Diese Coach's Challenge von Dubé wird Biel zum Verhängnis
1:04
Bern kann aufholen:Diese Coach's Challenge von Dubé wird Biel zum Verhängnis

Streitfall Goalie-Behinderung
Nachbarschafts-Krach im Eishockey: Wer hat recht?

Die Regel 69.1 ist ein Gummiparagraf, die Leidtragenden sind die Schiedsrichter. Weil sich jeder selbst der Nächste ist, gibt es keine Lösung. Es fehlt die Trennschärfe.
Kommentieren
1/6
Zu nah am Torhüter? Aber wer ist schuld? Die Regel bezüglich Torhüterbehinderung ist ein Gummiparagraf.
Foto: Pius Koller
RMS_Portrait_AUTOR_504.JPG
Dino KesslerLeiter Eishockey-Ressort

Wenn einer einen Baum auf seinem Grundstück hat, dessen Pomeranzen auf das Nachbargrundstück fallen – wem gehören dann die Dinger? Je nach Gesetzeslage dem Baumbesitzer oder dem Nachbarn, manchmal hat der Baumbesitzer ein paar Stunden Zeit, um die Früchte wieder in Besitz zu nehmen – aber darf er das Grundstück des Nachbarn überhaupt betreten, ohne gegen das Gesetz zu verstossen?

Torhüter schreien Zeter und Mordio

Beim Eishockey wird der Nachbarschaftsstreit mit der Regel 69.1 (Torhüterbehinderung) abgehandelt: Hat der Puckbesitzer oder einer seiner Mitspieler das Grundstück des Torhüters betreten und diesen bei der Ausübung seiner Pflicht behindert?

Im Gegensatz zum Nachbarschaftsstreit fehlt bei der Torhüterbehinderung allerdings die Trennschärfe, der Zaun existiert nur virtuell, und die Kausalkette ist im Gegensatz zum Prinzip «Baum – Frucht – Schwerkraft – Nachbar» Interpretationssache. Falls der Torhüter behindert wurde: Wer hat die Behinderung verursacht?

Die Torhüter schreien mittlerweile bei der geringsten Berührung Zeter und Mordio, die Stürmer sollen ihren Job machen und Druck auf den Torhüter ausüben, und die Verteidiger müssen die Stürmer gemäss Job-Beschrieb davon abhalten. Ein Konflikt der Interessen, ein Tohuwabohu.

Zeitlupe keine Hilfe

Die Schiedsrichter müssen auf dem Eis sofort einen Entscheid fällen. Falls sie ein Tor geben, kann ein Trainer diesen Entscheid überprüfen lassen. Dann kommt es zur absurden Situation, dass die Schiedsrichter ad hoc ihren eigenen Entscheid auf die Probe stellen müssen.

Die Zeitlupe liefert keine konkreten Hinweise, weil dabei die Dynamik der Situation verloren geht. Ist ja nicht ein klarer Fall wie bei der Gartenkamera, die den Nachbarn dabei filmt, wie er über den Zaun setzt und sechs Pomeranzen aufsammelt.

Helfenstein versteht diese Torregel nicht
1:03
Umstrittene Szene in Biel:Helfenstein versteht diese Torregel nicht

Gummiparagraf – Zeche zahlen die Refs

Der gemeinsame Nenner beim Eishockey? Man beklagt sich über die Regelauslegung der Schiedsrichter, weil sich jeder selbst der Nächste ist. Geht es gegen die eigene Mannschaft, war es immer Torhüterbehinderung. Erzielt man das Tor selbst, war es nie eine. Das liegt in der Natur der Sache. Die Regel 69.1 ist und bleibt ein Gummiparagraf, und die Zeche dafür zahlen die Schiedsrichter.

National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
52
71
117
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
52
46
100
3
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
52
15
91
4
ZSC Lions
ZSC Lions
52
32
91
5
HC Lugano
HC Lugano
52
30
89
6
Lausanne HC
Lausanne HC
52
18
85
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
52
-4
81
8
EV Zug
EV Zug
52
-19
75
9
SC Bern
SC Bern
52
-10
68
10
EHC Biel
EHC Biel
52
-22
67
11
SCL Tigers
SCL Tigers
52
-7
64
12
EHC Kloten
EHC Kloten
52
-26
63
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
52
-49
59
14
HC Ajoie
HC Ajoie
52
-75
42
Playoffs
Qualifikationsspiele
Relegation Play-Offs
In diesem Artikel erwähnt
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen