Darum gehts
- Nati-Captain Roman Josi fordert in einem Brief die Rückkehr Fischers
- Trotz Josis Vorstoss bleibt die Entlassung von Trainer Fischer unumstösslich
- Neuer Trainer Cadieux (46) erhält volle Unterstützung vom Verband und Team
Kaum ist die neue Woche nach dem grossen Knall wegen der Entlassung von Patrick Fischer (50) als Nationaltrainer ins Land gezogen, gibt es bei der Nati schon den nächsten Wirbel. Verursacht durch NHL-Topstar und Nati-Captain Roman Josi (35) und seinen Brief an den Verband, in dem er die Wiedereinsetzung von Fischer fordert. Blick hat am Dienstagvormittag darüber berichtet.
«Ich bin erstaunt, dass dieser Brief den Weg in die Medien gefunden hat», sagt Verbandspräsident Urs Kessler (64) am Dienstagnachmittag gegenüber Blick. Man werde diesen selbstverständlich auch beantworten, so Kessler. Er verrät zudem: «Ich bin seit letztem Mittwoch im Dialog mit Roman Josi.»
Fischer-Entlassung unumstösslich
Er habe viel Respekt vor Roman Josi und sei keineswegs verärgert, dass dieser einen Brief aufgesetzt habe: «Wir nehmen diesen sehr ernst. Roman Josi hat in seiner Verantwortung als Captain gehandelt, sein Brief zeugt von Mut und Loyalität und von der Zusammenarbeit, die in der Mannschaft herrscht. Ich respektiere das ausdrücklich, es ist wichtig, dass man diese Punkte anspricht.»
Trotzdem wird durch Josis Vorpreschen Fischers Entlassung nicht rückgängig gemacht. Kessler stellt klar: «Dieser Entscheid ist gefallen und unumstösslich.» Es gelte jetzt nach vorne zu schauen und alles für eine erfolgreiche Heim-WM zu tun: «Es ist jetzt wichtig, dass wir unter diesen schwierigen Umständen die bestmöglichen Voraussetzungen schaffen.»
Unterstützung für Cadieux
Der neue Nati-Trainer Jan Cadieux (46) verdiene die uneingeschränkte Unterstützung. «Er hat diese Situation nicht herbeigeführt. Cadieux ist ein exzellenter Trainer und wichtig ist, dass er unser vollstes Vertrauen hat und die Mannschaft geschlossen hinter ihm steht», so Kessler.
Daran zweifelt Kessler, der am Montag zum Team gesprochen hat, nicht: «Alle, auch der ganze Staff, haben sich zu Cadieux bekannt. Das ist sehr erfreulich. Unser Motto ist ‹jetzt erst recht› und das habe ich auch der Mannschaft gesagt. Eine WM im eigenen Land ist eine einmalige Chance, vor allem auch für die aktuelle Spielergeneration.»

