Verband wäscht ihn überraschend rein
Was wusste Nati-Boss Weibel im Fall Fischer?

Ab wann wusste Nati-Direktor Lars Weibel von der Zertifikatsfälschung? Anstatt die Ergebnisse der externen Untersuchung abzuwarten, beteuert der Verband, Weibel habe von nichts gewusst.
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Nach dem Skandal um Patrick Fischer stellt sich die Frage: Ab wann wusste Nati-Direktor Lars Weibel (Bild) von der Zertifikatsfälschung?
Foto: Pius Koller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Patrick Fischer fälschte ein Covid-Zertifikat, Untersuchung um Mitwissen von Nati-Direktor Lars Weibel
  • Der Verband betont seine Unkenntnis der Fälschung vor Abschluss der externen Untersuchung
  • Fischer war vorbestraft, Verband entliess ihn nach öffentlichem Druck am 15. April
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Carlo SteinerRedaktor Sport

Im Corona-Skandal um Ex-Nati-Trainer Patrick Fischer (50) geistert die Frage nach der Rolle von Nati-Direktor Lars Weibel (51) durch die Hockey-Szene. Wusste er von Fischers Zertifikatsfälschung? 

Im Zuge der SRF-Sendung «Club» zum Fall Fischer hat das Schweizer Fernsehen die Swiss Ice Hockey Federation (SIHF) mit dem möglichen Mitwissen von Weibel konfrontiert. Diese antwortete mit folgendem Statement: «Lars Weibel hatte keine Kenntnisse von diesem gefälschten Zertifikat, er weist die Vorwürfe zurück. Dies wird die gestartete Administrativ-Untersuchung zeigen, die die relevanten Sachverhältnisse abklären wird.» 

«Habe mich verleiten lassen, das Zertifikat zu fälschen»
1:50
Nati-Coach Fischer gesteht:«Habe mich verleiten lassen, das Zertifikat zu fälschen»

Die Aussage der SIHF überrascht. Anstatt die Ergebnisse der externen Untersuchung der renommierten Zürcher Anwaltskanzlei Niederer Kraft Frey, die die SIHF in Auftrag gegeben hat, abzuwarten, stellt sie sich vor den Nati-Direktor. Die Stellungnahme birgt Bumerang-Gefahr. Sollte sich herausstellen, dass Weibel doch von Fischers illegalen Machenschaften Kenntnis hatte, würden dem Verband diese Zeilen um die Ohren fliegen. 

Muss der Verband erneut zurückkrebsen?

Es wäre nicht der erste Kommunikations-Fauxpas des Verbandes in der Fischer-Affäre. Im Video vom Montag letzter Woche, das über die SIHF-Kanäle verbreitet wurde, behauptete Fischer, er habe sich ansonsten stets an das Gesetz gehalten. Zwei Tage später kam heraus, dass er wegen eines Verkehrsdelikts bereits vorbestraft war

«Wir als Verband haben dies zur Kenntnis genommen und finden es anerkennenswert, dass Patrick Fischer diesen Schritt an die Öffentlichkeit geht und seinen Fehler klar einräumt. Für uns ist die Angelegenheit damit abgeschlossen», lautete die erste Reaktion von SIHF-Präsident Urs Kessler auf Fischers Geständnis. Diese Einschätzung stellte sich als grundfalsch heraus. Bereits am Mittwoch wurde Fischer seines Amtes enthoben – der Druck vonseiten Sponsoren, des internationalen Hockeyverbands, der Öffentlichkeit, der National League und Swiss Olympic wurde zu gross. 

Der Verband räumte Fehler ein. «Vertrauen und Integrität sind zentral in unserem Sport und in unserem Verband. Aus heutiger Sicht war unsere erste Beurteilung, wonach die Angelegenheit abgeschlossen ist, zu kurz gegriffen. Es geht um Werte und Respekt, die für Swiss Ice Hockey zentral sind und von Patrick Fischer 2022 nicht gelebt wurden», steht in der Medienmitteilung zu Fischers Entlassung.

Es ist für den Verband zu hoffen, dass er nach der deutlichen Aussage zur Integrität Weibels nicht erneut zurückkrebsen muss.

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