«Projekt darf nicht umgesetzt werden»
Fifa-Direktor attackiert Infantino wegen WM-Verkaufsplänen

Kevin Lamour erhebt schwere Vorwürfe gegen Gianni Infantino. Der Fifa-Betriebsdirektor kritisiert die mangelnde Transparenz bei den umstrittenen WM-Verkaufsplänen scharf und warnt vor deren Umsetzung.
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Gianni Infantino erhält Gegenwind aus den eigenen Reihen.
Foto: Icon Sport via Getty Images

Darum gehts

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  • Fifa-Direktor Kevin Lamour kritisiert Gianni Infantino und WM-Verkaufspläne scharf
  • Lamour wirft mangelnde Transparenz bei den Plänen vor
  • Lamour riskiert mit seinem Angriff seinen Job
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Manuela BiglerRedaktorin Sport-Desk & Respeakerin

Die Uefa-Nationen drohen mit WM-Boykott, auch weitere Kontinentalverbände machen Gegenwind und Infantino-Berater Carlos Cordeiro (70) nimmt seinen Hut. Die Schlagzeilen um Gianni Infantinos (56) Pläne, Anteile der WM an Private zu verkaufen nehmen kein Ende. Nun kommt es knüppeldick für den Schweizer an der Spitze des Weltfussballverbandes. Denn es gibt jetzt weiteren Widerstand aus den eigenen Reihen.

Gegenüber der Nachrichtenagentur AP kritisiert Fifa-Betriebsdirektor Kevin Lamour (44) Infantino und dessen Verkaufspläne und die damit verbundene mangelnde Transparenz scharf. So seien er und seine Mitarbeitenden von Infantino hintergangen und nicht ausreichend in die Planung eines möglichen Verkaufs eingebunden worden. Sie hätten «etwas Besseres verdient als Verachtung und Einschüchterung», schreibt Lamour der AP in einer Stellungnahme.

«Projekt darf nicht umgesetzt werden»

«Es ist das Projekt einer einzelnen Person», so Lamour, der sowohl bei der Fifa als auch zuvor bei der Uefa ein langjähriger Kollege Infantinos ist, in Bezug auf die Pläne. Dann wird der 44-Jährige deutlich: «Dieses Projekt darf nicht nur nicht umgesetzt werden – vielmehr ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, an dem sich die politischen Entscheidungsträger im Fussball die richtigen Fragen stellen und die richtigen Entscheidungen treffen müssen».

Lamour ist sich bei seiner Attacke gegen Infantino bewusst, dass seine Aussagen Konsequenzen für ihn haben könnten. «Und wenn das bedeutet, dass ich meinen Job verliere, dann ist es eben so. Ich werde diese Entscheidung verstehen und respektieren. Aber wenigstens kann ich heute Nacht ruhig schlafen», so der Franzose, der auch die Schweizer Staatsbürgerschaft besitzt.

Lamour wechselte 2007 aus der Politik zum Fussball. Dabei war Lamour zunächst 17 Jahre lang bei der Uefa tätig, unter anderem als Berater des damaligen Uefa-Präsidenten Michel Platini (71). Seit dem 1. November 2024 ist Lamour nun Betriebsdirektor bei der Fifa, wobei er sich vor allem auch um die internationalen Beziehungen zu den Fifa-Mitgliedsverbänden in Afrika und Asien kümmert. Diese stimmen bis Mitte September über das Verkaufsvorhaben ab. Lamours Stellung zu den Plänen dürfte ihnen dabei nun mehr als klar sein.

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