Darum gehts
- Klotens Dario Meyer kämpfte hart, um wieder in Topform zu kommen
- Aktuell bester Torschütze mit 15 Treffern, spielt wieder im Paradesturm
- Kloten hat vier Siege in Serie und jagt Play-In-Platz
Direkt nach einem Spiel im Herbst beschönigt Kloten-Trainer Lauri Marjamäki im Gespräch mit Dario Meyer nichts: «Er sagte mir, dass er mich jetzt eigentlich aus der Aufstellung nehmen würde.» Es ist ein weiterer Dämpfer für den Stürmer, der bekannt ist für seine wirbligen Offensiv-Aktionen. Und der Tiefpunkt nach schwierigen Wochen, in denen Meyers Eiszeit geschmolzen und er in den Linien nach hinten durchgereicht worden ist.
Es ist ein Teufelskreis. Der 29-Jährige kann sein Potenzial plötzlich nicht mehr abrufen. Seine Rolle wird kleiner, das Selbstvertrauen auch. «Darunter leidet meine Spielweise, mit dem Puck etwas zu kreieren, vielleicht noch etwas mehr als eine andere», so Meyer. Dabei hat er sich zum Saisonstart bereit und gut gefühlt, auch weil er intensiver im mentalen Bereich gearbeitet hat. «Aber irgendwie griffen die Zahnräder nicht ineinander.»
Er kann seine sowie die Erwartungen von Trainer und Klub nicht erfüllen. Meyer ist jedoch ein Spieler, der das Vertrauen des Coachs braucht, um auf sein Top-Level zu kommen – auch weil seine Spielweise gewisse kreative Freiheiten erfordert. Er möchte sie mit Chancen und Toren zurückzahlen. Bei Marjamäki jedoch muss er untendurch, obwohl der Finne seine Drohung nicht wahr gemacht hat. «Da habe ich schon gehadert und mich mit meiner Rolle im Team beschäftigt». Vor defensiven Aufgaben und teamdienlichen wie das Schüsseblocken scheut er sich nicht, «meine Selbsteinschätzung ist aber realistisch. Ich weiss, was ich dem Team bringen soll und kann».
«Ausserhalb der Kabine glaubten nicht viele an uns»
Meyer schafft es, den Glauben in seine Fähigkeiten nicht zu verlieren. Der Aufschwung setzt langsam ein, er arbeitet sich von der vierten Linie nach vorne, ist derzeit Klotens bester Torschütze mit 15 Treffern. «Das Selbstvertrauen hat sich wieder entwickelt. Irgendwann bin ich mit der Überzeugung in jedes Spiel, dass ich ein Tor schiessen werde.» Seit Ende Januar wirbelt er erneut im Paradesturm.
Zuletzt hat Kloten vier Siege in Serie aneinandergereiht und sich die Chance erspielt, im Schlussspurt um einen Play-In-Platz doch noch ein Wörtchen mitreden zu können. «Wir haben gemerkt, dass ausserhalb der Kabine nicht mehr viele an uns geglaubt haben», beschreibt Meyer, der wie der Rest des Teams ein eigens kreiertes Kellenberger-Shirt zu dessen Abschied trägt. «Wir an uns aber schon.» Er betont: «Der Druck liegt auf den vor uns platzierten Teams.» Darüber, dass den Lakers am Donnerstag der gesperrte Topskorer Malte Strömwall (Sd) fehlt, ist in Kloten niemand traurig. Danach warten noch Lugano und Servette.

