So kam es zum Drama in Crans-Montana
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Feuer-Hölle in Bar:So kam es zum Drama in Crans-Montana

Dank 200'000 Franken wurden der Barbetreiber von Crans-Montana aus der U-Haft entlassen
Steckt ein Schweizer Uhren-Erbe hinter Morettis Kaution?

Woher kamen die 200'000 Franken, die dem Barbetreiber Jacques Moretti den Weg in die Freiheit ebneten? Die Hinweise verdichten sich nun, dass das Geld von einem bedeutenden Uhrenunternehmer aus der Westschweiz kam.
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Am letzten Freitag wurde Jacques Moretti aus der Untersuchungshaft entlassen.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Für Jacques Moretti und Jessica Moretti sind insgesamt 400'000 Franken Kaution hinterlegt worden
  • Uhrenunternehmer soll die Kaution gestellt haben
  • 2023: Gemeinsames Autorennen von Moretti und auf Korsika
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Am letzten Freitag war Jacques Moretti (49), Betreiber der Bar Le Constellation in Crans-Montana, aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Zuvor hatte das Walliser Zwangsmassnahmengericht die dafür nötige Kaution auf 200'000 Franken festgelegt. Anstelle der Haft «wurden Ersatzmassnahmen angeordnet, um der Fluchtgefahr des Angeklagten entgegenzuwirken», heisst es in dem Schreiben des Gerichts. Er muss seine Ausweis- und Aufenthaltsdokumente bei der Staatsanwaltschaft hinterlegen und sich täglich bei einer Polizeidienststelle melden. Dazu eben die Kaution.

Zunächst war unklar, woher das Geld kam. Gemäss Medienberichten wurden die 200'000 Franken von einem «anonymen Freund» bezahlt. Auch für Jessica Moretti sollen 200'000 hinterlegt worden sein – von der gleichen Person, wie etwa «Corriere della Sera» schreibt. Wie «La Repubblica» berichtete, handelt es sich dabei um einen Genfer Millionär mit Konto in Dubai. Vom Gericht heisst es dazu nur: Die «Herkunft der Gelder sowie die Art der Beziehungen zwischen dem Angeklagten und der Person, die diesen Betrag gezahlt hat, einem seiner engen Freunde», sei geprüft worden.

Hat ein Uhren-Erbe das Geld ausgelegt?

Wie Blick nun aus dem Umfeld der Opfer des Infernos von Crans-Montana vernommen hat, soll die Kaution von einem bedeutenden Uhren-Erben beglichen worden sein. Dabei geht es um eine der reichsten Uhrenfamilien der Schweiz.

Der Erbe hatte schon mehrfach öffentlich dokumentierte Kontakte mit Jacques Moretti. Der Uhren-Spross ist neben der Uhrenindustrie in weiteren Branchen aktiv, etwa mit mehreren Immobilienfirmen in der Waadt und im Wallis.

So hatte Jacques Moretti eine Immobilie von ihm gekauft. Der Kaufpreis ist nicht öffentlich bekannt. 

Eine aussergewöhnliche Männerfreundschaft

Mit Jacques Moretti teilt der Uhren-Erbe auch eine Leidenschaft für besondere und wertvolle Autos. Die beiden haben gemeinsam an einer Rallye mit historischen Fahrzeugen auf der französischen Insel Korsika teilgenommen. Dies legt nahe, dass die beiden Herren nicht nur eine geschäftliche, sondern auch eine freundschaftliche Beziehung verbindet.

Als Blick den Moretti-Kumpel am Dienstagabend am Telefon zur Kaution befragen will, beendet der Multimillionär das Gespräch sofort, als das Wort «Journalist» fällt.

Dementi des Uhren-Erbes

Am Freitag, zwei Tage nach der ersten Publikation des Artikels, meldete sich der Uhren-Erbe dann per E-Mail bei Blick. Darin schreibt er: «Ich möchte ganz klar sagen, dass ich weder für Herrn Moretti noch für seine Lebensgefährtin eine Kaution bezahlt habe.» Jede gegenteilige Behauptung würde jeder Grundlage entbehren.

Weiter schreibt der Mann: «Meine Gedanken sind vor allem bei den Opfern des Brandes, ihren Familien und Angehörigen.» Aus Respekt vor ihnen und dem laufenden Gerichtsverfahren werde er sich nicht weiter zu diesem Fall äussern.

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