Darum gehts
- Gianni Infantino droht Abwahl beim Fifa-Kongress 2027 in Rabat
- Uefa kritisiert Fifa-Führung und erwägt eigenen Kandidaten aufzustellen
- Fifa könnte mit 15 Milliarden Dollar Gewinn aus aktuellem Zyklus abschliessen
Wie nachhaltig die Abfuhr der Teilverkaufspläne Gianni Infantino (56) geschadet hat, wird sich spätestens im nächsten Frühjahr am Fifa-Kongress in Rabat zeigen, wenn der Walliser zu seiner dritten und letzten Wiederwahl antreten wird. Was bis vor wenigen Wochen noch undenkbar schien, ist inzwischen ein realistisches Szenario: dass Infantino nach elf Jahren an der Spitze des Weltverbandes abgewählt wird. Der Fifa-Präsident taumelt. Aber wird er auch fallen?
Vor allem die Uefa hat Oberwasser. Ihre WM-Boykott-Drohung zeigte Wirkung, nur gut 24 Stunden später waren die Pläne Infantinos Geschichte, worauf der europäische Fussballverband gleich nachlegte und schrieb, dass die derzeitige Fifa-Führung nicht nur das Vertrauen der Uefa, sondern auch das vieler anderer Mitglieder der Fussballfamilie verloren habe.
Doch welcher Uefa-Kandidat könnte Infantino herausfordern? Noch hat sich niemand aus der Deckung gewagt, denn die Lancierung eines Kandidaten braucht politisches Geschick. Wann ist das perfekte Timing für eine Kandidatur? Wer stellt sich zur Verfügung? Und welcher Kandidat geniesst den Support der anderen Konföderationen und hat reelle Wahlchancen?
Ceferin? Al-Khelaifi? Wenger?
Die in den Medien kursierenden Namen wie Uefa-Präsident Aleksander Ceferin (58) und PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi (52) sollen dem Vernehmen nach nur sehr bedingt Interesse am Amt zeigen. Bei Ex-Arsenal Coach Arsène Wenger (76) ist wohl eher der Wunsch der Fussballromantiker Vater des Gedankens.
Der kanadische Concacaf-Präsident Victor Montagliani (60) wird schon länger als Anwärter gehandelt und dürfte Ambitionen haben. Auch Salman bin Ibrahim Al Chalifa (60) aus Bahrain ist ein Kandidat, auch wenn der asiatische Verband nicht geschlossen hinter seinem Präsidenten stehen würde. Der katarische Verband hat wenig überraschend Infantino die Unterstützung bereits zugesichert.
Der Fifa-Präsident hat mit dem Feuer gespielt, der Schuss ging nach hinten los. Trotz aller Kritik an Infantino: Finanziell hat er die Fifa in neue Sphären geführt. Allein für diesen Zyklus wird dank der Aufstockung der Männer-WM auf 48 Teams mit bis zu 15 Milliarden Dollar Gewinn gerechnet, wovon jeder der 211 Mitgliedsverbände profitiert. Und mit der Andeutung, dass bereits 2030 das Teilnehmerfeld noch einmal um 16 Teams auf 64 erhöht werden könnte, hat Infantino angedeutet, dass er im Poker um die Präsidentschaft noch ein gewichtiges Ass im Ärmel hat.
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