Es sei während der Saison nicht immer spassig mit Heinz Ehlers (60), ist vielerorts zu hören. Er möchte, dass seine Spieler den Beton mischen, diese haben aber nicht selten ein kreativeres Verlangen. Doch wenn es am Saisonende um die Wurst geht, dann finden doch viele, dass es kaum einen Besseren gibt als «Mörtel-Heinz».
In der zweitobersten Liga startete Ehlers sowohl mit Biel (2007/08), Langenthal (2011/12) als auch mit Visp (2024/25) den Durchmarsch, gewann alle Playoff-Serien und wurde Meister, mit Biel siegte er vor 18 Jahren auch in der Liga-Quali und stieg auf. Einer, der die Schaffensweise von Ehlers in den vergangenen zwei Saisons hautnah miterlebt hat, ist Visp-CEO Sébastien Pico (48).
«Wir hatten den besten Trainer»
«Heinz legt viel Wert auf Sicherheit und Automatismen, die in den Playoffs funktionieren. Bekommen die Spieler Vertrauen darin, ist die Brücke geschlagen. Wir waren überzeugt, dass wir den besten Trainer an der Bande haben, wenn die Playoffs kommen – und so war es denn auch», sagt Pico. Er traut dem Dänen daher zu, dass dieser durch seine Prinzipien in der entscheidenden Phase auch den SCB zu Höhenflügen treibt.
Das musst du über den Play-In-Modus der National League wissen
Sein Gegenüber ist der 12 Jahre jüngere Christian Dubé. Diesem ist der grosse Wurf in der entscheidenden Meisterschaftsphase während seiner fünfjährigen Zeit als Trainer von Fribourg zwischen 2019 und 2024 nie gelungen. Der Kanadier mit Schweizer Pass überzeugte zumeist mit soliden Qualis, konnte aber nur zwei seiner sechs K.o.-Runden gewinnen. Was ihn dann letztlich auch den Job kostete, als er nach der Saison 2023/24 entlassen wurde. Taktische Mängel im Vergleich zur Konkurrenz wurden ihm mitunter vorgeworfen.
Der Einfluss von Dubé ist enorm
Dubé hatte nach seiner Freistellung fast zwei Jahre Zeit, sich Gedanken zu machen und weiterzuentwickeln, ehe er am 21. Januar von Biel als Nachfolger von Martin Filander (44) angeheuert wurde. Im Seeland macht er bislang einen herausragenden Job: Dubé hat die zuweilen tot wirkende Mannschaft wiederbelebt und aus einer schwierigen Situation noch in die Play-Ins geführt. Sein Einfluss auf den Klub und die Resultate ist in dieser kurzen Zeit grösser als jener von Ehlers in Bern, der im Oktober für Jussi Tapola (51) übernommen hat.
«Die letzten zwei, drei Jahre waren in Biel nicht so lustig. Wir haben uns nie richtig gefunden, es waren nicht alle happy mit dem System und anderen Dingen. So ist es schwierig, gute Resultate zu erzielen. Durch den Trainerwechsel hat sich einiges verändert, in der Garderobe ist alles viel positiver und dies sieht man auch auf dem Eis», sagt Biel-Captain Gaëtan Haas (34) und ist voll des Lobes über Dubé.
Anderes System, anderer Kleiderstil
Nun steht für diesen gegen K.o.-Spezialist Ehlers die ultimative Herausforderung an. Es treffen zwei gegensätzliche Philosophien und Typen aufeinander. Der alte Fuchs Ehlers, der Ordnung vor dem eigenen Tor haben will, gegen den dynamischen Dubé, der nach vorne spielen möchte. Der, passend zu seinem Hockey, pragmatisch gekleidete Ehlers gegen den bunten Dubé, die Stilikone unter den Trainern. Es erwartet uns eine aufregende Play-In-Serie.


