«Hat sich nicht für den sportlichen Weg entschieden»
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Yakin über Avdullahu:«Hat sich nicht für den sportlichen Weg entschieden»

Verbandspräsident schwärmt
«Leon Avdullahu kann der Granit Xhaka des Kosovo werden»

Agim Ademi (63) ist der Präsident des kosovarischen Fussballverbandes. Vor dem WM-Quali-Duell zwischen der Schweiz und dem Kosovo erklärt er, warum Leon Avdullahu (21) nicht mehr für die Nati spielt – und warum die Schweiz trotzdem keine Angst vor ihm haben muss.
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Leon Avdullahu (21) soll im Nationalteam des Kosovo über zehn Jahre oder mehr eine prägende Figur sein.
Foto: Icon Sport via Getty Images

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Blick: Agim Ademi, muss die Schweiz vor Ihnen zittern?
Agim Ademi: Die Schweiz muss weder vor mir noch vor dem kosovarischen Fussballverband zittern. Wir sind gute Freunde – und vor Freunden fürchtet man sich nicht. Wir pflegen eine sehr gute Beziehung zur Schweiz. Aber im Fussball zählt am Ende, wer das Spiel gewinnt. Darum wollen wir am Freitag den Sieg.

Wir haben mehr darauf angespielt, dass Ihnen ein Coup gelungen ist, weil Leon Avdullahu künftig für den Kosovo spielt – und nicht mehr für die Schweiz.
Was die Doppelbürger betrifft: Natürlich sind wir offen für alle, die den Kosovo vertreten wollen und das nötige Niveau haben. Es gibt nun einmal in der Schweiz eine starke Diaspora, die ihre Wurzeln pflegt, die das kosovarische Blut spürt und den Staat ihrer Väter und Familien liebt – auch wenn viele von ihnen in der Schweiz geboren sind.

Spüren Sie so etwas wie ein schlechtes Gewissen gegenüber dem schweizerischen Verband, der in Avdullahus Ausbildung als Fussballer investiert hat?
Wir werden immer eine tiefe Dankbarkeit der Schweiz gegenüber verspüren, die unsere Gemeinschaft aufgenommen hat. Und ja, in der Schweiz erhalten Fussballer viel mehr Möglichkeiten als im Kosovo. Aber die Albaner haben den Schweizer Fussball auch auf ein neues Niveau gebracht – angefangen bei Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri im Nationalteam. Auch in den Teams der Super League spielen oft fünf, sechs albanisch-stämmige Fussballer, und in den Nachwuchs-Abteilungen gibt es eine ausserordentlich grosse Zahl albanischer Junioren. Wir freuen uns darüber, dass sie sich so entwickeln, und sind glücklich, wenn sie auch dem Kosovo im Aufbau helfen. Die Schweiz als Land hat uns bei der Verwirklichung unseres Traums von der Unabhängigkeit geholfen, sie unterstützt uns wirtschaftlich und administrativ. Und ja, man könnte sagen, sie hilft uns auch auf sportlicher Ebene. Aber weder muss sie deswegen Angst vor uns haben – noch spüre ich ein schlechtes Gewissen. Wir haben ja niemanden gezwungen, für uns zu spielen.

Wie haben Sie denn Leon Avdullahu vom Kosovo überzeugt?
Er hat mit dem Herzen entschieden. Er ist aber auch sehr klug, ein Kopfmensch – wodurch ihn auch unser Projekt überzeugt hat. Aber in erster Linie ist er seinem Herzen gefolgt.

Welche Rolle haben seine Eltern gespielt?
Die Gespräche mit Leon und seinem Umfeld liefen seit über einem Jahr. Wir kennen seine Familie, wir sind ihr freundschaftlich eng verbunden. Aber seine Eltern haben gut daran getan, sich zurückzuhalten. Sie haben ganz allein Leon die Entscheidung überlassen. Einen Jungen wie ihn kann man nicht manipulieren.

Wie sieht dieses Projekt aus, von dem Sie gesprochen haben?
Wir haben viele junge Spieler zwischen 17 und 20 geholt, die für die nächsten zehn Jahre unser Team bilden sollen. Das Ziel ist, an die Europameisterschaft zu kommen. Und Leon spielt darin eine besonders wichtige Rolle als Leader. Wir sehen ihn als Teil der neuen Generation, die das Fundament bilden soll. Wir glauben, dass er der Granit Xhaka des Kosovo werden kann. Natürlich ist er noch jung – und wir wollen ihm nicht zu viel Druck aufhalsen. Aber wir denken, dass er sich noch sehr gut entwickeln kann.

Hatten Sie vor oder nach Avdullahus Entscheidung Kontakt mit dem schweizerischen Fussballverband? Hat sich der SFV bei Ihnen beklagt?
Nein. Aber so haben die zwei Verbände das immer gehandhabt. Wir haben uns ja auch nicht gemeldet, als Andi Zeqiri oder Uran Bislimi sich für die Schweiz entschieden haben, obwohl sie es erst beim Kosovo versucht haben. Wenn die Entscheidung eines Spielers gefallen ist, wird sie respektiert. Von beiden Seiten.

Es besteht also kein Konflikt?
Nein. Wenn sich jemand für die Schweiz entscheidet, respektieren wir das ja auch. Als Xhaka und Shaqiri die Schweiz gewählt haben, haben wir sie weiter unterstützt – gerade auch in der Zeit, in der wir unseren eigenen Staat gegründet haben. Neben vielen anderen hat uns zuletzt beispielsweise Ardon Jashari abgesagt. Diese Spieler fühlen sich wohl, wo sie sind. Und wir im Kosovo sind ihretwegen sogar Fans des Schweizer Nationalteams.

Umgekehrt könnte mit Albian Hajdari ein weiterer junger Spieler mit Schweizer Pass noch zum Kosovo wechseln. Wie viele andere Talente haben Sie im Visier?
Wir wären für Albian offen. Es würde uns freuen und uns stolz machen, wenn er uns wählen würde. Aber wir unterstützen jede Entscheidung, die er fällt. Alle Kosovaren – egal, ob aus der Schweiz oder aus anderen Ländern – sind bei uns willkommen. Wir geben ihnen sogar die Möglichkeit, uns zu testen, bevor sie sich entscheiden. Egal, ob im Männer- oder Frauenfussball.

Warum sind Spieler aus der Schweiz eigentlich so wichtig für den Kosovo?
Bei euch gibt es einfach eine grosse kosovarische Gemeinschaft. Aber unser Fokus liegt nicht besonders auf der Schweiz, wir haben auch Spieler aus Deutschland, Frankreich oder Skandinavien. Euch fallen bloss jene Spieler auf, die aus der Schweiz kommen, darum habt ihr dieses Gefühl (lacht).

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WM 2026 Gruppe A
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Mexiko
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Südafrika
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Südkorea
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Tschechien
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Playoffs
Gruppe B
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Kanada
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Bosnien und Herzegowina
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Katar
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Schweiz
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Playoffs
Gruppe C
Mannschaft
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Marokko
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Haiti
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Gruppe D
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Australien
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Türkei
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Gruppe E
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Deutschland
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Gruppe H
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Demokratische Republik Kongo
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Kolumbien
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Panama
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