Darum gehts
- Urs Kessler tritt als Präsident des Schweizer Eishockeyverbandes zurück
- System wurde dem Visionär zum Verhängnis, Probleme mit Liga unkittbar
- Kessler war erst seit September im Amt, kürzeste Amtszeit in der Geschichte
Am Montagmorgen um 9.03 Uhr flatterte die Medienmitteilung des Schweizer Eishockeyverbands (SIHF) landesweit in die (virtuellen) Briefkästen: Präsident Urs Kessler (64) tritt mit sofortiger Wirkung zurück. Auch der SIHF-Verwaltungsrat – immerhin das oberste strategische Aufsichtsorgan – wusste am Montag bis zu diesem Zeitpunkt nichts von den Absichten des Präsidenten. Die Message hinter dem Zeitpunkt? Kessler hatte sich längst entschieden, seinen Posten nach der WM zu räumen. Warum?
Bürokraten-Mentalität statt Handlungsbereitschaft
Der Visionär hat gespürt, dass sich seine Macht als Präsident auf Repräsentationsaufgaben beschränkt. Der Mann, der seine Aufgabe im September 2025 mit der Motivation angetreten hatte, Verband und Liga an einen Tisch zu bringen, konnte nichts ausrichten.
Bei den Jungfraubahnen war der Berner Oberländer aus Gsteigwiler im Verlauf von 38 Jahren vom Leiter der Verkaufsförderung zum Geschäftsführer und Visionär aufgestiegen – mit grösstmöglichem Erfolg. Entscheide konnte er da per Dekret fällen. In der SIHF-Zentrale in Glattbrugg hingegen musste er sich mit Berufsfunktionären, Gremien, Komitees und einer Bürokraten-Mentalität herumschlagen.
Geschäftsführer gegen Präsident
Laut Insidern hat man sich in Glattbrugg öfters diskreditierend über Kessler geäussert, der Umgangston soll rau, die Bereitschaft, dem Präsidenten unter die Arme zu greifen, gering gewesen sein. In der Fischer-Affäre stellte sich Kessler trotzdem den Medien – obwohl das eigentlich die Aufgabe des Geschäftsführers Martin Baumann (57) gewesen wäre.
Baumann hatte dem Präsidenten schon bei der Verpflichtung des Weibel-Nachfolgers Knüppel zwischen die Beine geworfen: Statt den besten Kandidaten zu portieren (Ex-Ambri-Sportchef Paolo Duca), unterstützte Baumann den unerfahrenen ehemaligen Nati-Verteidiger Patrick von Gunten. Entgegen den Interessen der National League, die geschlossen hinter Duca stand. Eine weitere verpasste Chance, die Risse zwischen Liga und Verband zu kitten.
Kürzeste Amtszeit – wer will jetzt diesen Job?
Mit einer Laufzeit von knapp neun Monaten geht Kessler nach der kürzesten Amtszeit aller bisherigen SIHF-Präsidenten. Gescheitert ist er vor allem am System – der Verband ist mit seinen Strukturen seit der Abspaltung der National League nicht mehr in der Lage, die Geschäfte in den Griff zu bekommen. Am besten lässt sich das am Beispiel der maroden Swiss League ablesen: Es geschieht nichts, ausser etwas Blabla hatte der Verband nichts zu bieten, Reformvorschläge, die auch den Amateurbereich betreffen, werden intern sofort abgewürgt. Am selben Strick zogen Liga und Verband zuletzt nur einmal: als es im letzten Jahr um die Absetzung von Kesslers Vorgänger Stefan Schärer ging. Da einigte man sich kurzfristig auf einen Waffenstillstand.
Wer die undankbare Aufgabe jetzt übernehmen soll? Steht in den Sternen. Die National League wird sich hüten, weitere Kandidaten zu nominieren. Der Riss zwischen Liga und Verband vertieft sich weiter, nach der Duca-Affäre schnürte die Liga ein (vorerst) virtuelles Massnahmenpaket, das nichts anderes ist als eine Kampfansage: Die Zuwendungen für den Verband sollen von rund fünf Millionen Franken auf die Hälfte reduziert werden.
Was bringt die Fischer-Untersuchung zutage?
Die Hoffnung, dass sich die Parteien jetzt endlich an einen Tisch setzen, um den Streit im Sinn des Gesamtprodukts zu begraben, sind nichts weiter als ein Luftschloss. Solange die Funktionäre in Glattbrugg nicht begreifen, dass sie am kürzeren Hebel sitzen, wird sich gar nichts ändern. Der abtretende Sportdirektor Lars Weibel (51) hatte kurz nach der – trotz verpasstem Gold – sehr erfolgreichen Heimweltmeisterschaft behauptet, die guten Resultate seien ein Ergebnis der Verbandsstrategie. Das ist nicht ganz richtig. Der Enthusiasmus und die Ausstrahlung von Patrick Fischer haben das Nationalmannschafts-Programm auf Vordermann gebracht, die Verbandsfunktionäre haben dazu wenig beigetragen.
Jetzt wartet man mit Spannung auf das Resultat der externen Untersuchung der Fischer-Affäre. Wer wusste da zu welchem Zeitpunkt was? Die Anwaltskanzlei Niederer Kraft Frey wird ihre Ergebnisse wohl in Kürze präsentieren.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schweiz | 7 | 32 | 21 | |
2 | Finnland | 7 | 20 | 18 | |
3 | Lettland | 7 | 7 | 12 | |
4 | USA | 7 | 4 | 11 | |
5 | Deutschland | 7 | 1 | 10 | |
6 | Österreich | 7 | -12 | 9 | |
7 | Ungarn | 7 | -24 | 3 | |
8 | Großbritannien | 7 | -28 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Kanada | 7 | 20 | 20 | |
2 | Norwegen | 7 | 11 | 15 | |
3 | Tschechische Republik | 7 | 2 | 13 | |
4 | Schweden | 7 | 11 | 12 | |
5 | Slowakei | 7 | 2 | 11 | |
6 | Dänemark | 7 | -11 | 6 | |
7 | Slowenien | 7 | -12 | 6 | |
8 | Italien | 7 | -23 | 1 |