Darum gehts
- Servette kämpft gegen Lausanne, Finnen-Stars bleiben bisher offensiv blass
- Lausanne-Goalie Kevin Pasche glänzt mit 96,16 Prozent Fangquote
- Acht Lausanner erzielen Tore, Servette hat nur vier verschiedene Schützen
Klumpenrisiko Finnen-Stars?
Gekracht hats am Mittwoch erst zum Schluss: Frustabbau der Verlierer. Was Servette in dieser Serie auch zuvor im Spiel fehlt, ist der offensive Input der famosen Finnen. Jesse Puljujärvi hat wohl die erste Partie mit seinem Gamewinner kurz vor Schluss entschieden. Aber seither schweigen die Finnen, die in der Qualifikation mit Topskorer Mikael Granlund, Puljujärvi und Mittelstürmer Sakari Manninen als Dreh- und Angelpunkt ligaweit das Mass der Dinge waren.
Lausanne-Trainer Geoff Ward setzt auf eine variantenreiche Defensive, lässt mal knüppelhart und dann wieder kontrolliert spielen. Für die Bewachung der Finnen sind alle zuständig, das taktische Korsett ist dicht. Granlund, Puljujärvi und Manninen werden unter diesem System-Diktat zum Klumpenrisiko – und wenn sie nicht liefern, fehlen Servette die Mittel. Genf-Trainer Ville Peltonen muss sich vor dem vierten Spiel am Freitag entscheiden: Darauf warten, dass die Finnen irgendwann einen Weg finden? Oder verteilt er sie auf verschiedene Linien, um seine Offensive unberechenbarer zu machen?
Haudegen Marti kneift
Apropos Frustabbau: Kurz vor Ende der Partie am Mittwoch will sich Servette-Verteidiger Dave Sutter (195 cm, 105 kg) Lausannes Haudegen und Provokateur Aurélien Marti (190 cm, 92 kg) vorknöpfen. Ein Duell der Schwergewichte – man reibt sich schon die Hände. Auf fliegende Fäuste wartet man dann aber vergebens, Marti lehnt die Einladung ab.
Kevin Pasche dominiert Nati-Goalie Stéphane Charlin
Zahlen lügen nicht – auch wenn die Torhüter-Statistiken nicht alleine an den Goalies festgemacht werden können: Lausanne-Keeper Kevin Pasche hat bisher 96,16 Prozent aller Schüsse gehalten und im Schnitt 1,34 Gegentore zugelassen. Die Körpersprache kühl, kontrolliert und ruhig – solange man ihm nicht auf die Füsse tritt: Als ihm Servette-Topskorer Granlund am Mittwoch zu nahe kommt, antwortet er mit einer rechten Geraden. Auf der anderen Seite? Nati-Goalie Stéphane Charlin. Ein Shootout im ersten Spiel. Aber mit 3,04 Gegentoren pro Partie und einer Fangquote von 88,16 Prozent liegt er deutlich hinter Pasche.
Ken Jäger – Mann für alle Fälle
Als Mittelstürmer der dritten Angriffsreihe neben Yannick Zehnder und Jason Fuchs zeigt Ken Jäger am Mittwoch eine brillante Partie: Tor zum 1:0 per Abstauber im Powerplay. Die beste Bully-Quote aller Lausanner Mittelstürmer (56 Prozent gewonnene Anspiele), eine lehrbuchmässige Defensivleistung und dazu ein souveränes Puckmanagement. Reife Leistung.
Caggiula, Kahun, Czarnik & Co
Bei den Waadtländern haben in dieser Serie schon acht Spieler mindestens ein Tor erzielt: Caggiula (2), Kahun (2) sowie Riat, Czarnik, Baragano, Jäger, Rochette und Brännström. Für Servette haben bisher Puljujärvi, Jooris, Saarijärvi und Praplan je einmal getroffen.


