Nati-Star erneut verurteilt
Embolo hat nicht zum ersten Mal Probleme mit dem Gesetz

Breel Embolo verzaubert die Schweiz regelmässig mit fussballerischen Glanzmomenten. Abseits des Platzes geriet der Basler aber immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt.
Kommentieren
1/6
Am Freitag wurde bekannt: Breel Embolo wurde auch wegen Anstiftung zu Urkundenfälschung verurteilt.
Foto: Toto Marti

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Breel Embolo wurde wegen gefälschter Covid-Zertifikate verurteilt und fehlt der Nati
  • Weitere Vorwürfe: Verkehrsdelikte, Drohungen, Corona-Party und verspätete WM-Anreise
  • Embolo erhielt mehrere Geldstrafen, zuletzt 20 Tagessätze à 3000 Franken
RMS_Portrait_AUTOR_228.JPG
Carlo SteinerRedaktor Sport

Breel Embolo (29) wird beim aktuellen Zusammenzug nicht zur Nati stossen. Wie am Freitag bekannt wurde, hatte sich der Stürmer von Atlanta United wie Granit Xhaka (33) gefälschte Covid-Dokumente besorgt, im Gegensatz zum Nati-Captain aber kein Impf-, sondern ein Testzertifikat. Anders als Xhaka wurde Embolo bereits verurteilt. Er wird gegen Nordmazedonien, Schottland und Slowenien nicht dabei sein.

Es ist das jüngste Kapitel einer Karriere, in der der Stürmer immer wieder Probleme mit dem Gesetz hatte.

Mehrfache Verkehrsdelikte

Im März 2017 wurde Embolo in Basel zu einer bedingten Geldstrafe von zehn Tagessätzen à 1000 Franken verurteilt. Die Tatbestände: Verletzung der Verkehrsregeln, unzulässiges Ausführen von Lernfahrten, Nichtmitführen von Ausweisen und Bewilligungen im Sinne des Strassenverkehrsgesetzes sowie Übertretung der Verkehrsregeln-Verordnung. Weil er in der zweijährigen Probezeit erneut wegen Geschwindigkeitsübertretungen und mit dem Handy am Steuer erwischt wurde, kassierte er einen weiteren Strafbefehl. Er musste seinen Führerschein 2019 zwischenzeitlich abgeben und wurde jeweils von einem Chauffeur ins Training bei Gladbach gefahren. 

Verurteilung wegen Drohung

Im Mai 2018 geriet Embolo im Ausgang in Basel mit einer Gruppe junger Männer und Frauen aneinander. Für sein Verhalten in dieser Auseinandersetzung wurde der 92-fache Nationalspieler im September 2025 wegen mehrfacher Drohung zweitinstanzlich zu einer bedingten Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu 3000 Franken verurteilt. Im April dieses Jahres wurde bekannt, dass Embolo das Urteil nicht weiterzieht. Damit begann eine zweijährige Probezeit.

Busse wegen Corona-Party

Im Januar 2021 nahm Embolo trotz geltender Covid-Kontakteinschränkungen an einer Party in Essen (De) teil. Nach dem Vorfall bestritt der damalige Gladbach-Spieler, an der Party teilgenommen zu haben. Er sei lediglich im unmittelbaren Umfeld der Party bei einem Freund gewesen, um Basketball zu schauen. Laut der Polizei entspricht dies aber nicht der Wahrheit. Embolo soll über ein Dach geflohen sein und habe sich in einer anderen Wohnung in der Badewanne vor den Einsatzkräften versteckt. Die Stadt Essen brummte ihm eine Busse von 8400 Euro auf. Ein Vielfaches teurer zu stehen kam ihn die vereinsinterne Strafe von Borussia Mönchengladbach, die rund 200'000 Euro betragen haben soll. 

Gefälschte Covid-Zertifikate

Im November 2025 stellte die Basler Staatsanwaltschaft laut «Schweiz heute» einen Strafbefehl wegen mehrfacher Anstiftung zu Urkundenfälschung gegen Embolo aus. Der Fussballer erhielt eine bedingte Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 3000 Franken. Die Probezeit beträgt zwei Jahre. 

Dass gegen Embolo ermittelt wird, wurde bereits im März 2024 bekannt, da sein Name in Chats rund um einen Prozess gegen Hells-Angels-Vertreter Ertan Y.* auftauchte. Embolo soll in Whatsapp-Chats zwei Testzertifikate – für sich und eine Bekannte – von Y. gefordert haben. Die Test-Abstriche soll eine Komplizin im Labor bei sich selbst durchgeführt haben. 

Im Zuge des Prozesses gegen Y. kam auch heraus, dass Embolo – sowie auch Nati-Coach Murat Yakin (52) – dem Angeschuldigten Luxusuhren zum Weiterverkauf überlassen hatten. Embolo bekam diese schliesslich zurück.

Wirbel bei WM 2026

Embolo reiste Anfang Juni verspätet ins Nati-Camp nach San Diego (USA). Kurz vor der geplanten Abreise mit dem Team wurde bekannt, dass sein ESTA-Antrag nochmals geprüft werden muss. Es soll geprüft worden sein, ob es im Zuge seiner Drohungen, wegen derer er verurteilt worden war (siehe oben), zu Gewaltanwendung gekommen sei. Dies ist nicht der Fall. Ob auch der neu bekannt gewordene Schuldspruch wegen Anstiftung zu Urkundenfälschung zur Einreiseverzögerung geführt hat, ist nicht bekannt. 

Am Ende des Schweizer WM-Abenteuers wurde Embolo zum tragischen Helden. Im Viertelfinal gegen Argentinien flog er wegen einer Schwalbe mit Gelb-Rot vom Platz. Diesmal stolperte er nicht übers Gesetz, sondern über eine äusserst umstrittene Regel, die so nur an der WM 2026 zum Einsatz kam. 

* Name geändert 

Noch näher dran an der Schweizer Nati

Füge jetzt die Fussball-Nati deinen Teams hinzu, um nichts mehr zu verpassen. 

In diesem Artikel erwähnt
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen