«Das Team hat Blut geleckt»
Die EVZ-Stars liefern pünktlich zur Crunch-Time wieder

Nach dem Einzug in die Playoffs streicht Zugs neuer Trainer Benoît Groulx einige Leistungsträger heraus, die das Team geschultert und ihre Mitspieler mitgerissen haben.
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EVZ-Trainer Groulx (r.) ist beeindruckt von einigen Leistungsträgern. Auch Verteidiger Sklenicka (2.v.l.) hat einen Zacken zugelegt.
Foto: Pius Koller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • EVZ sichert Playoff-Ticket nach schwieriger Saison
  • Trainer Benoît Groulx bringt Team zurück auf Erfolgskurs mit neuem Selbstvertrauen
  • Tatar und Teamleader glänzen, reduzieren Lakers auf fünf Schüsse in zwei Dritteln
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Nicole VandenbrouckReporterin Eishockey

In dieser verkorksten EVZ-Saison hat man – und wohl auch Ex-Trainer Michael Liniger – sich oft die Frage gestellt: Wo sind die Leistungsträger, wenn man sie braucht? Mit grossen Namen bestückt, haben die Zuger äusserst selten jenes Spiel abrufen können, das man anhand der vorhandenen Qualitäten erwarten darf. Konstanz ist ein Fremdwort.

Man muss sich das mal vor Augen führen: Der EVZ hat es bisher noch nicht geschafft, mehr als zweimal in Folge zu gewinnen. Oder in allen Bereichen des Spiels zumindest eine solide Leistung abzurufen. Mal hapert es in der Defensive, mal stottert der Offensivmotor, dann fehlen Tempo und Gradlinigkeit – oder eben Führungsspieler, die Verantwortung übernehmen. Die Pleitenserie im Januar dauert zehn Partien an und mündet in der Entlassung Linigers.

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Er muss nach nur wenigen Monaten seiner Headcoach-Premiere den Hut nehmen, weil unter ihm auf individueller Ebene zu viele Stars nicht auf Touren kommen (wollen). Verteidiger David Sklenicka (Tsch) ist plötzlich ein Risikofaktor und fehleranfällig. Captain Jan Kovar (Tsch) verliert seinen Einfluss aufs Spiel. Noch weniger Biss zeigt Landsmann Daniel Vozenilek. Die Ex-NHL-Stürmer Tomas Tatar (Slk) und Dominik Kubalik (Tsch) büssen ihre Torgefahr ein. Und auch Schweizer Stürmer-Stars tauchen ab. So wirbelt Grégory Hofmann oft glücklos, Fabrice Herzog bleibt 26 Spiele ohne Treffer.

«Einige Leader sind aufgestanden»

Die Konsequenz: Der EVZ muss um den Playoff-Einzug bangen, das Minimalziel des erfolgsverwöhnten Klubs. Doch dann kommt einer, der das Ruder noch herumreisst: Benoît Groulx, 58-jährig, Franko-Kanadier. Ein lustiger Kerl mit vielen Anekdoten, der möchte, dass seine Jungs Spass haben auf dem Eis, der nach einer schlechten Leistung wie dem 1:4-zum Quali-Abschluss auch mal ein Straftraining ohne Puck ansetzt. Es gelingt ihm, dem verunsicherten Team Leben einzuhauchen, das zarte Pflänzchen des Selbstvertrauens wächst. Mit perfektem Timing.

Mit einem Gesamtskore von 6:4 (5:2, 1:2) sichert sich der EVZ das Playoff-Ticket. Ob es nach dieser missglückten Saison ein schwieriges Unterfangen für das Team gewesen sei? «Das weiss ich nicht», sagt er nach dem Spiel in Rappi, «ich hatte keine schwierige Saison». Er habe die Mannschaft so übernommen, als wäre es Herbst, «mit dem Ziel, ein Fundament und Gewohnheiten aufzubauen, auf die sich die Spieler verlassen können. Sie sollen daran und an sich glauben».

Mit den beiden Auftritten gegen die Lakers ist Groulx zufrieden, «sie haben ihr Spiel nochmals auf ein anderes Level gehoben. Das müssen sie in der nächsten Runde (gegen Davos oder Fribourg, die Red.) wieder tun.» In Rappi sei es seinen Zugern gelungen, die Anzahl Schüsse eines sonst offensiv starken Gegners auf fünf Stück in zwei Dritteln zu reduzieren, «Chapeau!». Der EVZ-Trainer betont aber vor allem etwas: «Einige Leader sind aufgestanden, haben das Team an der Hand genommen und in die Playoffs geführt.» Namentlich seien das Genoni, Kovar, Kubalik und Tatar gewesen. Vor allem Letzterer beeindruckt Groulx: «Tuna war phänomenal.» Auch die defensive Leistung als Einheit streicht er heraus. «Es braucht grosse Siege, um das Selbstvertrauen zu stärken», sagt er und schickt eine Warnung hinterher: «Das Team hat Blut geleckt.»

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