Das Seilbahn-Unglück vom Mittwoch in Engelberg beschäftigt die Schweiz auch noch am Donnerstag. Beim Absturz einer Kabine kam eine 61-jährige Frau aus der Region ums Leben. Trotz Reanimationsversuchen von Ersthelfern verstarb sie noch am Unfallort.
Jetzt äussert sich Arno Inauen, der CEO von Garaventa, zum Unglück. Seine Firma ist die Herstellerin der Gondeln. «Zum Zeitpunkt des Unfalls herrschten starke, böige Winde», sagt er zu Blick. «Nach aktuellem Kenntnisstand wurde das betroffene Fahrzeug durch eine unerwartet kräftige Böe so stark ausgelenkt, dass es mit einer Stütze kollidierte und in der Folge vom Seil gerissen wurde.»
Kein systematisches Problem
Der CEO führt weiter aus, dass sich die Anlage in einem technisch einwandfreien Zustand befunden hätte. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) hält laut Inauen explizit fest, dass sie nicht von einem systematischen Problem bei der Anlage ausgeht. Damit spricht der CEO die Klemme der Gondel an. Dieses Bauteil wurde in der Vergangenheit bereits kritisiert.
Die Sust untersucht den Vorfall aktuell. Gegenüber SRF sagt der zuständige Bereichsleiter, die Spuren an der Unfallstelle würden auf einen Zusammenstoss hindeuten. Dieser dürfte sich zwischen der Klemme und der Rollenbatterie an einem Masten ereignet haben, heisst es in dem Bericht weiter. Weshalb es zum Zusammenstoss kam, werde aber noch untersucht.
Mitarbeiter hätten richtig gehandelt
Die Verantwortlichen der Titlis Bergbahnen wollten sich bei der Pressekonferenz am Mittwoch nicht konkret zu den Windgeschwindigkeiten zum Zeitpunkt des Unglücks äussern. «Wir gehen davon aus, dass es gewindet hat. Die Frage ist, ob es Spitzengeschwindigkeiten waren oder Durchschnittsgeschwindigkeiten», sagte CEO Norbert Patt. Auch er sprach aber an, dass die Seilbahn «im technisch neuesten Zustand» gewesen sei. Die letzte Revision sei planmässig im vergangenen September gewesen.
Hans Wicki, Verwaltungsratspräsident der Titlis Bergbahnen, äusserte sich am Donnerstagmittag zum Unglück. Gegenüber Blick sagte er: «Aufgrund des starken Windes haben die Mitarbeiter entschieden, die Bahn abzustellen und die Gondeln in Sicherheit zu bringen.» Der Unfall habe sich ausgerechnet während dieser Prozedur ereignet. Die Mitarbeitenden hätten aber nach dem aktuellen Kenntnisstand richtig gehandelt.