Darum gehts
- Spitzenkoch André Kneubühler (28) wird ab Mai Küchenchef im neuen Restaurant auf dem Titlis
- Zuvor ist Dietmar Sawyere (63) kurzfristig abgesprungen
- Kneubühler kocht noch bis Ende April im Walliser Luxushotel «The Omnia»
Überraschende Chefkoch-Rotation in der Schweizer Spitzengastro-Szene: Anfang März machte GaultMillau publik, dass dem neuen Gourmet-Tempel auf dem Titlis der Spitzenkoch abgesprungen ist. Dietmar Sawyere (63) – bekannt aus dem «Chedi» in Andermatt UR und dem «Kreuz» in Dallenwil NW – hätte Küchenchef im spektakulären Titlis Tower hoch über Engelberg OW werden sollen. Dann hat er es sich zwei Monate vor Eröffnung anders überlegt. Jetzt haben die Verantwortlichen namhaften Ersatz gefunden.
Es ist: André Kneubühler (28), wie GaultMillau weiss. Der Spitzenkoch aus dem Aargau gehört hierzulande zu den Besten seines Fachs: Das Magazin zeichnete den ehemaligen Schützling von Gastro-Pionierin Tanja Grandits (56) zuletzt mit 17 Punkten aus – und kürte ihn zur «Entdeckung des Jahres» 2025.
Deal per Handschlag
Die Neubesetzung ist für die Titlis-Bergbahnen, die das Mega-Projekt auf 3020 Metern über Meer verantworten, ein Glückstreffer. Nach dem plötzlichen Absprung von Sawyere im März mussten sie händeringend nach einem neuen «Executive Chef» für ihr Restaurant suchen. Und schnell eine Lösung finden: Im Mai wird der Titlis Tower, entworfen von den Basler Stararchitekten Jacques Herzog (75) und Pierre de Meuron (75), eröffnet.
Jetzt können die Betreiber aufatmen. Der Eröffnung steht nichts mehr im Weg. Aber wie kam es dazu? Die Entscheidung fiel schnell und überraschend, wie GaultMillau berichtet. Norbert Pratt, CEO der Bergbahnen, erklärt: «Ich bin nach Zermatt gefahren. Wir haben den Deal per Handschlag gemacht.» Die Verträge seien inzwischen unterzeichnet.
Warum genau nach Zermatt ins Wallis? Dort ist Kneubühler aktuell tätig – im Fünf-Sterne-Haus The Omnia Mountain Lodge. Aber nicht mehr lange. Ende Monat endet das Arbeitsverhältnis. Das Hotel wollte die Zusammenarbeit mit dem jungen Sternekoch nicht weiterführen. Es wurde gemunkelt, dass es hinter den Kulissen zu Knatsch gekommen ist.
Von Kneubühlers Seite hiess es bei Bekanntgabe der Trennung offiziell, er wolle «seine Handschrift noch konsequenter in einem stark spezialisierten Fine-Dining-Umfeld weiterentwickeln». Der Titlis Tower ist für ihn offenbar genau die richtige Herausforderung.