«Sitzen alle im gleichen Boot»
Von Gunten und die Baustelle SIHF – was die grösste Aufgabe ist

Seine Wahl zum neuen Sportdirektor des Hockey-Verbandes erfreute nicht alle. Doch davon lässt sich Patrick von Gunten (41) nicht beirren. Der Ex-Verteidiger packt Problem um Problem an.
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Patrick von Gunten (l.), Sportdirektor von Swiss Ice Hockey, sowie Nati-Trainer Jan Cadieux gaben Einblicke in anstehende Aufgaben.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Patrick von Gunten ist neuer Sportdirektor der Swiss Ice Hockey Federation
  • Er priorisiert bessere Kommunikation mit National-League-Klubs
  • A-Nati und Zusammenarbeit mit der NL sind seine grössten Dossiers
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Nicole VandenbrouckReporterin Eishockey

Fischer-Affäre, Präsidenten-Verschleiss, Personalprobleme, NL-Zwist, Trainer-Vakanz: Nach Chaos-Monaten bei der Swiss Ice Hockey Federation (SIHF) trat Patrick von Gunten im Juni sein neues Amt an. Er übernahm als Sportdirektor die Nachfolge von Lars Weibel (52). Seine Wahl erfreute nicht alle. Die National League hätte lieber ihren Kandidaten Paolo Duca (Ex-Ambri-Sportchef, jetzt EVZ-CEO) auf dem Posten gesehen. Doch der von der SIHF bevorzugte Anwärter von Gunten gewann die Wahl im VR mit 5:2 Stimmen.

Beunruhigende Vorzeichen für einen Stellenantritt? «Nein, das sehe ich nicht so», sagt von Gunten, «auch wenn man nicht immer einer Meinung ist, ist eine gute Zusammenarbeit möglich.» Er betont, dass deswegen kein böses Blut zwischen Duca und ihm herrsche. «Ich weiss nicht, was hinter den Kulissen abgelaufen ist. Aber ich bekam nach der Wahl viele positive Nachrichten. Ich bin mir bewusst, dass ich nicht alles von Anfang an gleichzeitig lösen kann.»

Besuche bei den NL-Klubs

Der 41-Jährige liess sich von den zahlreichen Baustellen beim Verband nicht beirren. Doch bei welchem Problem beginnen? «Die Prioritäten ergaben sich anhand der Turniere.» Die Frauen-WM in Dänemark steht im November an, und die Nati war seit mehreren Monaten ohne Headcoach. Fünf Wochen nach von Guntens Start präsentierte er zusammen mit Melanie Häfliger, der neuen Head of Women’s Hockey, Shannon Miller (62, Ka) als neue Trainerin.

Als kurzfristiges Ziel setzte sich der einstige Kloten-Verteidiger und WM-Silberheld (2013) eine verbesserte Kommunikation. «Vor allem im Austausch mit den Sportchefs und Nachwuchsverantwortlichen der Klubs, insbesondere bei Themen, die uns gemeinsam betreffen.» Rasch begann der Bieler mit Besuchen bei den NL-Klubs, meist mit Nati-Trainer Jan Cadieux (46) und weiteren Mitgliedern des Coaching-Staffs. Mit dem Ziel, die Nati-Termine sowie die infrage kommenden Spieler zu besprechen. «Wir erklären, wie wir das Team sehen. Wir werfen einen Blick auf die Kandidaten und holen uns ein Feedback zu den Spielern.»

Heute öfter im Stadion als zu Spielerzeiten

Keine Frage: Die A-Nati sowie die Zusammenarbeit mit den Klubs der National League sind seine grössten Dossiers. Seit der Abspaltung der NL vom Verband 2021 sind Querelen und Misstrauen an der Tagesordnung. Der neue Sportdirektor weiss um die Wichtigkeit, diese Wogen zu glätten. «Wir sitzen alle im gleichen Boot und müssen am gleichen Strang ziehen – im Sinne der Weiterentwicklung unseres Hockeys.»

Die emotionalste Seite davon sah von Gunten bei der Heim-WM im Mai, bei der er sowohl für den Standort Zürich als auch für den Sport verantwortlich war. Der 2018 zurückgetretene Ex-Profi verfügt über einen Masterabschluss in Sportmanagement sowie einen Bachelor in Finanzen. Eishockey ist ein beständiger Teil seines Lebens, seit er als Sechsjähriger damit begann. Seine beiden Söhne Finn (12) und Mika (9) spielen beim EHC Kloten. «Ich bin fast öfter in der Eishalle als zu meiner Aktivzeit», sagt er. Nun hat er Hockey erneut zum Beruf gemacht. «Man investiert persönlich viel, mit allen Facetten, die dazugehören.» Erstmals an Turnieren dabei sein wird von Gunten mit der A-Nati Anfang November in Helsinki (Fi), von wo er direkt weiter zur Frauen-WM nach Herning (Dä) reist.

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