Darum gehts
- SCB verliert Play-in-Hinspiel gegen Biel 1:4 in Tissot-Arena
- Dubés Coach's Challenge scheitert und bringt Biel das 4:3
- Regel 69.1 sorgt erneut für Diskussionen nach Videokonsultation
Die Saison ist für den SCB schon fast gelaufen. 1:4 liegt die Mannschaft von Heinz Ehlers im Play-in-Hinspiel in Biel zurück. Dann gibt Romain Loeffel dem Team mit seinem Treffer wieder ein wenig Hoffnung. Doch der Vorsprung der Seeländer beträgt immer noch zwei Tore. Nach einigen Sekunden des Zögerns nimmt Christian Dubé aber seine Coach's Challenge. Die Schiedsrichter müssen die Videobilder wegen einer angeblichen Behinderung an Goalie Harri Säteri konsultieren.
Ist sich Dubé sicher, dass dies der richtige Entscheid ist? Das fragen sich viele in der Tissot-Arena und halten den Atem an. Klar ist: Wenn die Unparteiischen keinen Beweis für ein Vergehen sehen, bleiben sie nicht nur beim Entscheid, den sie auf dem Eis getroffen haben, und validieren das Tor, sondern brummen dem EHCB wegen Spielverzögerung eine Bankstrafe auf.
Hat Dubé angesichts des hohen Einsatzes nicht gezögert? «Nein», sagt er. «Manche würden vielleicht sagen, dass ich zu grosse Eier habe. Aber wenn ich es noch einmal tun müsste, würde ich nicht anders handeln.»
Merelä: «In dieser Liga weiss man nie»
Dubés Poker geht nicht auf. Und es passiert, was manche schon ahnen: Im darauffolgenden Boxplay kassiert Biel auch noch das 4:3. Dubés Challenge könnte dieses Play-in-Duell, das schon entschieden schien, kippen. «Für uns ist das eine Behinderung des Torhüters. Wir haben uns die Szene in der Kabine noch einmal angesehen. Es war die richtige Entscheidung. Und die Bilder geben uns recht.»
SCB-Coach Heinz Ehlers sieht es ganz anders. «Für mich war es ein klares Tor», sagt der Däne. «Aber dann haben die Schiedsrichter so lange gezögert und du bekommst selbst Zweifel.» Und Stürmer Waltteri Merelä sagt: «In dieser Liga weiss man nie, wie es rauskommt. Man hat schon viele Dinge gesehen. Deshalb ist man immer etwas nervös. Aber unsere Leute oben auf der Tribüne haben uns sofort gesagt, dass das Tor zählen muss.»
Es ist nicht das erste Mal und wird nicht das letzte Mal sein, dass die Regel 69.1 («Behinderung am Torhüter») für Diskussionen sorgen wird. Beim letzten Duell zwischen Bern und Biel (2:3) vor weniger als zwei Wochen hatte Dubé noch Erfolg mit einer Coach's Challenge gehabt und das vermeintliche 3:2 von Joël Vermin war wegen einer Goalie-Behinderung von Tristan Scherwey weggeputzt worden. Ein Entscheid, für den nicht jeder in Bern Verständnis hatte.
Wer unter diesen Verhältnissen eine Coach's Challenge annimmt, spielt Roulette. Oder im Fall von Dubé könnte es gar russisches Roulette gewesen sein, wenn Biel am Samstag in Bern den knappen Vorsprung nicht über die Runden bringt.
Dubé: «Sie sind es, die unter Druck stehen»
«Ich habe den Jungs gesagt, dass sie gewonnen haben und ihnen gratuliert», sagt der Kanadier. «Ich habe ihnen nichts vorzuwerfen. Ihre Einstellung war den ganzen Abend über tadellos.» Er bedauerte nur, dass seine Mannschaft nicht das 5:1 erzielte, als sie ein zweites Mal in doppelter Überzahl spielen konnte. «Wenn wir dieses zusätzliche Tor hätten erzielen können, wäre es vorbei gewesen.»
Dies hindert Dubé jedoch nicht daran, dem Rückspiel am Samstag optimistisch entgegenzusehen. «Man darf nicht vergessen, dass sie es sind, die unter Druck stehen. Nicht wir. Wir haben zu Hause gewonnen und wenn wir mit dem gleichen Willen dorthin fahren, können wir uns dort durchsetzen. Das haben wir vor kurzem bereits getan. Ich gehe nicht mit einer negativen Einstellung aus diesem Spiel. Das habe ich den Jungs auch gesagt. Sie waren nach dem Spiel ein bisschen down, das ist normal. Aber sie dürfen nicht vergessen, dass wir gewonnen haben.»
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | HC Davos | 52 | 71 | 117 | |
2 | HC Fribourg-Gottéron | 52 | 46 | 100 | |
3 | Genève-Servette HC | 52 | 15 | 91 | |
4 | ZSC Lions | 52 | 32 | 91 | |
5 | HC Lugano | 52 | 30 | 89 | |
6 | Lausanne HC | 52 | 18 | 85 | |
7 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 52 | -4 | 81 | |
8 | EV Zug | 52 | -19 | 75 | |
9 | SC Bern | 52 | -10 | 68 | |
10 | EHC Biel | 52 | -22 | 67 | |
11 | SCL Tigers | 52 | -7 | 64 | |
12 | EHC Kloten | 52 | -26 | 63 | |
13 | HC Ambri-Piotta | 52 | -49 | 59 | |
14 | HC Ajoie | 52 | -75 | 42 |


