Viel Gegenwind für Hallam
Schweden-Trainer wird heftig kritisiert

An Olympia enttäuschten die hochkarätig besetzten «Tre Kronor» dermassen, dass die Absetzung von Sam Hallam noch vor dieser WM gefordert wurde. Nun hat es der Schweden- und künftige Genf-Trainer gerade noch in den Viertelfinal geschafft. Dort wartet ein Prüfstein.
Kommentieren
1/6
Sam Hallam hat bei seinem Abschiedsauftritt als Schwedens Headcoach gerade noch den WM-Viertelfinal erreicht.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
Die Zusammenfassung von Blick+-Artikeln ist unseren Nutzern mit Abo vorbehalten. Melde dich bitte an, falls du ein Abo hast.
RMS_Portrait_AUTOR_413.JPG
Nicole VandenbrouckReporterin Eishockey

Sam Hallam hat sich als Trainer ohne grossartige Spielerkarriere Ansehen und Respekt erarbeitet mit drei SHL-Meistertiteln. Der Schwede führte in der Heimat Växjö 2015, 2018 und 2021 zum Liga-Triumph, wurde 2022 Headcoach der «Tre Kronor». Doch sein exzellenter Ruf hat zuletzt arg gelitten. Die beiden WM-Bronzemedaillen von 2024 und 2025 wirkten nach den Goldjahren (2013, 2017, 2018) blass. Heftige Kritik am 46-Jährigen ist dann nach dem Olympia-Debakel von Mailand laut geworden.

Mit einer Star-Truppe von ausschliesslich NHL-Spielern angetreten, segelten die blassen Schweden im Viertelfinal mit einem 1:2 gegen die USA aus dem Turnier. Hallam ist vorgeworfen worden, beispielsweise Filip Forsberg (Nashville) – einer der besten schwedischen Punktesammler in der NHL – nur als 13. Stürmer eingesetzt zu haben. Medial setzte es eine Ohrfeige nach der andern ab, von fehlendem Zusammenhalt wurde geschrieben und dass es Hallam nicht gelungen sei, aus den namhaften Spielern eine Einheit zu formen.

Auch von der Unzufriedenheit der Stars ist die Rede gewesen, was zu Spekulationen führte, ob so die Absetzung Hallams noch vor der WM in der Schweiz orchestriert werde. Es wäre ein vorzeitiger Abgang gewesen, denn zu jenem Zeitpunkt stand bereits fest, dass der Schwede nächste Saison bei Servette als Trainer anheuert.

Stellungnahme zwei Tage nach Olympia-Aus

Der Gegenwind ist so stark und beständig gewesen, dass sich der schwedische Verband zwei Tage nach dem Olympia-Aus zu einer Stellungnahme genötigt fühlte. Präsident Anders Larsson (49) räumte zwar eine gewisse Enttäuschung über die Ergebnisse ein und dass die Erwartungen an diese Mannschaft höher gewesen seien. Doch Larsson, der den Frust über die ausbleibenden Erfolge der «Tre Kronor» versteht, hat an Hallam festgehalten: «Wir haben einen Vertrag bis zum Saisonende und halten uns daran», sagte er zum «Aftonbladet».

Und Hallam selbst? Er ist nur einen Tag nach Larssons Rückendeckung im Olympia-Studio des schwedischen Senders SVT aufgetreten – niedergeschlagen. Er habe noch nie eine so grosse Traurigkeit empfunden und sei froh gewesen, Kollegen an der Seite zu haben, die ihn bei der Verarbeitung unterstützten. Die scharfe Kritik an seiner Person habe er zunächst ausblenden können, «als ich sie danach an mich rangelassen habe, hat mich alles eingeholt und war ein heftiger Schlag».

Vor dieser WM scheint die «Kronor» wieder gerichtet – mit einer Konsequenz: Hallam verjüngt sein Team für Fribourg/Zürich. Nur gerade zwei Spieler (Ekman-Larsson, Raymond) aus der Olympia-Star-Truppe sind dabei, dafür junge Supertalente wie Ivar Stenberg (18), Viggo Björck (18) oder Anton Frondell (19). Nur: Mit der Einheit will es irgendwie doch nicht so recht klappen, wird bereits wieder moniert. In Schweden sieht man die einzige Hoffnung fürs Überstehen des Viertelfinals gegen die Schweiz in der Aussenseiterrolle. Verkehrte Welt.

Eishockey-WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
7
32
21
2
Finnland
Finnland
7
20
18
3
Lettland
Lettland
7
7
12
4
USA
USA
7
4
11
5
Deutschland
Deutschland
7
1
10
6
Österreich
Österreich
7
-12
9
7
Ungarn
Ungarn
7
-24
3
8
Großbritannien
Großbritannien
7
-28
0
Playoffs
Abstieg
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kanada
Kanada
7
20
20
2
Norwegen
Norwegen
7
11
15
3
Tschechische Republik
Tschechische Republik
7
2
13
4
Schweden
Schweden
7
11
12
5
Slowakei
Slowakei
7
2
11
6
Dänemark
Dänemark
7
-11
6
7
Slowenien
Slowenien
7
-12
6
8
Italien
Italien
7
-23
1
Playoffs
Abstieg
Was sagst du dazu?
Liebe Leserin, Lieber Leser
Der Kommentarbereich von Blick+-Artikeln ist unseren Nutzern mit Abo vorbehalten. Melde dich bitte an, falls du ein Abo hast. Noch kein Blick+-Abo? Finde unsere Angebote hier:
Hast du bereits ein Abo?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen