Darum gehts
- In Engelberg stürzte am Mittwoch eine Gondel ab, eine Frau starb
- Der Unfall passierte laut Titlisbahnen während Sicherung der Gondeln
- Sust warnte 2021 vor Klemmen, die beim Unfall eine Rolle gespielt haben könnten
Im Skigebiet Engelberg ereignete sich am Mittwoch ein tragischer Unfall: Eine Gondel stürzte zu Boden und überschlug sich mehrfach. In der Kabine befand sich eine 61-Jährige aus der Region. Trotz Reanimationsversuchen von Ersthelfern verstarb sie noch am Unfallort.
Nun äussert sich der FDP-Ständerat und Verwaltungsratspräsident der Titlis Bergbahnen, Hans Wicki, erstmals zum Vorfall. Gegenüber Blick sagt er: «Aufgrund des starken Windes haben die Mitarbeiter entschieden, die Bahn abzustellen und die Gondeln in Sicherheit zu bringen.» Der Unfall habe sich ausgerechnet während dieses Vorgangs ereignet. Die Mitarbeitenden hätten aber nach dem aktuellen Kenntnisstand richtig gehandelt.
Wicki zeigt sich äusserst betroffen. «Die Titlisbahnen investieren viel in Sicherheit und Kontrollen – ein solches Unglück darf nicht passieren», sagt der Nidwaldner.
Vermutung: Fehler bei der Klemme
An der Pressekonferenz am Mittwoch erklärte Norbert Patt, CEO der Titlis Bergbahnen, dass beim Unfall die Klemme eine wichtige Rolle gespielt habe. Brisant ist, dass die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) den Klemmen von der Firma Doppelmayr Garaventa bereits 2021 ein schlechtes Zeugnis ausstellte. Mehrere Schweizer Bergbahnen, darunter auch die Titlis Bergbahnen, verwenden diese Klammern.
Zu diesem Thema will sich Wicki am Donnerstag nicht näher äussern. Ob es Materialprobleme gegeben habe, würden die Analysen der Sust zeigen, sagt er. Die letzte Revision im September letzten Jahres sei ohne Auflagen und erfolgreich abgeschlossen worden.