Darum gehts
- Die Nati bereitet sich auf den Viertelfinal gegen Schweden vor
- Leonardo Genoni glänzt mit 97,01 Prozent Abwehrquote bei der WM
- Schweiz mit 39 Toren in der Vorrunde auf Platz 1 der Rangliste
Arbeit für Genoni
Am Mittwochmittag sind es nur sieben Spieler, die unter den Augen von Assistenzcoach Marcel Jenni und Goalie-Trainer Thomas Bäumle am freiwilligen Training teilnehmen: Leonardo Genoni, Sandro Aeschlimann, Lukas Frick, Théo Rochette, Nicolas Baechler, Christian Marti und der angeschlagene Pius Suter. Hauptsächlich geht es darum, Genoni, der am Dienstag gegen Finnland (4:2) Ersatz war und am Donnerstag im Viertelfinal gegen Schweden (20.20 Uhr) im Tor stehen wird, mit Schüssen zu versorgen.
Rückkehr von Suter?
Seit seiner im dritten WM-Match gegen Deutschland (6:1) zugezogenen Verletzung fehlt NHL-Stürmer Pius Suter der Nati. Gibt es überhaupt noch Hoffnung auf eine Rückkehr? «Ja, die gibt es. Ich hoffe, dass es am Donnerstagvormittag grünes Licht gibt, dass er spielen kann», sagt Nati-Trainer Jan Cadieux, der den für einmal an einer Hand abzuzählenden Medienvertretern am Mittwochmittag zur Verfügung steht.
Andrighetto und Genoni an der Spitze
Mit sieben Dreiern aus sieben Spielen ist die Nati nicht nur das erfolgreichste Team in der Tabelle, sondern hat in der Vorrunde auch den Statistiken den Stempel aufgedrückt. Die Schweiz hat am meisten Tore erzielt (39, so viele wie noch nie an einer WM), am wenigsten erhalten (7) und verfügt über die beste Skoringeffizienz, das beste Boxplay sowie das zweitbeste Powerplay. Mit Sven Andrighetto stellt sie auch den Topskorer (13 Punkte) und zusammen mit Kanadas NHL-Superstar Sidney Crosby den besten Assistgeber (9 Zuspiele), mit Nico Hischier den zweitbesten Torschützen (5 Treffer). Roman Josi hat die zweitbeste Plus-Minus-Bilanz im Turnier (+13) und Leonardo Genoni ist mit einer Abwehrquote von 97,01 Prozent der statistisch beste Goalie.
Berra vor Nati-Rücktritt?
Eigentlich wollte er sich ein paar freie Tage nehmen nach dem Titelgewinn mit Fribourg. Doch Reto Berra verrät, dass der Anruf von Nati-Trainer Jan Cadieux dazwischen kam und ihn in die letzte Vorbereitungswoche nach Schweden einlud. Danach legte den Torhüter eine Lungenentzündung flach, er rückte verspätet in Zürich zur Heim-WM ein. Wo der 39-Jährige dann seine letzten Auftritte im Nati-Dress hat? Wie er in einem Interview mit «La Liberté» sagt: «Ich bin mir noch nicht ganz sicher, aber wahrscheinlich werde ich aufhören.» Berra wechselt von Gottéron zu Kloten. «Dort werde ich grosse Verantwortung tragen.»
So regeneriert Josi
Ein Zwischenspieltag wie an diesem Mittwoch ist für die Nati-Spieler jeweils ein Regenerationstag. Wie sieht ein solcher bei Captain Roman Josi aus? «Ich schaue da jeweils, dass ich das System trotzdem am Laufen halte und etwas ins Schwitzen komme, etwa indem ich so 20 Minuten aufs Velo gehe. Nur herumliegen, wäre nichts für mich», verrät er. Daneben hat der NHL-Star aber auch ausgeschlafen und verbringt den Nachmittag mit seiner am Sonntag aus den USA eingetroffenen Familie: «Etwas abschalten und an etwas anderes als Hockey denken, ist auch wichtig.»
Noch kein klares Schweden-Bild
In der K.o.-Phase kommt es nun zu den Duellen der besten vier Teams der Zürcher Gruppe A gegen die Freiburger Gruppe B. Doch wie viel bekommt man als Nati-Spieler während einer WM von der anderen Gruppe überhaupt mit? Nati-Verteidiger Tim Berni dazu: «Ganze Spiele zu verfolgen, ist schwierig, aber man schaut schon immer wieder mal rein. Wenn wir Training haben, läuft auch in der Garderobe der Fernseher.» Berni hält aber auch fest: «Ein klares Bild vom Gegner kann man sich so während dem Turnier nicht machen. Das kommt jetzt mit dem Videostudium und dann sind wir für das Viertelfinalspiel gegen Schweden optimal vorbereitet.»
Heim-WM ist Hitze-WM
Seit dem vergangenen Wochenende ist die Heim-WM zu einer Hitze-WM geworden. War es in den ersten WM-Tagen noch empfindlich kühl, hat seither der Hochsommer Einzug gehalten. Temperaturen um 30 Grad werden für die Heim-WM bis zum Schluss ein treuer Begleiter sein, wobei sich für das Finalweekend zumindest auch der eine oder andere erfrischende Regenguss ankündigt.
Lieber Sommerhitze als Winterdunkelheit
Doch wie ist es eigentlich für die Nati-Stars, bei 30 Grad draussen drinnen Eishockey zu spielen? «Wenn du in die Halle kommst, ist der Fokus auf das Eishockey gerichtet, da ist es egal, ob es plus 30 oder minus 30 Grad ist, ob die Sonne scheint oder ob es schneit», sagt Sven Andrighetto. Gleich sieht dies sein kongenialer Sturmpartner Denis Malgin, der aus seiner NHL-Zeit in Florida heisse Begebenheiten ausserhalb der Eishalle bestens kennt: «Wir sind da, um unseren Job zu machen.» Er sagt aber auch: «Als Spieler schwitzt man schon mehr, es ist auch heisser in der Arena.» Andrighetto findet derweil: «Klar ist es fast zu warm. Aber es ist auch schön, wenn man die Sonne sieht, im Vergleich dazu, wenn es im Winter jeweils so dunkel ist.»
Biasca: 1. Tor nach Niederlagen-Tag
Am Montag hatte Attilio Biasca sowohl beim Gesellschaftsspiel Brändi Dog, mit dem sich die Nati-Spieler häufig die Zeit vertreiben, als auch im RSI-Quizduell gegen Lugano-Captain Calvin Thürkauf verloren. Der Sohn des Tessiner Ambri-Arztes versteht zwar Italienisch, sagte aber: «Ich denke, Calvin spricht inzwischen besser als ich.» Der mit 23 Jahren Jüngste im Team klagte zudem darüber, dass ihm noch kein Tor gelungen war, er aber schon beide Pfosten getroffen habe. «Es wäre Zeit, dass er reingeht. Aber ich mache mir keine Sorgen und vertraue mir. Ich weiss, dass der eine oder andere Puck reingeht, wenn ich so weitermache.» Bei nächster Gelegenheit ist es dann so weit: Nach 40 Sekunden gelingt dem Fribourger Meisterstürmer gegen Finnland sein erstes WM-Tor. Das Strahlen des im Engadin geborenen und aufgewachsenen Youngsters ist danach ansteckend. Damit haben 13 von 14 Stürmern im Team getroffen. Einzige Ausnahme: ZSC-Stürmer Nicolas Baechler, dem gegen Ungarn ein Tor aberkannt wurde, weil Christoph Bertschy den Goalie behinderte.
Nati wäre im Halbfinal topgesetzt
Mit dem Ende der Gruppenspiele steht auch die Setzliste für die Halbfinals fest. Denn dort spielt der Bestklassierte gegen das Team, das die schlechteste Platzierung hatte. Dank dem Sieg gegen Finnland und der maximalen Punktzahl ist die Nati dabei die Nummer 1 und kann im Halbfinal nicht auf Kanada oder Finnland treffen. Stattdessen wäre nach einem Sieg gegen Schweden Norwegen, Tschechien, Lettland oder die USA am Samstagnachmittag der Halbfinal-Gegner der Schweiz.
- Schweiz
- Kanada
- Finnland
- Norwegen
- Tschechien
- Lettland
- Schweden
- USA
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schweiz | 7 | 32 | 21 | |
2 | Finnland | 7 | 20 | 18 | |
3 | Lettland | 7 | 7 | 12 | |
4 | USA | 7 | 4 | 11 | |
5 | Deutschland | 7 | 1 | 10 | |
6 | Österreich | 7 | -12 | 9 | |
7 | Ungarn | 7 | -24 | 3 | |
8 | Großbritannien | 7 | -28 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Kanada | 7 | 20 | 20 | |
2 | Norwegen | 7 | 11 | 15 | |
3 | Tschechische Republik | 7 | 2 | 13 | |
4 | Schweden | 7 | 11 | 12 | |
5 | Slowakei | 7 | 2 | 11 | |
6 | Dänemark | 7 | -11 | 6 | |
7 | Slowenien | 7 | -12 | 6 | |
8 | Italien | 7 | -23 | 1 |

