dabei jedoch berücksichtigen, dass der FCSG mehr als nur ein Fussballklub ist. Er sei Ostschweizer Kulturgut und mit 19'000 Publikumsaktionären stark verankert in Wirtschaft und Gesellschaft. Zudem hätte sich Würth bei einem Strategiewechsel die Zusammenarbeit mit dem bisherigen VR gewünscht. Von den Zielen der Grossaktionäre habe er keinerlei Kenntnis. «Was ich weiss, ist, wofür der aktuelle Verwaltungsrat steht. Der FC St. Gallen muss regional verankert sein, solid wirtschaften und sportlich so erfolgreich wie möglich abschneiden. In dieser Reihenfolge. Offenbar will man diese Prioritäten verändern», mutmasst er.
Die einzigen beiden verbleibenden Verwaltungsräte sind nun Patrick Thoma, der als einer der Grossaktionäre (15,03 Prozent) erst seit November im VR sitzt, und Verwaltungsratspräsident Matthias Hüppi. Es deutet aktuell wenig darauf hin, dass Letzterer im Amt bleiben wird. Am Dienstagnachmittag findet eine Krisensitzung statt. Schon danach könnte es zum grossen Hüppi-Knall kommen. Derweil sollen Ex-SVP-Regierungsrat Stefan Kölliker (als Hüppi-Nachfolger), Martina Wüthrich, eine Juristin aus dem Kanton Thurgau, Treuhänder Urs Baumer und Ex-Goalie Marwin Hitz ins Gremium dazustossen.
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