Wiederwahl gerät ins Wanken
Auch Schweden wendet sich ab – Widerstand gegen Infantino wächst

Wales entzieht Gianni Infantino als erster Fussballverband offiziell die Unterstützung für die Wiederwahl als Fifa-Präsident. Am Montagnachmittag folgen die Schweden dem Beispiel der Waliser.
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Gianni Infantino sieht sich bei der Wiederwahl als Fifa-Präsident mit Gegenwind konfrontiert.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Wales und Schweden entziehen Gianni Infantino Unterstützung für Wiederwahl als Fifa-Präsident
  • Vertrauensverlust wegen missglücktem Versuch, WM-Rechte zu privatisieren
  • Wahlen für Fifa-Präsidentschaft am 18. März 2027 in Rabat
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Manuela BiglerRedaktorin Sport-Desk & Respeakerin

Gianni Infantino (56) ist zwar von seinen Plänen, die WM-Rechte an private Investoren zu verkaufen zurückgerudert, das Hin und Her hat jedoch Konsequenzen für den Walliser. So entzieht Wales Infantino als erster Fussballverband offiziell die Unterstützung für dessen Wiederwahl als Fifa-Präsident im kommenden Jahr – das hat Sky News in Erfahrung gebracht. Am Montagnachmittag zieht Schweden nach.

Gegenüber Sky News teilt der walisische Fussballverband (FAW) mit, dass er seine «Unterstützung für die Kandidatur von Herrn Gianni Infantino zur Wiederwahl als Fifa-Präsident für die Amtszeit 2027–2031 zurückzieht». Der Verband habe dies auch der Fifa schriftlich mitgeteilt.

«Versagen, das wir nicht akzeptieren können»

Grund dafür sei der erlittene Vertrauensverlust in Infantinos Führungsqualitäten nach dem missglückten Versuch, Teile der WM zu privatisieren. Diese «jüngsten Defizite in den Bereichen verantwortungsvoller Verbandsführung, Entscheidungsprozesse, Führung, Werte, Stakeholder-Management, Kommunikation und Urteilsvermögen» hätten dazu geführt, dass Infantino «das Vertrauen der FAW verloren hat, weiterhin an der Spitze des Weltfussballs zu stehen».

«Wenn man das Wohl des Fussballs nicht an erste Stelle setzen kann, ist das ein Versagen, das wir nicht akzeptieren können», stellen die Waliser klar.

«Wir haben kein Vertrauen mehr in die Führung von Gianni Infantino», richtet Simon Aström, der Präsident des schwedischen Fussballverbands (SvFF), nach einer ausserordentlichen Vorstandssitzung in einem offiziellen Schreiben aus. «Der Fussball soll von Offenheit, Verantwortungsbewusstsein und Respekt vor demokratischen Prinzipien geprägt sein. Wenn wir nicht mehr erkennen, dass dies die Führung durchdringt, müssen wir handeln.» Der SvFF plant nun als nächsten Schritt, gemeinsam mit der Uefa und anderen nationalen Verbänden einen alternativen Kandidaten zu finden.

Weitere Fussballverbände dürften nachziehen

Bereits für seine Verkaufspläne wurde Infantino nach und nach von immer mehr Seiten scharf kritisiert. So gab es unter anderem heftigen Gegenwind von den Kontinentalverbänden inklusive WM-Boykott-Drohungen sowie von Fifa-Funktionären. Auch diverse Fangruppen, zum Beispiel von Lausanne, protestierten gegen den Fifa-Präsidenten.

Nun gerät die Fifa-Zukunft von Infantino, der seit 2016 an der Spitze des Weltverbands steht und sich für die Wahlen vom 18. März 2027 in Rabat (Marokko) im kommenden Jahr zur Wiederwahl stellen will, erneut ins Kreuzfeuer. Mit Wales zieht der Co-Gastgeber der EM 2028 im Vereinigten Königreich und Irland seine Unterstützung offiziell zurück. Wie das Beispiel der Schweden zeigt, ist bereits mehr als nur der erste Dominostein umgefallen. Eine Reihe weiterer Fussballverbände dürften folgen und ebenfalls in die Offensive gehen, was den Druck auf den 56-Jährigen deutlich erhöht.

England bereitet Schreiben vor

Nach Informationen von Sky News soll auch der englische Fussballverband (FA) unterdessen einen neuen Fifa-Präsidenten bevorzugen. Die FA bereitet demnach einen Brief vor, in dem sie ihre Unterstützung für Infantinos Wiederwahl zurückzieht. Die Engländer unterstützten zuvor bereits das Vorhaben der Uefa, den Fall eingehend zu untersuchen. «Es ist an der Zeit für eine umfassende und gründliche Überprüfung der Führung der Fifa, um sicherzustellen, dass der globale Fussball transparent geführt wird – zum Wohle aller 211 Mitgliedsnationen und mit der langfristigen Verantwortung für den Fussball im Mittelpunkt», schrieb die FA damals dazu in einem Statement. Offiziell hat die FA das Entziehen der Unterstützung für Infantino bisher noch nicht gemacht.

Auch der Schweizerische Fussballverband (SFV) dürfte nachziehen. SFV-Präsident Peter Knäbel (59) hatte sich zuletzt über den Rückzug der Fifa von den Verkaufsplänen gefreut und Infantinos Vorschlag als «inakzeptabel» bezeichnet.

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