Wenn einer einen Baum auf seinem Grundstück hat, dessen Pomeranzen auf das Nachbargrundstück fallen – wem gehören dann die Dinger? Je nach Gesetzeslage dem Baumbesitzer oder dem Nachbarn, manchmal hat der Baumbesitzer ein paar Stunden Zeit, um die Früchte wieder in Besitz zu nehmen – aber darf er das Grundstück des Nachbarn überhaupt betreten, ohne gegen das Gesetz zu verstossen?
Torhüter schreien Zeter und Mordio
Beim Eishockey wird der Nachbarschaftsstreit mit der Regel 69.1 (Torhüterbehinderung) abgehandelt: Hat der Puckbesitzer oder einer seiner Mitspieler das Grundstück des Torhüters betreten und diesen bei der Ausübung seiner Pflicht behindert?
Im Gegensatz zum Nachbarschaftsstreit fehlt bei der Torhüterbehinderung allerdings die Trennschärfe, der Zaun existiert nur virtuell, und die Kausalkette ist im Gegensatz zum Prinzip «Baum – Frucht – Schwerkraft – Nachbar» Interpretationssache. Falls der Torhüter behindert wurde: Wer hat die Behinderung verursacht?
Die Torhüter schreien mittlerweile bei der geringsten Berührung Zeter und Mordio, die Stürmer sollen ihren Job machen und Druck auf den Torhüter ausüben, und die Verteidiger müssen die Stürmer gemäss Job-Beschrieb davon abhalten. Ein Konflikt der Interessen, ein Tohuwabohu.
Zeitlupe keine Hilfe
Die Schiedsrichter müssen auf dem Eis sofort einen Entscheid fällen. Falls sie ein Tor geben, kann ein Trainer diesen Entscheid überprüfen lassen. Dann kommt es zur absurden Situation, dass die Schiedsrichter ad hoc ihren eigenen Entscheid auf die Probe stellen müssen.
Die Zeitlupe liefert keine konkreten Hinweise, weil dabei die Dynamik der Situation verloren geht. Ist ja nicht ein klarer Fall wie bei der Gartenkamera, die den Nachbarn dabei filmt, wie er über den Zaun setzt und sechs Pomeranzen aufsammelt.
Gummiparagraf – Zeche zahlen die Refs
Der gemeinsame Nenner beim Eishockey? Man beklagt sich über die Regelauslegung der Schiedsrichter, weil sich jeder selbst der Nächste ist. Geht es gegen die eigene Mannschaft, war es immer Torhüterbehinderung. Erzielt man das Tor selbst, war es nie eine. Das liegt in der Natur der Sache. Die Regel 69.1 ist und bleibt ein Gummiparagraf, und die Zeche dafür zahlen die Schiedsrichter.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | HC Davos | 52 | 71 | 117 | |
2 | HC Fribourg-Gottéron | 52 | 46 | 100 | |
3 | Genève-Servette HC | 52 | 15 | 91 | |
4 | ZSC Lions | 52 | 32 | 91 | |
5 | HC Lugano | 52 | 30 | 89 | |
6 | Lausanne HC | 52 | 18 | 85 | |
7 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 52 | -4 | 81 | |
8 | EV Zug | 52 | -19 | 75 | |
9 | SC Bern | 52 | -10 | 68 | |
10 | EHC Biel | 52 | -22 | 67 | |
11 | SCL Tigers | 52 | -7 | 64 | |
12 | EHC Kloten | 52 | -26 | 63 | |
13 | HC Ambri-Piotta | 52 | -49 | 59 | |
14 | HC Ajoie | 52 | -75 | 42 |
