Darum gehts
- Fifa plant Tochterfirma FFE zur Verwaltung von Veranstaltungen und Investorenbeteiligung
- Fifa dementiert Berichte über «Verkauf von Fussball» und kritisiert Medien
- Neue Details zum Vorhaben liefert der Verband keine
Nach den WM-Boykottdrohungen der Uefa schlägt die Fifa nun am Freitag in einer Mitteilung zurück. Der Weltverband erläutert dabei die angestrebten Pläne zur Gründung eines Tochterunternehmens und schiesst gegen die bisherige Berichterstattung.
Mit der Gründung des Tochterunternehmens Fifa Forward Enterprise (FFE) möchte der Weltverband die kommerzielle und operative Führung aller Fifa-Veranstaltungen auslagern. Dabei sollen gleichzeitig Investitionen von Privatinvestoren ermöglicht werden, wobei die Fifa als Mehrheitsinhaberin die Kontrolle behält.
Falsche Berichterstattung
Während die Kontinentalverbände angeben, über dieses Vorhaben von der Fifa nicht informiert worden zu sein, schiesst der Weltverband zurück. In der Mitteilung schreibt die Fifa, dass ein offener, demokratischer Konsultationsprozess geplant gewesen wäre.
Doch dieser sei demnach von falschen Medienberichten gestört worden. «Niemand verkauft Fussball. Das würde die Fifa niemals in Betracht ziehen», schreibt der Weltverband und geht dabei aber nicht näher auf die zuvor erwähnte falsche Berichterstattung ein.
Keine neuen Informationen
Die Fifa halte weiterhin am angestrebten Konsultationsprozess fest, heisst es. Der Weltverband nehme die Rückmeldungen der Kontinentalverbände zur Kenntnis und möchte diese adressieren. Neue Informationen liefert die Fifa in ihrer Mitteilung aber nicht.
Vielmehr werden die bereits öffentlich bekannten Details zur Gründung des Tochterunternehmens FFE wiederholt. Abweichungen von der bisherigen Berichterstattung sind keine zu finden. Auch Fifa-Boss Gianni Infantino (56) meldet sich am Donnerstagabend in einer Videobotschaft auf Instagram zu Wort, liefert aber ebenfalls nicht mehr Details zu seinem Vorhaben. Ob das Wiederholen der bereits bekannten Standpunkte die Kontinentalverbände umstimmt, bleibt offen.
Infantino-Berater schmeisst hin
Dass aber auch innerhalb der Fifa nicht nur Einigkeit herrscht, zeigt ein neuer Bericht des TV-Senders «Sky Sport». Demzufolge soll der leitende Berater von Infantino, Carlos Cordeiro (70), den Bettel hingeschmissen haben. Cordeiro stellt sich entschieden hinter den Widerstand gegen diese Fifa-Idee.
«Ich kann nicht hinter den Plänen, Anteile der WM zu verkaufen, stehen. Fussball war schon immer ein zentraler Bestandteil meines Lebens, und nach mehr als 35 Jahren im Bankwesen verstehe ich sowohl den Wert dieses Vermögenswerts als auch die Konsequenzen, einen Teil davon aufzugeben. Deshalb sollte dieser Vorschlag abgelehnt werden», wird Cordeiro zitiert. Er erklärt zudem, dass er selbst nicht in die Pläne involviert gewesen sei. Cordeiro hält sie für «ein schlechtes Geschäft für die Fifa-Mitgliedsverbände, ein schlechtes Geschäft für den Fussball und ein schlechtes Geschäft für die langfristige Zukunft dieses Sports.»