ZSC Lions
Letzte Saison konnte man den Lions nach zwei Meistertiteln und einem Champions-League-Sieg noch eine Verschnaufpause zugestehen. Doch jetzt ist wieder fertig mit lustig. Das zeigt auch der Umstand, dass Double-Trainer Bayer gehen musste. Die Zürcher haben mit Claude Julien, der 2011 Boston zum Stanley-Cup-Sieg führte, wieder einen Mann an der Bande, vor dem die Stars kuschen sollen. Mit Ex-NHL-Coaches hatten die Lions Erfolg: Hartley wurde 2012 und Crawford 2014 und 2024 Meister. Zudem wurde das Team mit den Nati-Stars Knak und Berni aufgepeppt. Es gibt keine Ausreden.
Servette
Mit Granlund, Manninen, Puljujärvi, Vesey, Saarijärvi und Rutta haben die Genfer die beste Ausländer-Combo der Liga. Und die Viertelfinal-Serie gegen Erzrivale Lausanne war etwas vom Intensivsten und Packendsten, was man auf Schweizer Eis je gesehen hat. Jetzt übernimmt mit Sam Hallam ein Trainer, der zwar zuletzt mit der schwedischen Nati viel Kritik und nur zwei Bronze-Medaillen erntete, davor aber Växjö zu drei Meistertiteln geführt hatte.
Davos
In der letzten Quali legte das Holden-Team einen Rekord-Start hin und dominierte die Liga und scheiterte erst in der Overtime des siebten Finalspiels an Gottéron. Die Jagd auf den 32. Meistertitel wird mit veränderter Formation fortgesetzt. In der Abwehr bringen Allard und Dominik Egli mehr Offensivdrang als Dahlbeck und Fora. Im Sturm ersetzt der neue Captain Jäger Nati-Kollege Knak. Doch für Leitwolf und Tormaschine Stransky wurde noch kein Ersatz verpflichtet.
Fribourg
Der fordernde Meistermacher Rönnberg sollte ein Garant dafür sein, dass der Meisterblues bei Gottéron nicht um sich greifen kann. Der Wechsel von Biasca zu Boston ist zwar schmerzhaft, zeigt den jungen Spielern aber auch, was möglich ist, wenn man das Gaspedal durchdrückt. Mit dem Rücktritt von Sprunger und den Abgängen von Berra und Wallmark sinkt der Altersdurchschnitt des Teams von 28,13 auf 25,79.
Lugano
In der letzten Saison machten die Tessiner unter Trainer Mitell einen grossen Schritt nach vorne. Man behielt beim verhaltenen Start die Ruhe und verbesserte sich vom 13. in der Vorsaison auf den 5. Rang. Dank vier neuen Ausländern (Thomson, Innala, Lycksell und Joker Shore) muss die direkte Playoff-Qualifikation erneut möglich sein.
Lausanne
Die Waadtländer haben Rückschläge verkraften müssen, seit sie 2024 und 2025 im Playoff-Final standen: das Aus im epischen Derby-Fight gegen Servette im Viertelfinal und die Abgänge der Nati-Stürmer Jäger und Rochette auf diese Saison hin.
Zug
Dass im Klub mit seinem umstrittenen Leistungszentrum OYM der Wurm drin ist, haben die letzten Saisons gezeigt, als man in den Viertelfinals chancenlos war. Der EVZ hat den Schwung der Meisterjahre verloren. Ob da die Blutauffrischung mit den herzhaften Stürmern Rohrer, Chris Egli und Gredig und Trainer Marjamäki reicht, um wieder in die Spur zu finden?
Bern
Der SCB hat nach der letzten Saison massive Korrekturen vorgenommen: Mit Serge Aubin hat man einen Trainer von hervorragendem Ruf (5 Titel mit Berlin) geholt, mit Hughes endlich eine Schweizer Nummer 1 im Tor, mit Dionicio einen hoch talentierten Spektakelmacher in der Abwehr und mit Milano eine Attraktion im Sturm. Das verspricht in der Saison 1 nach Lüthi zumindest bessere und weitaus ansehnlichere Auftritte.
SCL Tigers
Am Schluss landete Langnau zuletzt nur auf Platz 11 und verpasste die Play-Ins. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass im Emmental mit der Achse Paterlini, Müller und Jakob ausgezeichnet und kontinuierlich gearbeitet wird. Das zahlt sich aus. So wird man auch den Abgang von Rohrbach zum SCB auffangen können, zumal man mit Jonathan Dahlén und Emil Petterson ein hochklassiges Schweden-Duo von Timra verpflichten konnte und mit sieben Ausländern in die Saison steigt.
Kloten
Im zweiten Jahr unter Marjamäki, der nach Niederlagen zuweilen ungeniessbar war, lief es nicht mehr rund. Als der Finne zu Zug absprang, dürfte man in Kloten deshalb insgeheim gar nicht so unglücklich gewesen sein. So konnte Sportchef Schödler mit Liniger jenen Trainer holen, den er schon vor zwei Jahren wollte. Weit bevor er Fribourg zum Titel hexte, hatte man den charismatischen Altmeister Berra als Goalie verpflichtet.
Biel
Ein gutes Signal ist es nicht, wenn gute Spieler wie Dionicio (zum SCB) und Kneubühler (zu Servette) trotz laufendem Vertrag abgegeben werden, wenn sie ihre mittelfristige Zukunft nicht in Biel sehen. Nach drei enttäuschenden Saisons (10./11./9.) ruhen die Hoffnungen auf die Wende auf den neuen Ausländern. Jeff Skinner war in der NHL ein Star. Verteidiger Victor Söderström wurde in der ersten Runde gedraftet.
SCRJ Lakers
Wenn man von der Saison 2023/24 absieht, als sich Spannungen um den damaligen Trainer Hedlund akzentuierten, hat Rappi die Erwartungen in den letzten Jahren stets übertroffen. Für einen Klub der Gewichtsklasse der Lakers ist das nur möglich, wenn nahezu alles zusammenpasst und sich atmosphärische Störungen in Grenzen halten. Doch ist das bei 16 auslaufenden Verträgen möglich?
Ajoie
Neben dem Eis ist der Klub seit dem Aufstieg 2021 gewachsen, das Budget wurde auf knapp 16 Mio. verdoppelt. Doch sportlich hinkt man weit hinterher. Jede Saison beendete Ajoie als abgeschlagener Letzter. Sportchef Vauclair schaffte es nie, ein stabiles Team zu bilden. Einerseits, weil gute Schweizer Spieler einen Bogen um die Randregion machen. Andererseits, weil man bei den Ausländern auf Spektakel setzt. Verrückt, jetzt hat man sogar zwei Honkas in der Abwehr.
Ambri
Die Tessiner versuchen es unter finanziellem Druck mit Planwirtschaft. Diese Saison sieht diese eine Stabilisierung vor, danach soll ein zweijähriger Wiederaufbau folgen, ehe man 2030 die Playoffs ins Visier nehmen will. So droht Ambri in dieser Saison ein zweites Ajoie zu werden. Ob die Tessiner Fans (und Trainer Tapola) auch gute Miene zum bösen Spiel machen, darf bezweifelt werden.














