Darum gehts
- Kevin Fiala verletzte sich im Olympia-Spiel gegen Kanada am 11. Februar
- Unterschenkelbruch beendet seine Saison, Heim-WM-Teilnahme unwahrscheinlich
- 29-jähriger NHL-Stürmer seit einem Monat in Reha in Los Angeles
Es war ein Schockmoment vor knapp sechs Wochen. Als Kevin Fiala (29) in der Schlussphase des zweiten Olympia-Spiels gegen Kanada (1:5) nach einem Zweikampf mit Tom Wilson auf dem Bauch liegenbleibt und sich nicht bewegt. Auf der Trage enden für ihn die Olympischen Spiele, noch in Mailand wird seine Unterschenkel-Fraktur operiert. Wie bitter.
An diesem Mittwochnachmittag, bei ihm in Los Angeles ist es frühmorgens, sitzt er gut gelaunt an einem Videocall, an dem auch Blick teilnimmt. Der Hintergrund: Fiala ist Markenbotschafter von «Master your Journey», einem Trainingstool von Mental- und Performance-Coach Stefan Schwitter (42), der seit November 2023 in dieser Funktion die Eishockey-Nati betreut. So auch an der bevorstehenden Heim-WM. Sie laden gemeinsam zur Vorstellung dieses Tools.
«Nicht das, was man sich erträumt»
Bei der Nati hat der NHL-Stürmer der Los Angeles Kings Schwitter kennengelernt, erste positive Erfahrungen gemacht und danach im vergangenen Sommer die Zusammenarbeit mit ihm intensiviert: «Dies hat mich als Mensch auf positive Weise verändert.» Nicht zuletzt nach dem bitteren Olympia-Out.
Es sei im ersten Moment zwar eine kleine Welt für ihn zusammengebrochen: «Man will mit den anderen Jungs zusammen für sein Land spielen und dann auf diese Weise an den Olympischen Spielen auszuscheiden, ist nicht das, was man sich erträumt. Es war schon nicht einfach.»
Heim-WM? Unwahrscheinlich
Und doch sei es ihm relativ rasch gelungen, sein Schicksal zu akzeptieren: «Ich konnte meine Situation annehmen und darauf bin ich stolz. Anschliessend war ich dann einfach der grösste Fan der Nati.» Zu hadern, hätte ihn in diesem Moment ohnehin nicht weitergebracht. Früher sei er da anders gewesen: «Da hätte ich mich gefragt, warum dies ausgerechnet mir geschieht.» Er spricht davon, dass er nach seinem Oberschenkelbruch vor neun Jahren über Monate im Loch war, das sei jetzt anders.
«Mir geht es gut, einfach dem verletzten Bein noch nicht so», sagt Fiala an diesem Mittwoch. Seit einem Monat ist er zurück in Los Angeles und befindet sich in der Reha. Die Chancen, dass er in dieser Saison nochmals aufs Eis zurückkehren kann – sei es in möglichen Playoffs mit Los Angeles oder der Heim-WM mit der Nati – sind klein. Kings-GM Ken Holland hat Fialas Saison für beendet erklärt, daher bräuchte es fast schon ein Wunder. Fiala selbst will sich nicht auf Prognosen einlassen und sagt lediglich: «Ich schaue von Tag zu Tag.»

