Weitere könnten folgen
Erster Verband zieht Unterstützung für Infantinos Wiederwahl zurück

Wales entzieht Gianni Infantino die Unterstützung für seine Wiederwahl als Fifa-Präsident. Der Vertrauensverlust nach dem gescheiterten WM-Verkaufsplan setzt den Walliser unter Druck. Weitere Verbände könnten folgen.
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Gianni Infantino sieht sich bei der Wiederwahl als Fifa-Präsident mit Gegenwind konfrontiert.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Wales entzieht Gianni Infantino Unterstützung für Wiederwahl als Fifa-Präsident
  • Grund: Vertrauensverlust nach missglücktem Versuch, WM-Rechte zu privatisieren
  • Fifa-Wahl am 18. März 2027 in Rabat, Druck auf Infantino wächst
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Manuela BiglerRedaktorin Sport-Desk & Respeakerin

Gianni Infantino (56) ist zwar von seinen Plänen, die WM-Rechte an private Investoren zu verkaufen zurückgerudert, das Hin und Her hat jedoch deftige Konsequenzen für den Walliser. So entzieht Wales Infantino als erster Fussballverband offiziell die Unterstützung für dessen Wiederwahl als Fifa-Präsident im kommenden Jahr. Das hat Sky News in Erfahrung gebracht.

Gegenüber dem Newsportal teilt der walisische Fussballverband FAW mit, dass er seine «Unterstützung für die Kandidatur von Herrn Gianni Infantino zur Wiederwahl als Fifa-Präsident für die Amtszeit 2027–2031 zurückzieht». Der Verband habe dies auch der Fifa schriftlich mitgeteilt.

«Versagen, das wir nicht akzeptieren können»

Grund dafür sei der erlittene Vertrauensverlust in Infantinos Führungsqualitäten nach dem missglückten Versuch, Teile der WM zu privatisieren. Diese «jüngsten Defizite in den Bereichen verantwortungsvoller Verbandsführung, Entscheidungsprozesse, Führung, Werte, Stakeholder-Management, Kommunikation und Urteilsvermögen» hätten dazu geführt, dass Infantino «das Vertrauen des FAW verloren hat, weiterhin an der Spitze des Weltfussballs zu stehen».

«Wenn man das Wohl des Fussballs nicht an erste Stelle setzen kann, ist das ein Versagen, das wir nicht akzeptieren können», stellen die Waliser in ihrem Statement gegenüber Sky News klar. 

Weitere Fussballverbände dürften nachziehen

Bereits für seine Verkaufspläne wurde Infantino nach und nach von immer mehr Seiten scharf kritisiert. So gab es unter anderem heftigen Gegenwind von der Uefa, Kontinentalverbänden inklusive WM-Boykott-Drohungen sowie von Fifa-Funktionären. Auch diverse Fangruppen, zum Beispiel von Lausanne, protestierten gegen den Fifa-Präsidenten.

Nun gerät die Fifa-Zukunft von Infantino, der seit 2016 an der Spitze des Weltverbands steht und sich für die Wahlen vom 18. März 2027 in Rabat (Marokko) im kommenden Jahr zur Wiederwahl stellen will, erneut ins Kreuzfeuer. Mit Wales zieht der Co-Gastgeber der EM 2028 im Vereinigten Königreich und Irland seine Unterstützung offiziell zurück. Eine Reihe weiterer Fussballverbände dürften dem Beispiel von Wales folgen und ebenfalls in die Offensive gehen, was den Druck auf den 56-Jährigen deutlich erhöht. 

England bereitet Schreiben vor

Nach Informationen von Sky News könnte Wales bereits einen Domino-Effekt ausgelöst haben. So soll auch der englische Fussballverband (FA) das Vorhaben unterstützen und wäre damit schon der zweite Landesverband, der sich gegen Infantino stellt. Die FA bereitet demnach einen Brief vor, in dem sie ihre Unterstützung für Infantinos Wiederwahl zurückzieht. Die Engländer unterstützten zuvor bereits das Vorhaben der Uefa, den Fall eingehend zu untersuchen. «Es ist an der Zeit für eine umfassende und gründliche Überprüfung der Führung der Fifa, um sicherzustellen, dass der globale Fussball transparent geführt wird – zum Wohle aller 211 Mitgliedsnationen und mit der langfristigen Verantwortung für den Fussball im Mittelpunkt», schrieb die FA damals dazu in einem Statement. Offiziell hat die FA das Entziehen der Unterstützung für Infantino bisher noch nicht gemacht. 

Auch der Schweizerische Fussballverband (SFV) dürfte dabei nachziehen. SFV-Präsident Peter Knäbel (59) hatte sich zuletzt über den Rückzug der Fifa von den Verkaufsplänen gefreut und Infantinos Vorschlag als «inakzeptabel» bezeichnet.

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