«Hat sich nicht für den sportlichen Weg entschieden»
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Yakin über Avdullahu:«Hat sich nicht für den sportlichen Weg entschieden»

Lehren aus dem Fiasko
Die Nati braucht einen Doppelbürger-Talentchef

Welche Lehren muss der SFV aus dem aktuellen Doppelbürger-Schlamassel ziehen? Blick-Fussballchef Tobias Wedermann hat in seiner Analyse einen Vorschlag.
Publiziert: 18:01 Uhr
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Aktualisiert: 18:08 Uhr
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Gleich zwei Nati-Absagen musste Nati-Direktor Pierluigi Tami (r.) in den vergangenen Tagen zur Kenntnis nehmen.
Foto: freshfocus

Darum gehts

  • Schweizer Fussballverband kämpft mit Talententwicklung und Doppelbürger-Abgängen
  • SFV braucht Doppelbürger-Talentchef für bessere Kommunikation und Betreuung
  • Zwei Toptalente, Kospo (18) und Avdullahu (21), entschieden sich gegen Schweiz
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Tobias WedermannFussballchef

Es harzt gewaltig bei der Talententwicklung im Schweizer Fussball. Im abgelaufenen Jahr stellte man beim Schweizerischen Fussballverband mittels einer Studie fest, dass die Entwicklung von neuen Topspielern stark negativ verläuft. Und nun springen die wenigen Toptalente auch noch ab. Innert weniger Tage haben sich Eman Kospo (18, Bosnien) und Leon Avdullahu (21, Kosovo) trotz langjähriger Ausbildung in diversen U-Mannschaften der Nati gegen die Schweiz entschieden. Verteidiger Albian Hajdari (22), bereits zweimal im Nati-Kader von Murat Yakin, wird ebenfalls heftig von den Kosovaren umworben.

Während man sich beim SFV angesichts des grössten Doppelbürger-Schlamassels seit Ivan Rakitic und Zdravko Kuzmanovic keiner Mitschuld bewusst ist, sieht die Beurteilung von aussen ganz anders aus. Immer wieder heisst es aus dem jeweiligen Umfeld der Doppelbürger-Talente: Die Kommunikation seitens SFV und Nati-Direktor Pierluigi Tami ist im besten Fall unzureichend, häufig aber inexistent. Nach Jahren ohne schwerwiegende Nati-Absagen und mit dem Argument der Teilnahme an grossen Turnieren sei man sich offensichtlich zu sicher geworden, heisst es. Dabei sind es gerade diese Doppelbürger, die für jene WM- und EM-Teilnahmen sowie für die umjubelten Erfolge in den vergangenen Jahren mit- oder gar hauptverantwortlich waren. Tami als langjähriger Direktor und U-21-Trainer müsste sich dessen eigentlich bewusst sein.

Starke Kandidaten wären verfügbar

Damit Fälle wie jene von Kospo oder Avdullahu sich mit Blick auf die zahlreichen Doppelbürgertalente in den U-Mannschaften nicht wiederholen, ist die Lösung für den Schweizerischen Fussballverband offensichtlich: Die Nati braucht einen Doppelbürger-Talentchef. Jemand, der die Kommunikation mit Spielern, Familien und Beratern führt, die Wege der Talente mitverfolgt sowie betreut, Perspektiven im Schweizer Fussball aufzeigt und auch selber weiss, wie es ist, zwei Nationen im Herzen zu tragen.

Kandidaten gibt es hierfür ebenfalls starke: Admir Mehmedi oder Blerim Dzemaili beispielsweise. Beide verfügen über ein wertvolles Netzwerk weit über die Schweizer Fussballgrenzen hinaus, haben das Auge für das Potenzial junger Fussballer, sprechen mehrere Sprachen, sind selber Doppelbürger und haben nicht nur Erfahrung auf höchstem Klubniveau, sondern auch die Glaubwürdigkeit und Anerkennung bei den jungen Spielern. Auch Valon Behrami oder Gökhan Inler wären Personalien, die dieses Profil vollumfänglich erfüllen würden. Beim Verband würde man aber zusätzliche Argumente benötigen, da beide in fixen Arbeitsverhältnissen bei ihren Klubs Watford sowie Udinese sind.

Für den SFV wäre eine derart prominente Verpflichtung ein starkes Zeichen hinsichtlich der Talententwicklung in der Schweiz, dass man auch für die Zukunft alles daran setzen will, mit der Nati für EM- und WM-Euphorie im Land zu sorgen. Aktuell scheint man, verblendet von den Erfolgen der letzten Jahre, vom Weg abgekommen zu sein.

WM-Quali Gruppe A
Mannschaft
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0
0
0
1
0
0
0
1
0
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0
1
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0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
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1
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Qualifiziert
Playoffs
Gruppe C
Mannschaft
SP
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1
0
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1
0
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Qualifiziert
Playoffs
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
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1
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1
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1
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Qualifiziert
Playoffs
Gruppe E
Mannschaft
SP
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1
0
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0
1
Georgien
Georgien
0
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0
1
0
0
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1
0
0
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe F
Mannschaft
SP
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PT
1
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1
0
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1
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1
0
0
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe G
Mannschaft
SP
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1
4
0
7
2
2
10
6
3
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2
6
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3
-1
2
5
4
-11
1
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe H
Mannschaft
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1
3
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9
2
2
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6
3
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6
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-1
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-11
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe I
Mannschaft
SP
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1
4
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2
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1
6
3
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-1
3
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3
-8
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Qualifiziert
Playoffs
Gruppe J
Mannschaft
SP
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1
4
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2
4
4
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3
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4
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3
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0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe K
Mannschaft
SP
TD
PT
1
3
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1
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3
2
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-8
0
Qualifiziert
Playoffs
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
4
3
9
2
2
11
6
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1
6
4
3
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4
-14
0
Qualifiziert
Playoffs
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