Letzte Saison spannte der SCB seine Fans auf die Folter. Nicht nur mit schlechten Resultaten, sondern auch mit ängstlichem Hockey. Jetzt wird unter dem Kanadier Serge Aubin (51), der die Eisbären Berlin im Frühling zum fünften Mal zum Meistertitel führte, eine andere Spielweise erwartet.
«Es ist sicher wichtig, dass die Mannschaft mit Energie und mutig spielt und aktiv ist. Da geht es auch um die Art und Weise des Auftretens. Das ist auch der Anspruch. Da haben wir gewisse Ansätze schon gezeigt», sagt Sportdirektor Martin Plüss (49). «Man muss aber auch in Betracht ziehen, dass man letzte Saison, auch mit den zum Teil vielen Verletzungen, im Überlebensmodus war und versuchte, so solide wie möglich zu sein.»
Derzeit sind alle Spieler fit. Auch wenn Tigers-Zuzug Dario Rohrbach vorsichtshalber mit einem roten Kein-Kontakt-Trikot und Benjamin Baumgartner mit einem Gitterhelm trainiert, nachdem er von einem Puck im Gesicht getroffen wurde.
In der Vorbereitung überzeugte der SCB gegen SCL Tigers (1:2) Plüss noch nicht, während ihm dann die Spiele gegen die deutschen Teams Ingolstadt (5:1) und Augsburg (6:1) immer besser gefielen. «Gewisse Dinge, bei denen der neue Coach Anpassungen vorgenommen hat, begannen zu greifen. Die Feinheiten brauchen immer noch Zeit», sagt der Zürcher Unterländer.
Findet man noch einen Verteidiger?
Geht noch was auf dem Transfermarkt? «Wir schauen grundsätzlich immer, ob es Optimierungsmöglichkeiten gibt. Im Sturm haben wir bewusst mit jungen Spielern den Konkurrenzkampf verstärkt. In der Verteidigung haben wir eher weniger Reserven. Und je nachdem lassen wir uns da ein Türchen offen», sagt Plüss, der nach dem Play-In-Out in Rapperswil-Jona von den Fans auf einer Banderole («Als Spieler top, als Sportchef flop») hart kritisiert worden war und sich jetzt nur noch ums NL-Team kümmert, während Ex-COO Pascal Signer (37) neu die Gesamtverantwortung im Sport trägt. «Dadurch habe ich die Möglichkeit bekommen, den Fokus verstärkt auf die NL-Mannschaft legen zu können», so Plüss.
Aubin verfügt von Beginn an über sieben Ausländer. Von einer vorgängig festgelegten Rotation hält er ebenso wenig wie von der Idee eines designierten siebten Ausländers. «Es sind alles wirklich gute Spieler», sagt der Kanadier über die Verteidiger Ian Mitchell (Ka) sowie Anton Lindholm (Sd) und die Stürmer Miro Aaltonen (Fi), Emil Bemström (Sd), Waltteri Merelä (Fi), Rodrigo Abols (Lett) und Sonny Milano (USA). «Wir werden einfach sehen, wie es läuft, und die Entscheidungen von Tag zu Tag treffen.» Man habe die Lage mit dem Import-Septett besprochen.
Einen guten Eindruck vom neuen Coach hat Leitwolf Merelä (28) gewonnen. «Serge ist ein toller Typ, mit dem man gut reden kann. Man spürt aber auch, dass er eine Führungspersönlichkeit ist», sagt der finnische Weltmeister.
