Betreiberpaar zeigt sich in der Öffentlichkeit
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Erstmals seit der Tragödie:Betreiberpaar zeigt sich in Öffentlichkeit

«Beispiellose Anzahl schwerwiegende Fehler»
Jetzt fordert auch Vater von verstorbenem Mädchen (†15) einen Sonderstaatsanwalt

In Crans-Montana kam es in der Neujahrsnacht zu einem verheerenden Brand, der 41 Todesopfer forderte. Im Ticker halten wir dich über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden.
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Am 9. Januar fand ein nationaler Trauertag statt.
Foto: AP

Darum gehts

  • Die verheerende Brandkatastrophe in der Bar Le Constellation forderte 41 Todesopfer
  • Das Barbetreiberpaar Jacques und Jessica Moretti wurde befragt, Jacques Moretti kam in Polizeigewahrsam
  • Das Feuer wurde durch Wunderkerzen an Champagnerflaschen ausgelöst
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Blick Newsdesk
10.02.2026, 15:31 Uhr

Vater von verstorbenem Mädchen (†15) fordert Ernennung eines Sonderstaatsanwalt

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Im Fall der Tragödie von Crans-Montana wurde ein neuer Antrag auf Einsetzung eines Sonderermittlers gestellt: Der Vater eines 15-jährigen Mädchens, das im Le Constellation ums Leben gekommen ist, ist laut ​​​​RTS​​​​ der Ansicht, dass ein Ortswechsel unerlässlich ist, damit das Verfahren ordnungsgemäss ablaufen kann.

Der Vater soll den Antrag am 9. Februar eingereicht haben. Vertreten durch seinen Anwalt Garen Ucari, stellte er bereits am 6. Februar einen Antrag auf Befangenheitsausschluss aller Staatsanwälte, die die Tragödie vom 1. Januar untersuchten.

In seinem Antrag auf Befangenheit prangerte er «das Vorliegen einer beispiellosen Anzahl schwerwiegender Mängel und Fehler an, die mit den Erfordernissen eines fairen Verfahrens in einem Fall von solch grossem Ausmass und solcher Brisanz unvereinbar sind».

Für ihn scheint «nur die Ernennung eines oder mehrerer ausserordentlicher Staatsanwälte von ausserhalb des Kantons Wallis» diese Situation noch beheben zu können, schreibt der Sender. 

Während über den Befangenheitsantrag das Kantonsgericht entscheidet, muss über den Antrag auf Einsetzung eines ausserordentlichen Staatsanwalts die Staatsanwaltschaft selbst entscheiden. Trotz zwei Anträgen hat die Staatsanwaltschaft sich bisher gegen diesen Schritt entschieden. 

10.02.2026, 17:52 Uhr

Wallis beruft Sicherheitsbeauftragte der Gemeinden zusammen

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Das IT-Debakel ist riesig und hatte möglicherweise drastische Konsequenzen: Der Kanton Wallis hat sich am Dienstag gegen Versuche gewehrt, ihm eine Mitverantwortung für unterlassene Brandschutzkontrollen in Crans-Montana VS aufzubürden. Er reagierte damit auf Aussagen des Sicherheitsbeauftragten der Gemeinde im Rahmen von Einvernahmen zur Brandkatastrophe von Silvester. Mehr dazu kannst du in diesem Artikel lesen. 

Der seit Mai 2024 amtierende Sicherheitschef von Crans-Montana, Georges T.* sagte den Ermittlern, eine Systemumstellung beim System zur Verwaltung der Aufgaben und Fristen habe seine Aufgabe erschwert und zu Verzögerungen bei den Brandschutzkontrollen beigetragen. 

Im Jahr 2022 hatein Informatiker, der das System namens VS-FIRE verwaltete, versucht, die Polizei und die Feuerwehr zu erpressen, so der Sicherheitschef vor den Ermittlern weiter. Gegen den Informatiker wurde ein Strafverfahren eingeleitet und der Kanton Wallis beschloss, das System nicht mehr zu verwenden. In diesem Artikel hat mein Kollege Martin Meul erklärt, welche Geschichte hinter dem IT-Geschäftsmann steckt. 

Ebenfalls am Dienstag wurde bekannt, dass der Kanton Wallis die Sicherheitsbeauftragten der Walliser Gemeinden zu zwei Sitzungen einberufen hat. Die abendlichen Treffen seien in erster Linie als Gelegenheit zum offenen und konstruktiven Austausch gedacht. Das sagte Marie-Claude Noth-Ecoeur, Chefin der Dienstelle für zivile Sicherheit und Militär beim Walliser Staatsrat.

10.02.2026, 17:21 Uhr

So viele Verletzte liegen noch im Spital

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Vierzig Tage nach dem tödlichen Brand von Crans-Montana liegen weiterhin noch 25 Brandverletzte in Schweizer Spitälern – neun davon in Rehabilitationskliniken. Weitere 39 Opfer befinden sich noch im Ausland in medizinischer Betreuung, darunter 18 Schweizer Staatsangehörige, teilt die Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. 

Foto: keystone-sda.ch

In der Schweiz werden die meisten Verletzten im Universitätsspital Lausanne (9) versorgt, gefolgt von den Spitälern in Sitten und Morges mit je vier Patienten. Im Kinderspital Zürich befinden sich nach zwei Entlassungen noch drei Kinder – zwei davon auf der Intensivstation. Das Universitätsspital Zürich betreut fünf weitere Patienten.

Im Ausland werden noch 17 Patienten in Frankreich, 12 in Italien, 6 in Deutschland und 4 in Belgien versorgt. 

10.02.2026, 16:58 Uhr

Opferanwälte fordern Staatsfonds

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Sie kämpfen, wissen nicht, wie es weitergeht und arbeiten trotzdem mit aller Kraft an ihrer Genesung. Für die Opfer von Crans-Montana werden die nächsten Wochen und Jahre hart. Es stehen Operationen und intensive Rehabilitation an – auch Angehörige benötigen langfristige psychologische und soziale Unterstützung.

Foto: keystone-sda.ch

Die Kosten, die auf die Betroffenen zukommen, sind immens. Nun fordern Opferanwälte gegenüber SRF die Schaffung eines Staatsfonds. Dieser soll schnell und unbürokratisch Hilfe leisten. «Es ist auch wichtig für die Ehre der Schweiz», sagt Sébastien Fanti gegenüber dem Sender. Er vertritt mehrere Opferfamilien. 

Der Bund erklärt in einer Mitteilung vom Januar, er sei bereit, Unterstützung zu leisten und prüft derzeit mögliche Lücken im bestehenden Hilfsangebot. Ein Staatsfonds enthält öffentliche Gelder und kann langfristig verwaltet werden. Seine Kompetenzen sind vorab definiert. 

10.02.2026, 16:20 Uhr

Ex-Sicherheitschef befragt: Jetzt gibt es neue Details

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Es waren bemerkenswerte Aussagen: Am Montag sagte der ehemalige Sicherheitschef von Crans-Montana, Silvan P.* vor der Staatsanwaltschaft aus. Wie meine Kollegin Natalie Zumkeller bereits gestern im Ticker erklärte, sagte P. aus, der Schaumstoff an der Decke des Le Constellation sei nicht im Pflichtenheft der Kontrollen aufgelistet gewesen. 

Nun gibt es neue Details: P. machte während des 12-stündigen Verhörs sowohl seinen Vorgänger in der früheren Gemeinde Chermignon als auch die zuständigen Behörden mitverantwortlich, berichtet «24 heures». Er erklärte, dass der Akustikschaumstoff 2015 bei der Übernahme durch Jessica und Jacques Moretti hätte überprüft werden müssen. Damals habe ein Brandschutzbericht der Gemeinde Chermignon jedoch die Einhaltung der Vorschriften bestätigt. In diesem Artikel findest du fünf Faktoren, weshalb die Gefahr des Schaumstoffs möglicherweise unterging. 

Bei Kontrollen in den Jahren 2018 und 2019 wurden zwar Mängel festgestellt, etwa unzureichende Brandschutzschulungen des Personals, diese galten laut dem ehemaligen Sicherheitschef jedoch nicht als schwerwiegend genug, um eine Schliessung durch den Kanton Wallis zu rechtfertigen. Zudem sei es damals politisch nicht das Ziel gewesen, Betriebe möglichst häufig zu schliessen.

* Name geändert

10.02.2026, 15:58 Uhr

Alle Opfer in Mailänder Spital sind ausser Lebensgefahr

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Gute Nachrichten aus Mailand: Alle Verletzten, die ins Mailänder Niguarda-Spital eingeliefert wurden, sind ausser Lebensgefahr. Diejenigen, die dort auf der Intensivstation lagen, sind auf die Abteilung für Brandverletzte verlegt worden. Zudem durfte eine 55-jährige schweizerisch-italienische Doppelbürgerin das Spital verlassen.

Dies gab der Sozialdezernent der Region Lombardei, Guido Bertolaso, am Dienstag am Rande der Sitzung des Regionalrates vor den Medien bekannt. 

Foto: IMAGO/Independent Photo Agency Int.

Das 1939 eröffnete Grande Ospedale Metropolitano Niguarda ist das grösste Spital in der norditalienischen Metropole Mailand und gehört im weltweiten Spitalranking zu den besten. Bei der Brandkatastrophe kamen auch sechs italienische Opfer ums Leben. 

Das Vorgehen der Walliser Staatsanwaltschaft löste in Italien viele Diskussionen aus. ​«Wir sind fassungslos», sagte beispielsweise der italienische Aussenminister Antonio Tajani​, als Bar-Betreiber Jacques Moretti aus Untersuchungshaft entlassen wurde. 

10.02.2026, 15:38 Uhr

Bergrestaurants müssen ihre Kapazitäten drastisch reduzieren

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Ernüchterung in Anzère VS: Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana zieht der Kanton Wallis seine Zügel an. Im Wintersportort müssen zwei Bergrestaurants ihre Kapazitäten drastisch reduzieren, berichtet RTS

Auch in Verbier wurden Unregelmässigkeiten festgestellt, darum musste eine Bar seine Türen schliessen. Auch in einer weiteren Bar wurden Mängel festgestellt. Im Wesentlichen sei es entweder um eine zu hohe Besucheranzahl gegangen oder die Notausgänge seien versperrt gewesen. 

Foto: Getty Images/EyeEm

Die betroffenen Betriebe müssen «die notwendigen Massnahmen ergreifen. Das bedeutet, dass man am nächsten Tag nicht mehr zurückkehren und dasselbe Problem vorfinden sollte», erklärte Fabien Sauthier, Gemeindepräsident von Val de Bagnes, in den 19.30-Uhr-Nachrichten von RTS. 

10.02.2026, 15:36 Uhr

Brandopfer Mélanie schreibt bewegenden «offenen Brief»

Von Alexander Terwey, Stv. Teamlead Newsdesk

Der verheerende Brand in der Bar Le Constellation in Crans-Montana hinterlässt bei den Opfern nicht nur körperlichen Schmerz, sondern auch seelischen.

Eines der Opfer ist Mélanie Van de Velde. Beim Inferno in der Silvesternacht erlitt die 32-Jährige schwerste Verbrennungen. In einem «offenen Brief», wie sie selbst schreibt, spricht sie über den schweren Genesungsweg und den harten Alltag, den sie durchlebt.

Mélanies Beitrag auf Facebook wurde bereits mehr als 6000 Mal geteilt. Sie kämpft sich nicht nur zurück ins Leben, sie kämpft auch gegen das Vergessenwerden. Es ist eine Geschichte, die tief bewegt. Meinen Artikel dazu liest du hier.

10.02.2026, 14:48 Uhr

Wagt es die Staatsanwaltschaft, den Kanton anzuklagen?

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Die Kritik ist riesig: Jahrelang verantwortete Informatiker Jean D.* das IT-System der Walliser Polizei und Feuerwehr. Als D. in die Psychiatrie eingeliefert wurde, gingen wichtige Daten verloren. Die Sicherheitsverantwortlichen konnten nicht mehr auf die Kontrolldaten des Le Constellation zurückgreifen. Dadurch wurden Kontrollen vernachlässigt. 

Aus diesem Grund stellt sich jetzt die Frage, wer die Verantwortung übernehmen muss. Ist es der Kanton? Meine Kollegen Sebastian Babic und Nicolas Lurati haben in diesem Artikel die wichtigsten Fragen erläutert. 

* Name geändert

10.02.2026, 12:46 Uhr

Patient aus Deutschland darf zurück in die Schweiz

Von Natalie Zumkeller, Redaktorin am Newsdesk

Frohe Botschaft aus Deutschland: Ein Brandopfer des Inferno von Crans-Montana konnte aus dem Uni-Spital in Aachen zurück in die Schweiz gebracht werden. Hier soll der Verletzte nun seine Reha beginnen, wie unter anderem t-online berichtet.

Der junge Mann wurde per Helikopter nach Aachen gebracht.
Foto: KEYSTONE

Wie schwer die Verletzungen des jungen Manns waren, ist nicht bekannt. Laut dem Sprecher des Uniklinikums Aachen, Mathias Brandstädter, wurde die Erstversorgung jedoch erfolgreich abgeschlossen. Kurz nach der Tragödie wurde der Betroffene, offenbar bewusstlos, per Helikopter in die deutsche Stadt gebracht. Er musste zunächst beatmet werden.

Nach dem Brand in dem Walliser Bergort wurden viele der Schwerverletzten aufgrund fehlender Kapazitäten oder einem Mangel an auf Brandopfer spezialisiertem Personal in ausländische Spitäler verlegt. Einige dürfen nun für die Rehabilitation zurück in die Schweiz – unter ihnen ist zum Beispiel auch die 18-jährige Roze. Ihre Geschichte kannst du hier nachlesen.

10.02.2026, 10:27 Uhr

9 Brandopfer absolvieren Reha in Suva-Kliniken

Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk

Aktuell befinden sich 8 Patientinnen und Patienten in der Suva-Klinik in Sitten VS, eine weitere Person absolviert die Reha in der Suva-Klinik in Bellikon AG. Das erklären die Kliniken in einer Medienmitteilung. «In den kommenden Wochen ist die schrittweise Aufnahme weiterer Betroffener aus Schweizer Akutspitälern sowie aus europäischen Spitälern vorgesehen», heisst es darin. 

Um einen möglichst reibungslosen Übergang der Verletzten in die Rehabilitationsphase gewährleisten zu können, wurden in den vergangenen zwei Wochen Expertenteams in mehrere europäische Länder entsandt. Organisiert wurden die Einsätze vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz. Den Rehabilitationsprozess in den beiden Einrichtungen werden französischsprachige Psychotherapeuten und Sozialarbeiter begleiten.

Die Rehaklinik in Bellikon AG.

Alle aktuell in den Suva-Kliniken aufgenommenen Opfer der Brandkatastrophe in der Bar Le Constellation in Crans-Montana VS haben einen Wohnsitz in der Schweiz. Man hat sich zum Ziel gesetzt, dass Patientinnen und Patienten aus dem Wallis nach Möglichkeit die Reha in Sitten wohnortsnah absolvieren können.

Der Chef der Suva-Kliniken, Gianni Roberto Rossi, hat mir Mitte Januar erklärt, dass es für den Weg zurück ins Leben Geduld braucht. So viel ist klar: Für die Brandopfer wird die Reha alles andere als ein Zuckerschlecken.

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