Die Königstransfers der National-League-Klubs
Von der NHL-Legende bis zum neuen Captain

Sie sind neu, sie schüren Hoffnungen und Vorfreude. Das sind die Top-Verpflichtungen jedes Klubs der National League.
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Darum gehts

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Ajoie: Kristian Tanus (26)

Schon vor zwei Jahren staunte man, als das ewige Schlusslicht der Liga mit Turkulainen und Nättinen zwei Kracher aus Finnland holte. Nun wechselte mit Tanus ein weiterer Topspieler aus dem Land des Weltmeisters in den Jura. Mit vier Meistertiteln, einem Champions-League-Sieg bei Tappara Tampere und einem U20-WM-Titel hat der nur 1,69 m grosse, smarte Skorer ein beeindruckendes Palmarès. Letzte Saison buchte er über einen Punkt pro Spiel und traf 19 Mal. Wie geht er damit um, wenn Niederlagen keine Seltenheit mehr sind?

Ajoie verpflichtete Kristian Tanus vom finnischen Meister Tappara Tampere.
Foto: Martin Meienberger

Ambri: Roby Järventie (24)

Ambri-Coach Tapola gilt als heikel, wenn es um Ausländer geht. Passt sein finnischer Landsmann in sein Schema? Immerhin bringt dieser eine Grösse von 1,90 m, Tempo und einen guten Schuss mit. Der talentierte Flügel, der von Ottawa als Nummer 33 gedraftet worden war, wechselte schon als 19-Jähriger nach Nordamerika, wurde aber durch Knieprobleme gebremst und musste um die Fortsetzung seiner Karriere bangen. Dennoch brachte er es auf mehr NHL-Spiele (10 für Ottawa und Edmonton), als sein Vater Martti (50), der einmal für Montréal auf dem Eis stand.

Der Finne Roby Järventie stiess von den Bakersfield Condors zu Ambri.
Foto: keystone-sda.ch

Bern: Connor Hughes (29)

Seit dem Meistertitel 2019 und dem Abgang von Genoni schwelte in Bern die Goalie-Frage. In den letzten drei Jahren setzte man mit Reideborn auf einen Ausländer, was sich als problematisch entpuppte, weil man so nur fünf ausländische Feldspieler einsetzen konnte. Hat man das Problem nun gelöst? Im Tausch gegen Verteidiger Loeffel eiste man im Sommer Hughes in Lausanne los. Der 1,93 m grosse Schweiz-Kanadier hatte sich vom Nobody über die Ticino Rockets, Langenthal Fribourg und Lausanne zum Final-Keeper mit vier Nati-Einsätzen hochgearbeitet, ehe er eine Chance in der Organisation der Montréal Canadiens erhielt. Nach einem Jahr kehrte er zurück, konnte sich aber nicht gegen Shootingstar Pasche behaupten.

Goalie Connor Hughes kam im Tausch mit Romain Loeffel von Lausanne nach Bern.
Foto: Pius Koller

Biel: Jeff Skinner (34)

Er hat 1115 NHL-Partien bestritten und in diesen für Carolina, Buffalo, Edmonton und San Jose 714 Skorerpunkte (380 Tore) realisiert. Mit der Verpflichtung von Skinner ist Biel-Sportchef Martin Steinegger ein Coup geglückt. Der Kanadier ist ein beweglicher, kreativer, technisch starker Offensivspieler mit ausgeprägtem Torinstinkt. Wie war es möglich, einen solchen Star ins Seeland zu locken? «Jeff hat in der NHL nicht mehr das bekommen, was er sich erhofft hat, und so viele Positionen waren bei anderen Schweizer Klubs nicht mehr offen», sagt Steinegger.

Der neue Biel-Stürmer Jeff Skinner stand 2025 mit den Edmonton Oilers im Stanley-Cup-Final gegen die Florida Panthers.
Foto: keystone-sda.ch

Davos: Ken Jäger (28)

Mit 20 und lediglich fünf Einsätzen beim HCD zog er aus Davos aus, nun kehrt er nach zwei Lehrjahren in Schweden, sechs Saisons bei Lausanne und mit drei WM-Silbermedaillen im Gepäck heim. Zuletzt ist der Zweiwegstürmer zu einem Schlüsselspieler der Nati gereift, dem die Coaches auch in entscheidenden Phasen viel Vertrauen schenken. Dies war für Davos Anlass genug, ihn mit einem Siebenjahresvertrag auszustatten und zum Captain zu machen. Vater Michael (63) spielte in den 80er-Jahren als Verteidiger ebenfalls für den HCD, Bruder Mike (32) ist auch Stürmer und Captain bei Unihockeyklub Alligator Malans.

Ken Jäger kehrte von Lausanne zu Stammklub Davos zurück.
Foto: keystone-sda.ch

Fribourg: Jonas Taibel (22)

Der schweizerisch-österreichische Doppelbürger ist das nächste spannende Projekt von Fribourg-Trainer Rönnberg, um aus einem guten jungen Spieler einen Leistungsträger zu machen. Bei Biasca hat das zuvor vorzüglich geklappt, der hat sich nach dem Meistertitel nicht nur seine erste WM-Teilnahme, sondern auch gleich noch einen NHL-Vertrag erspielt. Auf Taibel, der immerhin schon zwölf Länderspiele bestritten hat, wartet nach den ersten drei NL-Jahren bei seinem Ausbildungsverein SCRJ Lakers der nächste wichtige Karriereschritt.

Jonas Taibel wechselte von den SCRJ Lakers zu Meister Fribourg.
Foto: Pius Koller

Kloten: Reto Berra (39)

Als Bub zeichnete Berra das Logo des EHC Kloten auf sein Schulheft. Er musste aber fast 40 werden, ehe er erstmals für seinen Herzensklub spielt. Denn statt ins benachbarte Kloten ging der Bülacher als Novize zur ZSC-Organisation. Nach einer Odyssee über Davos, Biel, der NHL (Calgary, Colorado, Florida, Anaheim) und Fribourg ist er nun doch noch in Kloten gelandet und stellt dort sogleich die Attraktion dar. Dass ein aktueller Meistergoalie, Playoff-MVP und WM-Teilnehmer (nach der Heim-WM und dem vierten Silber erklärte Berra den Nati-Rücktritt) den Weg in die Flughafenstadt findet, ist man sich nicht mehr gewohnt.

Playoff-MVP Reto Berra wechselte nach dem Meistertitel mit Fribourg zu Herzensklub Kloten.
Foto: Zamir Loshi/freshfocus

Lausanne: Michael Fora (30)

Nachdem die Waadtländer vor einem Jahr mit Glauser und Frick zwei Nati-Verteidiger verloren hatten, sicherten sie sich schon frühzeitig die Dienste von Fora mit einem Vertrag bis 2031. Mit seinen Gardemassen (1,91 m/97 kg) ist der Tessiner eine Verstärkung für die Defensive. Und mit 28 Skorerpunkten war er in seiner letzten HCD-Saison so produktiv wie noch nie. Bitter für Davos und die Nati, dass sich der dreifache Vize-Weltmeister im ersten Playoff-Finalspiel gegen Fribourg am Knie verletzte.

Nach vier Jahren in Davos unterschrieb Nati-Verteidiger Michael Fora bei Lausanne.
Foto: keystone-sda.ch

Lugano: Jere Innala (28)

Der finnische Stürmer war bei Frölunda dermassen populär, dass ihm die Rockband Göteborgs Eskader einen Song mit dem eingängigen Titel «Innala La La La» widmete. Mit 22 Treffern war er der fünftbeste Torschütze der SHL, und zudem erzielte er im Champions-League-Final das Overtime-Tor gegen Lulea. Mit seiner Schnelligkeit ist der Weltmeister von 2022 wie geschaffen fürs Schweizer Eishockey.

Der Finne Jere Innala heuerte nach dem CHL-Triumph mit Frölunda bei Lugano an.
Foto: Pius Koller
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SCL Tigers: Jonathan Dahlén (28)

Seit Jahren kokettierte Dahlén mit einem Wechsel in die Schweiz. Jetzt haben die Tigers zugeschlagen. Mit der Verpflichtung des Schweden ist Sportchef Müller ein Coup gelungen. Der Sohn von Ex-NHL-Star Ulf Dahlén ist ein technisch äusserst beschlagener Stürmer, der auch weiss, wo das Tor steht. Letzte Saison war er mit 30 Treffern zusammen mit Lindberg (ex Zug und SCB) Torschützenkönig der SHL. Und mit Emil Pettersson haben die Tigers gleich auch noch den zweitbesten Skorer von Timra verpflichtet.

Der neue Tigers-Stürmer Jonathan Dahlén (links) spielte einst mit Timo Meier bei den San Jose Sharks.
Foto: AFP

SCRJ Lakers: Fabrice Herzog (31)

Nach fünf Jahren musste der Flügel beim EVZ die Koffer packen, seine Skorerwerte und sein Einfluss aufs Spiel waren in den letzten zwei Jahren eingebrochen. Herzog machten die Nachwehen einer Rückenverletzung zu schaffen. Erst gegen Ende der letzten Saison kam der zweifache Meister (ZSC, Zug) besser in Fahrt, er kehrte im Rahmen der WM-Vorbereitung auch in die Nati zurück. Mit dem WM-Ticket klappte es für den 104-fachen Internationalen zwar nicht, aber für Rappi könnte seine Verpflichtung ein Glücksfall sein. Selten landen Spieler seiner Stärkeklasse am Obersee.

Fabrice Herzog wechselte von Zug zu den SCRJ Lakers.
Foto: Pius Koller

Servette: Johnny Kneubuehler (30)

13 Tore hat der Stürmer letzte Saison in Biel geschossen. So viel wie noch nie in seiner Karriere. Biel war enttäuscht, dass die Vertragsverlängerungsgespräche mit Kneubuehler über 2027 hinaus zu keinem Ergebnis führten und dieser stattdessen in Genf, wo er einst als Junior ausgebildet wurde, unterschrieb. Die Seeländer strebten deshalb eine vorzeitige Trennung an. Für die Adler kann das ein Glücksfall sein: Sie erhalten ihren Wunschspieler ein Jahr früher – in der besten Phase seiner Karriere.

Johnny Kneubuehler hat Biel im Sommer verlassen und spielt nun wieder für seinen Stammklub Servette.
Foto: keystone-sda.ch

ZSC Lions: Simon Knak (24)

Mit Rohrer ist ein Powerflügel, der zum Publikumsliebling wurde, gegangen, mit Knak sein designierter Nachfolger gekommen. Im Umfeld des ZSC ist die Vorfreude auf den Nati-Stürmer, der bei den letzten beiden WM-Silbermedaillen durch seine wirblige und unerschrockene Spielweise gefiel, gross. Der ehemalige Kloten-Junior, der die letzten fünfeinhalb Jahre in Davos gespielt hat und nun für fünf Saisons unterschrieben hat, könnte die Lions in den kommenden Jahren prägen. Es sei denn, der Nashville-Draft aus dem Jahr 2021 (6. Runde) spielt sich zu ausgeprägt in den Vordergrund und wird in die NHL gelockt.

Der Zürcher Nati-Stürmer Simon Knak kam von Davos zu den ZSC Lions.
Foto: Pius Koller

Zug: Vinzenz Rohrer (21)

Vor einem Jahr zog der Vorarlberger mit Schweizer Lizenz nach zwei Meistertiteln mit den ZSC Lions aus, um die NHL zu erobern. Doch er konnte sich keinen Platz bei Montréal erobern und kehrte nach Zürich zurück. Dort fand der Publikumsliebling nicht mehr zur Unbeschwertheit und buchte nur 12 Punkte in 41 Partien. Als er vorerst auf einen zweiten Anlauf in Montréal verzichtete, machte der EVZ das Rennen. Geld dürfte dabei ein Faktor gewesen sein, aber auch die Aussicht, in Zug eine Rolle als Top-Center einnehmen zu können. 

Die Montréal Canadiens haben Vinzenz Rohrer an den EV Zug ausgeliehen, nachdem er zuletzt bei den ZSC Lions gespielt hatte.
Foto: Pius Koller
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