Bei Servette nur noch Assistent
Darum spielt Meistertrainer Bayer gern die zweite Geige

Entlassen in Zürich, Neustart in Genf: Marco Bayer macht als Assistent einen Schritt zurück, um wieder Anlauf zu nehmen. Der ZSC-Meistercoach erklärt seinen überraschenden Wechsel, denkt aber auch an eine Rückkehr als Chef und sieht seinen Ex-Klub als Titelfavorit.
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Andere Rolle, andere Mannschaft: Marco Bayer als Assistenztrainer bei Servette.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ex-ZSC-Coach Marco Bayer arbeitet seit 2025 als Assistenztrainer bei Servette Genf
  • Bayer besitzt Ausstiegsklausel, will langfristig als Headcoach zurückkehren
  • Servette trifft am 19. September in Zürich auf Bayers Ex-Team ZSC Lions
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Marcel AllemannReporter Eishockey

Er wurde beim ZSC 2025 Meistertrainer und gewann die Champions League. Doch letzte Saison lief es weniger geschmeidig: Nach dem Playoff-Halbfinal-Aus im Frühling gegen Davos (1:4) feuerten die Lions Marco Bayer (53). Dass er wenige Wochen später bei Servette als Assistenztrainer unterschrieb, anstatt in der entlassungsfreudigen National League in Ruhe auf die nächste Chance als Headcoach zu warten, kam für viele überraschend.

«Ich wollte im Business bleiben und weiterhin auf diesem Level arbeiten. Ich bin nicht der Typ, der zu Hause rumsitzen mag und sich damit zufriedengibt, dass das Geld noch kommt. Das Angebot von Servette hat für mich gepasst», erläutert Bayer seine Beweggründe.

Hallam wollte Bayer unbedingt

Dass er sich als Assistent zurück auf Feld 1 begibt, betrachtet er für einen Mann mit seinem Leistungsausweis nicht als unwürdig – und begründet dies vor allem auch mit dem neuen Servette-Headcoach Sam Hallam (47): «Ich kann meinen Horizont bei einem der vermutlich besten Trainer Europas nochmals erweitern.» Der frühere schwedische Nationaltrainer und dreifache schwedische Meistertrainer wollte Bayer unbedingt: einen Schweizer, der die Liga kennt und bereits erfolgreich als Headcoach gearbeitet hat. 

«Am Ende entscheidet Sam als Chef, aber wir fordern uns im Trainerstaff täglich heraus und können voneinander profitieren. Es macht enorm Spass, ich fühle mich in Genf sehr wohl», schwärmt Bayer. Er arbeitet auch daran, seine in den letzten Jahren eingerosteten Französischkenntnisse wieder aufzufrischen: «In der Eishalle ist die Hauptsprache zwar Englisch, aber daneben möchte ich mich der hiesigen Kultur und Sprache annehmen. Das gehört für mich dazu.»

Bayer mit Ausstiegsklausel

Trotzdem plant der Zürcher keineswegs, für den Rest seiner Karriere als Assistenztrainer in Genf zu arbeiten. Er besitzt eine Ausstiegsklausel und könnte bei einem Angebot als Headcoach, das ihm zusagt, gehen. Seine Vision ist es, eines Tages einen National-League-Klub mit einem reinen Schweizer Trainerteam zu coachen, denn Bayer findet: «Wir müssen uns nicht verstecken. Ich bin davon überzeugt, dass wir es genauso gut können wie unsere ausländischen Trainerkollegen.»

Vorläufig denkt er jedoch nicht daran, sondern konzentriert sich auf die aktuellen Champions-League-Spiele mit Servette sowie den Meisterschaftsstart nächste Woche: «Wir haben hier in Genf ein sehr ambitioniertes Umfeld.» Der Spielplan will es, dass Bayer bereits am 19. September mit Servette in die Swiss Life Arena nach Zürich zurückkehren wird. «Darauf freue ich mich sehr», hält er fest.

Nicht beleidigt wegen ZSC-Stilwechsel

Von speziellen Rachegelüsten möchte Bayer zwar nichts wissen, «aber natürlich wollen wir dieses Spiel gewinnen. Ich bin jetzt bei Genf angestellt». Die Entlassung beim ZSC war für ihn zwar eine herbe Enttäuschung, es gelang ihm aber, die Wunden rasch heilen zu lassen: «Diesen Entscheid der Geschäftsleitung konnte ich nicht ändern – ich musste ihn akzeptieren. Ich bin ein Mensch, der nicht zurück, sondern nach vorne schaut.»

Nun setzen die Zürcher mit NHL-Schlachtross Claude Julien (66) wieder auf einen Peitschenknaller. «Es ist ein anderer Führungsstil, aber deswegen bin ich nicht beleidigt. Ich habe Zürich trotzdem erhobenen Hauptes verlassen», hält Bayer fest. Für die bevorstehende Saison ist sein Ex-Klub für ihn der Favorit: «Sie haben nochmals zwei Nationalspieler und einen Top-Ausländer dazubekommen, sie sind unglaublich stark aufgestellt.»

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