Betreiberpaar zeigt sich in der Öffentlichkeit
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Erstmals seit der Tragödie:Betreiberpaar zeigt sich in Öffentlichkeit

Sicherheitschef befragt
«Habe Brandschutzprüfung nicht bestanden, sie war sehr schwierig»

In Crans-Montana kam es in der Neujahrsnacht zu einem verheerenden Brand, der 41 Todesopfer forderte. Im Ticker halten wir dich über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden.
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Am 9. Januar fand ein nationaler Trauertag statt.
Foto: AP

Darum gehts

  • Die verheerende Brandkatastrophe in der Bar Le Constellation forderte 41 Todesopfer
  • Das Barbetreiberpaar Jacques und Jessica Moretti wurde befragt, Jacques Moretti kam in Polizeigewahrsam
  • Das Feuer wurde durch Wunderkerzen an Champagnerflaschen ausgelöst
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Blick Newsdesk
07:16 Uhr

Weitere Versäumnisse? Drei Schulen zuletzt 2017 kontrolliert

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

In der Gemeinde Crans-Montana gab es offenbar noch weitere Versäumnisse. Neben Bars und Restaurants wurden laut «Le Nouvelliste» auch in Schulen und Veranstaltungsräumen die vorgeschriebenen jährlichen Brandschutzkontrollen nicht durchgeführt. 

Aus von der Gemeinde der Justiz übergebenen Unterlagen gehe hervor dass drei Schulzentren letztmals 2017 kontrolliert worden seien. Einige zur Vermietung angebotene Säle seien gemäss Bericht nie überprüft worden andere ebenfalls zuletzt 2017, berichtet die Zeitung. 

Hinzu kommt: Auf der Website der Gemeinde fehlen seit der Brandkatastrophe plötzlich fünf von insgesamt 19 Gemeinderäumlichkeiten, die man mieten kann.

«Le Nouvelliste» stellt die Frage: Hat dies mit fehlenden Kontrollen im Brandschutz zu tun? Diese Räume seien nicht mehr sichtbar, «weil sie noch nicht inspiziert wurden oder weil kleinere Nachbesserungen erforderlich sind», erklären die Behörden von Crans-Montana gegenüber dem Blatt. 

In mehreren Hallen wurde zudem die Kapazitätsgrenze gesenkt. Dabei sei Crans-Montana kein Einzelfall. Im Hintergrund würden viele Walliser Gemeinden die Zahlen der Höchstbelegung reduzieren. 

06:47 Uhr

Neue Details: Sicherheitschef spricht über Personalmangel und «unmögliche Zeitpläne»

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

«Sehr distanziert» und wenig überzeugend habe der aktuelle Sicherheitsbeauftragte Georges T.* bei seiner Anhörung in Crans-Montana gewirkt. Das berichteten Anwesende dem französischen Sender BFMTV. T. wurde am Freitag von der Staatsanwaltschaft zu den Versäumnissen beim Brandschutz im Lokal Le Constellation befragt, wie mein Kollege Mattia Jutzeler bereits im Tickereintrag vom Freitag, 15.45 Uhr, erklärt hat. Für Schlagzeilen sorgte vor allem, dass T. offenbar nicht über ein Brandschutz-Zertifikat verfügte. 

T. übernahm 2024 das Amt des Sicherheitsverantwortlichen in Crans-Montana und hätte das Lokal damit mindestens einmal kontrollieren müssen. Das passierte aber nicht. 

Nun gibt es neue Details zu seinen Aussagen: Wie BFMTV unter Berufung auf Teilnehmer berichtet, soll T. die Versäumnisse unter anderem damit gerechtfertigt haben, dass er zu wenig Personal hatte und die Zeitpläne unmöglich einzuhalten waren. 

Unter diesen Umständen habe er den Brandschutzkontrollen in Privathaushalten der Gemeinde Vorrang eingeräumt. Er versicherte zudem, dass er das Problem vor Januar 2025 seinem Arbeitgeber, also der Gemeinde, gemeldet habe.

Bei seiner Anhörung erklärte T. auch, dass seine Arbeit durch den fehlenden Zugang zu alten Daten erschwert worden sei. Eine Softwareumstellung habe die Aktualisierung der Daten verzögert, wie wir bereits im Tickereintrag von gestern, 15.45 Uhr thematisiert haben. Unter den betroffenen Daten hätten sich auch diejenigen des Le Constellation befunden. 

Und auch zur Frage der Zertifizierung gibt es neue Erkenntnisse. T. soll zugegeben haben, die entsprechende Prüfung nicht bestanden zu haben. «Ich habe die Brandschutzprüfung nicht bestanden, sie war sehr schwierig, nur sehr wenige schaffen sie.» Zu einer Wiederholung konnte er offenbar nicht antreten, da er sich zu diesem Zeitpunkt einer Operation unterziehen musste. Dennoch habe er Schulungen in dem Bereich absolviert und sei 16 Jahre als Feuerwehrmann und Sicherheitsbeauftragter einer anderen Gemeinde tätig gewesen. 

* Name geändert

06.02.2026, 22:15 Uhr

Trotz Spannungen: Parmelin schüttelt Meloni bei Olympia-Eröffnung die Hand

Von Keystone-SDA

Bundespräsident Guy Parmelin (66) hat an der Eröffnung der Olympischen Winterspiele am Freitagabend auch der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49) die Hand geschüttelt.

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Meloni hatte die Schweiz für die aus ihrer Sicht mangelhafte Aufarbeitung der Brandkatastrophe von Crans-Montana wiederholt scharf kritisiert. Als Konsequenz wurde der italienische Botschafter am 24. Januar aus Bern nach Rom zurückgerufen. Bislang ist er nicht in die Schweiz zurückgekehrt.

Gründe für den Groll in Italien sind unter anderem fehlende Obduktionen, die Freilassung des Betreibers der Inferno-Bar nach Zahlung einer Kautionssumme und ausbleibende Entschädigungen für Angehörige der Opfer.

Wie die Politiker in der Schweiz mit der Kritik aus Italien umgehen, kannst du hier nachlesen.

06.02.2026, 15:45 Uhr

Das sagt der Sicherheitsverantwortliche bei seiner Anhörung

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Der derzeitige Sicherheitsverantwortliche Georges T.* von Crans-Montana wurde am Freitag in Sitten VS verhört. Dabei wurde unter anderem seine Zertifizierung unter die Lupe genommen. Wie Rai News berichtet, besitzt T. nämlich keine Brandschutzzertifizierung, sondern lediglich eine Zertifizierung im Bereich Gesundheit und Sicherheit. Es sei derzeit allerdings noch unklar, ob die fehlende Zertifizierung für die Position als Sicherheitsverantwortlicher überhaupt erforderlich ist. 

Der Sicherheitsverantwortliche Georges T. wurde in Sitten verhört. (Credit: zVg)

Bei der Vernehmung kamen auch die mangelnden Sicherheitskontrollen in der Inferno-Bar Le Constellation zur Sprache. Zwischen den Jahren 2019 und 2026 wurde der Betrieb nämlich nicht kontrolliert.

Laut dem Sicherheitsverantwortlichen wurde diese Lücke durch Probleme bei der Aktualisierung des IT-Systems verursacht, mit dem die Kontrollen in der Gemeinde verwaltet werden. Die Softwareumstellung habe die Aktualisierung der Kontrolldateien verzögert, sagte T. während seiner Vernehmung.

Während der Befragung wurde das Handy von T. von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt, berichtet Rai News weiter. Die Beschlagnahme sei notwendig, um die Daten auf dem Mobiltelefon zu untersuchen.

*Name geändert

06.02.2026, 13:39 Uhr

Parmelin besucht Brandopfer in Mailänder Spital

Von Keystone-SDA

Bundespräsident Guy Parmelin hat am Donnerstag im Mailänder Niguarda-Spital die durch den Brand in Crans-Montana VS verletzten italienischen Patienten besucht. Parmelin, der in Mailand an der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele teilnimmt, überbrachte seine Grüsse an die acht Personen, die noch auf der Intensivstation und in der Brandverletzten-Abteilung des Spitals behandelt werden. Mehr dazu gibt es hier

Foto: IMAGO/Independent Photo Agency Int.
06.02.2026, 12:09 Uhr

Vater eines Brandopfers reicht brisanten Antrag ein

Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk

Wie RTS berichtet, soll ein Kläger in dem Strafverfahren gegen die Verantwortlichen der Brandkatastrophe in der Bar Le Constellation in Crans-Montana VS einen Antrag auf Befangenheitsausschluss aller an der Untersuchung beteiligter Staatsanwälte gestellt haben. Die Walliser Staatsanwaltschaft steht seit Wochen in der Kritik. Ein Anwalt hatte bereits die Einsetzung eines Sonderermittlers beantragt, dieser Antrag wurde jedoch von der Walliser Staatsanwaltschaft abgelehnt. Insgesamt arbeiten fünf Staatsanwälte an dem Fall.

Der Vater eines Opfers will, dass Beatrice Pilloud und ihre Kolleginnen und Kollegen von dem Fall abgezogen werden.
Foto: Getty Images

Im neuen Antrag werden der Staatsanwaltschaft dem Bericht des Westschweizer Fernsehsenders nach schwerwiegende Mängel und Fehler bei der Durchführung des Verfahrens vorgeworfen. Nach Ansicht des Klägers lassen diese Mängel Zweifel an der Bereitschaft der Staatsanwaltschaft aufkommen, die strafrechtlichen Ermittlungen ordnungsgemäss durchzuführen. Am vergangenen Wochenende hatten mehrere Eltern bei einem Trauermarsch in Lutry VD ihre Wut auf die Behörden geäussert

«Dieser Ablehnungsantrag konnte kaum ausbleiben. Die Häufung von Fragen und Ungereimtheiten ist der Grund dafür», sagte Rechtsanwalt Sébastien Fanti, der mehrere Familien vertritt, Keystone-SDA auf Anfrage. «Im Namen der Opfer können wir nur hoffen, dass die zuständigen Justizinstanzen rasch über das Gesuch entscheiden», so Fanti. Er betonte, dass der Antrag von einem anderen «Anwalt einer der Parteien» stamme.

06.02.2026, 11:30 Uhr

«Wir sind am Boden zerstört»

Von Johannes Hillig, Redaktor am Newsdesk

Die Vorwürfe haben es in sich. Fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Brandstiftung. Die Walliser Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Jacques Moretti und Jessica Moretti nach dem Silvester-Horror mit 41 Toten und 115 Verletzten.

Heute kam das Paar für eine Anhörung nach Sitten. Und auf dem Weg dorthin beteuerten die Morettis, dass kein Tag vergehe, an denen sie nicht an die Opfer denken würden. «Wir denken keinen einzigen Augenblick nicht an die Opfer», sagte Jacques Moretti zur französischen Nachrichtenagentur AFP. Und weiter: «Nicht einen einzigen Augenblick, so Gott will.»

Jacques Moretti auf dem Weg zur Anhörung am Freitag.

Der Silvester-Horror sei auch für die Morettis furchtbar gewesen. Sie seien «am Boden zerstört». 

Wie wurde die Bar Le Constellation überhaupt zur Todesfalle? Das zeigt eine Simulation. Fest steht: Mehr Notausgänge hätten die Evakuierung deutlich beschleunigt und möglicherweise Leben gerettet.

06.02.2026, 08:41 Uhr

5-Sterne-Hotel in Crans-Montana VS per sofort geschlossen

Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk

Jetzt greift die Gemeinde Crans-Montana VS beim Brandschutz durch – und schliesst ein 5-Sterne-Hotel per sofort. Mitten in der Hochsaison muss das Grand Hôtel du Golf & Palace zumachen. Der offizielle Grund: Mängel in der Umsetzung von Brandschutzvorschriften.

Ein Blick-Reporter war am Donnerstagabend vor Ort und fotografierte das stockfinstere Hotel.

Mein Kollege Martin Meul war vor Ort. Was er dort beobachtet hat? Das erfährst du hier.

06.02.2026, 08:34 Uhr

Vater von Opfer will Bürge der Morettis konfrontieren

Von Marian Nadler, Redaktor am News-Desk

Christian Pidoux trauert um seinen Sohn Trystan (†17), der bei der Brandkatastrophe in der Bar Le Constellation ums Leben kam. Unter die Trauer hat sich aber auch Wut gemischt. Pidoux will jetzt den Bürgen der Morettis, einen bedeutenden Schweizer Uhren-Erben, konfrontieren, wie er «Corriere della Sera» sagt. «Ich könnte in den nächsten Tagen bei ihm klingeln.»

Dass die Morettis nach der Zahlung der Kaution in Höhe von 200'000 Franken auf freiem Fuss seien, sei «eine Ungerechtigkeit, wenn man bedenkt, dass mein Sohn Trystan nicht mehr unter uns weilt». Hässig ist Pidoux auch auf die Lokalpolitiker im Wallis. Zum Gedenkmarsch in Lutry VD am vergangenen Samstag sei kein einziger Politiker erschienen, «nicht einmal der Bürgermeister», klagt Pidoux an.

Christian Pidoux wird kein Freund von Le Constellation-Betreiber Jacques Moretti mehr.
Foto: AFP

Erneut wiederholt er auch die unbelegte Anschuldigung, Jacques Moretti sei Teil der korsischen Mafia. «In Crans ist alles möglich. Man kommt mit Koffern voller Bargeld an, das man hier und da zusammengetragen hat, und investiert es, wo man will, ohne dass einen jemand fragt», wirft er den Behörden vor.

Was Blick über den Uhren-Erben weiss, liest du hier.

06.02.2026, 08:06 Uhr

Moretti-Ziehsohn wird 12 Stunden befragt

Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk

Fast zwölf Stunden lang wurde Jean-Marc Gabrielli am Donnerstag von der Polizei befragt. Das berichtet der französische Sender BFMTV. Er erklärte demnach, er habe in der Unglücksnacht versucht, den Opfern bei der Flucht zu helfen. Jessica Moretti soll bei der Vernehmung dabei gewesen und in Tränen ausgebrochen sein, als der Ziehsohn des Ehepaars von den verzweifelten Versuchen berichtete, die Saisonkraft Cyane Panine (†24) zu retten. Ein Teilnehmer der Sitzung sagte BFMTV, das sei ein «sehr emotionaler Moment» gewesen. 

Gabrielli berichtete, Jacques Moretti habe ihm zugerufen, er habe Cyane Panine gefunden und sein Adoptivvater habe eine Stunde lang versucht, sie wiederzubeleben. Er selbst habe ihr Mund-zu-Mund-Beatmung gegeben. Dies bestätigt Jacques Morettis Darstellung des Geschehens. Jessica Moretti habe derweil nach einem Arzt gesucht. Dieser habe sie angewiesen, die Reanimationsmassnahmen einzustellen.

Jean-Marc Gabrielli soll am Donnerstag 12 Stunden lang von der Polizei vernommen worden sein.

Gabrielli berichtete auch, dass er und Panine seit einem Monat ein Paar gewesen seien. Die Familie hat dies bislang immer bestritten. Die junge Frau habe Jessica Moretti sehr gemocht, sagte er aus. Sie habe sogar ihr letztes Weihnachtsfest mit ihnen verbracht. Jessica Moretti nannte sie den Angaben Gabriellis zufolge «Tante Jessica». An der Beerdigung der Kellnerin haben Jacques und Jessica Moretti nicht teilgenommen.

Auch zu der angeblich geschlossenen Nebeneingangstür im «Le Constellation» äusserte sich der Adoptivsohn der Morettis. Einerseits behauptete Jacques Moretti, einer seiner Angestellten habe zugegeben, die Tür geschlossen zu haben. Andererseits bestand ein Angestellter darauf, dass die Tür bereits geschlossen gewesen sei. Gabrielli soll die Version des Inhabers bestätigt haben. Auf die Frage nach Jacques Morettis Verhältnis zu Geld und Sicherheit soll Gabrielli zudem geantwortet haben, dass sich der Inferno-Bar-Betreiber immer für Sicherheit entscheide.

Wie wurde die Bar Le Constellation zur Todesfalle? Das zeigt eine Simulation. Fest steht: ​​Mehr Notausgänge hätten die Evakuierung deutlich beschleunigt und möglicherweise Leben gerettet​​.

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