Einrücken nach WM-Titel
Der neue SCB-Captain Merelä verbrachte den Sommer im Militär

«Er ist ein natürlicher Leader», sagte Ex-SCB-Trainer Jussi Tapola einst über den neuen Berner Captain Waltteri Merelä.
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Waltteri Merelä wurde zum neuen SCB-Captain bestimmt.
Foto: Claudio de Capitani/freshfocus

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Stephan RothStv. Eishockey-Chef

Der neue Captain des SCB heisst Waltteri Merelä (28). Sein erstes Pflichtspiel mit dem C auf der Brust wird der Stürmer am Dienstag beim NL-Start an jenem Ort bestreiten, an dem er im Frühling seinen grössten Triumph gefeiert hatte. Er stand auf dem Eis, als sich Finnland in der Zürcher Swiss Life Arena in der Overtime gegen die Schweiz (1:0) den WM-Titel holte.

«Ich hoffe, sie mögen mich noch in Bern. Und hoffentlich gewinnen wir dort das grosse Ding auch», sagte er damals zu Blick. Beim SCB scheint man ihm nicht übelgenommen zu haben, dass die Finnen den ersten Weltmeistertitel der Schweiz verhindert haben, sonst hätte man ihn nicht zum Captain und Nachfolger von Ramon Untersander bestimmt.

Lange konnte Merelä den WM-Titel nicht feiern. Er musste seinen Militärdienst leisten. «Es war gewissermassen meine letzte Chance, es zu erledigen und meiner Pflicht nachzukommen.» Sonst wäre es ihm wie Aleksi Saarela ergangen, der vor einem Jahr seinen Vertrag bei den SCL Tigers auflösen musste, um den obligatorischen Militärdienst vor dem 29. Geburtstag absolvieren zu können, nachdem er diesen verschlampt hatte.

So verbrachte Merelä im Sommer sieben Wochen im Militär. Am Morgen habe er dabei in der Regel Gelegenheit gehabt, zu trainieren. «Den Rest des Tages ging es dann um militärische Dinge. Entweder Lektionen oder Schiessübungen und solche Dinge im Wald.»

Merelä wird auch einmal laut

Ist Merelä also in noch besserer Verfassung als in anderen Jahren? «Das wahrscheinlich nicht, aber ich bin gut genug vorbereitet.» 

Der Mann aus Ylöjärvi, einem Vorort von Tampere, entspricht nicht dem Klischee des stillen Finnen. Beim SCB wurde er auf Anhieb einer der Leader und war Teil des Captain-Teams, als er vor zwei Jahren nach Europa zurückkehrte, nachdem er sich bei Tampa Bay Lightning keinen Stammplatz in der NHL hatte sichern können. 

«Ich habe von erfahreneren Spielern gelernt, wie man die Ansprüche hochhält und diese auch einfordert», sagte Merelä letztes Jahr. «Manchmal werde ich auch richtig laut, wenn wir einen Weckruf brauchen. Aber die meiste Zeit muntere ich meine Kollegen auf.» 

Und Ex-SCB-Coach Jussi Tapola, unter dem Merelä schon bei Tappara Tampere gespielt und zwei Meistertitel gewonnen hatte, sagte: «Er ist ein natürlicher Leader. Er war kein Supertalent, war nie in einem Junioren-Nationalteam. Er musste von Tampere nach Lahti umziehen, um einen Platz zu bekommen. Er hat sich alles durch harte Arbeit verdient. Er ist ein guter Typ, der sich, wie alle guten Leader, um alle kümmert.»

Komplettiert wird das Führungsteam durch Benjamin Baumgartner, Alain Graf und Marc Marchon. 

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