Nach der verpatzten letzten Saison gab es beim SC Bern Umwälzungen. So mussten zwei Spieler, die seit Jahren und bereits zu Zeiten des Erfolgs zum Kern der Mannschaft gehörten, trotz laufenden Verträgen ihren Spind räumen. Captain Ramon Untersander (35, jetzt bei Servette) und Joël Vermin (34, Biel). Und im Tausch für Goalie Connor Hughes wurde mit Romain Loeffel (35) ein weiterer Routinier an Lausanne abgegeben.
So wurde das Team nicht nur verjüngt, sondern auch die Hierarchie durcheinandergewirbelt. Und es stellt sich die Frage: Wer wird nun unter dem neuen Trainer Serge Aubin Captain? In den bisherigen fünf Vorbereitungsspielen, in denen der SCB nur gegen die SCL Tigers (1:2) verlor, aber zuletzt den deutschen Teams Ingolstadt (5:1) und Augsburg (6:1) keine Chance liess, trug kein Spieler bei den Bernern ein C auf der Brust.
Man will die Spieler, die zu den Leadern im Team gehören, in der Vorbereitung beobachten und erst dann entscheiden, wer Captain wird. Dem Vernehmen nach ist noch kein Entscheid gefallen.
Vor zwei Jahren hatte der damalige Trainer Jussi Tapola den mit gesundheitlichen Problemen kämpfenden Simon Moser (37) nach sieben Jahren im Amt als Captain durch Untersander ersetzt. Der Emmentaler musste letzte Saison seine Karriere beenden und ist jetzt Teammanager. Vor Moser hatte der jetzige Sportdirektor Martin Plüss seit 2009, mit einem Jahr Unterbruch, das C getragen.
Muss der neue Captain Deutsch können?
Und wer kommt jetzt infrage? Zu den Leadern gehört Weltmeister Waltteri Merelä (28). Seine Einstellung ist tadellos, er geht stets voran und war seit seiner Ankunft vor zwei Jahren einer der Assistenz-Captains. Sein einziger Nachteil? Er entspricht zwar nicht dem Klischee des finnischen Schweigers und spricht fliessend Englisch, aber nicht Deutsch. In der Kabine ist das kein Problem, doch im Umgang mit Sponsoren, Fans sowie Radio- und TV-Stationen zumindest nicht ideal.
Neben Merelä und Untersander gehörten letzte Saison Tristan Scherwey (35), Marc Marchon (31), der Schwede Anton Lindholm (31) und Moser zum Captains-Team.
Bei Publikumsliebling Scherwey ist noch offen, ob er über diese Saison hinaus bleibt, da sein Vertrag im Frühling ausläuft. Und es wäre sonderbar, wenn man ihn nach all den Jahren mitten in der Verjüngungsphase zum Captain machen würde. Der Fribourger braucht auch kein C auf dem Trikot, um mit Leidenschaft zu spielen.
Sollte man sich für einen jüngeren Captain entscheiden, wären Benjamin Baumgartner (26), Marco Lehmann (27) oder Alain Graf (21) mögliche Kandidaten. Bis spätestens zum Saisonstart am 15. September in Zürich wird man wissen, wie der neue SCB-Captain heisst.

