Darum gehts
- Zwei Vorfälle in vier Wochen bei Titlis-Bergbahnen: Gondelabsturz und Felssturz
- 61-jährige Frau stirbt beim Gondelabsturz, Bahn vorübergehend stillgelegt
- Wartezeiten von über zwei Stunden trotz Sicherheitsmassnahmen und hoher Besucherzahlen
Die Bilder der zerstörten Gondel am Boden gingen Mitte März um die Welt. Sie hatte sich zwischen Trübsee und Stand vom Seil gelöst und war in die Tiefe gestürzt. Darin befand sich eine Frau (†61), die den Absturz nicht überlebte.
Wie konnte das passieren? Und das in der sicheren Schweiz. Genau das untersucht aktuell die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust).
«Präventive Schutzmassnahmen umgesetzt»
Knapp einen Monat später der nächste Vorfall. Ein Felssturz donnerte am Freitagnachmittag, unterhalb des Trübsees im Gebiet Gerschniberg OW, direkt an der Bergbahn vorbei. Verletzt wurde niemand. Aber: Die Gondelbahn Engelberg–Trübsee bleibt aus Sicherheitsgründen vorübergehend ausser Betrieb. Geologen und weitere Fachspezialisten stehen im Einsatz und beurteilen die Situation laufend gemeinsam mit der Naturgefahrenkommission der Gemeinde Engelberg. Zwei Vorfälle innert vier Wochen. Was ist nur los am Titlis?
«Die Titlis Bergbahnen verfügen über etablierte und bewährte Sicherheitskonzepte, die laufend überprüft und bei Bedarf angepasst werden. Bereits beim Bau der Anlagen wurden präventive Schutzmassnahmen umgesetzt», sagt André Sidler von Titlis Bergbahnen zu Blick.
Zu den Massnahmen gehören Ablenkkeile an den Bahnstützen – auch im Bereich, wo der Felssturz niederging. Sie reduzieren gezielt «potenzielle Auswirkungen von Naturereignissen auf die Infrastruktur», erklärt Sidler.
«Der Titlis ist und bleibt ein beliebtes Ausflugsziel»
Seit Montag sind Einsatzkräfte dran, die Felssturzspuren zu beseitigen. Der Bergbahnen-Sprecher zu Blick: «Dabei wird aktuell analysiert, wie der Felsbrocken, der sich noch im Hang befindet, gesichert beziehungsweise kontrolliert entfernt werden kann. Die Arbeiten erfolgen in enger Abstimmung mit der Gemeinde Engelberg, der Naturgefahrenkommission, Geologen sowie spezialisierten Unternehmen.»
Und er betont, dass bereits bei der Planung solche Naturereignisse berücksichtigt wurden. Darunter fallen auch Lawinen und Erdrutsche. Dass die beiden Vorfälle Besucher abschrecken, kann Sidler nicht feststellen. Die Zahlen würden darauf keinen Hinweis geben. «Der Titlis ist und bleibt ein beliebtes Ausflugsziel und Naherholungsgebiet. Die Sicherheit unserer Gäste und Mitarbeitenden steht jederzeit an erster Stelle.»
Und er betont: «Wir hatten ein gut besuchtes Wochenende mit vielen Gästen aus der Schweiz und dem Ausland.» In der Tat: So gut, dass es teilweise zu langen Schlangen kam. Die Ausflügler brauchten teilweise viel Geduld. Laut einem Leserreporter gab es «Wartezeiten von über zwei Stunden».