Hat EVZ-Senteler jemals so schmerzhaft und kurios getroffen?
4:10
EV Zug – HC Davos 5:2:Hat EVZ-Senteler jemals so schmerzhaft und kurios getroffen?

Captain Kovar holt Kollegen aus Kabine
EVZ-Fans fordern Treffen mit Spielern

Im heftigen Schneetreiben gehen einige Zuger Spieler nach dem 5:2-Sieg aus der Halle – um sich bei Fans deren Motivationsreden und Dankbarkeit abzuholen. In der Gruppe dabei ist auch Doppeltorschütze Andreas Wingerli, der vom Trainer Lob bekommt.
Kommentieren

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Andreas Wingerli führt den EVZ mit zwei Toren zum 5:2-Sieg
  • Trainer Groulx lobt ihn als «Schweizer Sackmesser» mit vielseitigen Stärken
  • Erster Playoff-Sieg seit März 2024, Fans feiern im Schneetreiben die Spieler
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
RMS_Portrait_AUTOR_413.JPG
Nicole VandenbrouckReporterin Eishockey

Ein Multifunktionstool

Andreas Wingerli ist laut EVZ-Sportchef Reto Kläy der meistunterschätzte Ausländer der Liga. Oft im Schatten der grösseren Namen verrichtet der Schwede jedoch wichtige Aufgaben mit Hartnäckigkeit, bringt Schwung und Energie. Wie im vierten Duell gegen den HCD. Sein überfallartiger Angriff nach einer halben Minute war der Dosenöffner, den die Zuger für den ersten Playoff-Sieg seit März 2024 brauchten.

Dass er zum Doppeltorschützen wurde, mache ihn nicht stolzer, als wenn er seine anderen Aufgaben erfülle. «Tore zu schiessen, ist nicht mein primärer Job, sondern dem Team zu helfen, sei es im Power- oder Boxplay, was ich beides liebe. Ich habe verschiedene Rollen und kann mich gut anpassen.» Vielleicht deshalb wird der 28-Jährige von Trainer Benoît Groulx folgendermassen beschrieben: «Er ist wie ein Schweizer Sackmesser», zieht der Kanadier den Vergleich. Für vieles einsetzbar. «Und er hat einen guten Hockey-IQ.» Die beiden Treffer seien bestimmt gut fürs Selbstvertrauen, «Andreas wurde für seinen Einsatz belohnt».

Andreas Wingerli trägt mit seinen beiden Treffern viel zum 5:2-Sieg im vierten Viertelfinal-Duell bei.
Foto: Mike Wiss/freshfocus

Fan-Treffen im Schneetreiben

Als einige Spieler im Gespräch mit Medienschaffenden ihr energiegeladenes Auftreten erklärten, streckte plötzlich Captain Jan Kovar den Kopf aus der Kabinentür und rief seinen Teamkollegen zu, sie sollten alle reinkommen, «wir müssen gehen». Aber wohin? Die Auflösung: EVZ-Sportchef Reto Kläy hat von Fans die Anfrage für ein kurzes Treffen mit den Spielern bekommen – zu Motivationszwecken.

Die sagen zu – aus gutem Grund: Auch während des Finals 2022 gegen den ZSC forderten die Anhänger Gespräche, als die Zuger in der Serie in Rückstand gerieten. «So wurde es wohl zu einer Art Ritual», mutmasst Kläy. Captain Kovar war damals schon dabei. Nach dem 5:2-Sieg sei es eine spontane Aktion, «aber eine gute Idee» gewesen.

Als Wingerli zum Interview zurückkehrt, sieht man noch den Schnee in den Haaren und auf den Schultern. «Draussen schneit es extrem, ich muss noch mit dem Fahrrad heim.» Der EVZ-Stürmer schätzt, dass es etwa 50 Fans gewesen seien, die applaudiert, gesungen und sie zu weiteren Grosstaten angespornt hätten. Und: «Sie haben uns ihre Dankbarkeit gezeigt.»

«3:0 nach 20 Minuten – das hilft»
1:05
Inti mit EVZ-Hofmann:«3:0 nach 20 Minuten – das hilft»

Nur Spiel drei ein Totalausfall

Die Meinung, dass der EVZ wie verwandelt aufgetreten ist, teilen nicht alle Zuger. Trainer Groulx, Sportchef Kläy, Wingerli und auch Torschütze Grégory Hofmann betonen, dass bisher in der Serie nicht alles schlecht war. «Heute sind wir einfach effizienter gewesen», sagt Hofmann nach dem 5:2-Sieg, «in Spiel drei erwischten wir einen schlechten Start.» Diese Reaktion darauf zeige den Charakter des Teams. Stolz darauf ist Trainer Groulx. «In Davos haben wir uns selber in den Fuss geschossen, das war nicht Playoff-würdig. Wie wir dieses Spiel jetzt gemeistert haben, macht mich stolz auf die Jungs. Wir haben den Davosern die Torchancen genommen und unsere Leader übernahmen die geforderte Verantwortung dabei.»

Sportchef Kläy sieht – nebst dem Fan-Treffen – noch weitere Parallelen zur Final-Serie 2022, in der der EVZ ebenfalls mit 0:3 zurücklag. «Auch damals lag es nur an Details, meistens spielten wir auf Augenhöhe. Wie jetzt gegen Davos in Spiel eins und zwei. Nur Spiel drei war ein Totalausfall.» Wichtig sei gewesen, dass man reagieren konnte, auch auf die zwei Gegentore im Mitteldrittel. «Das wollten wir unbedingt. Das Forechecking haben wir wieder zu unserer Stärke gemacht», so Hofmann, «wir wollten einfach nicht ausscheiden.»

Grégory Hofmanns Schrei der Erleichterung nach seinem Tor zum 3:0.
Foto: Pius Koller

Davoser Kampfansage

Im Wissen, dass der HCD 25 von 28 Heimspielen gewonnen hat, kratzt der Ausrutscher in Zug nicht am Selbstvertrauen der Bündner. Yannick Frehners Ansage gegenüber der «Südostschweiz» nach der Niederlage: «Wir haben alle Vorteile auf unserer Seite. Wir wollen jetzt einfach das nächste Spiel gewinnen, und dann ist die Sache erledigt», betont er. Mit jenem Spiel, das den HCD ausmacht: «Einfach, schnell und mit Zug aufs Tor.»

«Wir müssen 60 Minuten lang Leistung bringen»
0:37
HCD-Fora nach Niederlage:«Wir müssen 60 Minuten lang Leistung bringen»
Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
In diesem Artikel erwähnt
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen