Darum gehts
- 2024: Über 21'000 Fälle häuslicher Gewalt mit rund 11'000 Beschuldigten
- Belastungsrate bei Ausländern höher als bie Schweizern
- SVP fordert härtere Repression und Migrationseinschränkungen
Schläge, Misshandlung, sexuelle Übergriffe, Vergewaltigung, Stalking, Drohung bis hin zu Tötungsdelikten – die Palette häuslicher Gewalt ist breit. Über 21'000 Fälle mit rund 11'000 Beschuldigten verzeichnet die polizeiliche Kriminalstatistik 2024 in diesem Bereich. 6 Prozent mehr als im Vorjahr.
Im Parlament entbrannte während der Budgetberatung letzten Dezember eine emotionale Debatte darüber, wie viel Geld in die Präventionsarbeit fliessen soll. Gerungen wurde dabei um eine Million Franken zusätzlich für Frauenschutz. Der Nationalrat lehnte diese anfänglich ab. Erst nach einer von SP-Nationalrätin Tamara Funiciello (35, BE) angeführten Kampagne mit gegen 500'000 Unterschriften kam die Aufstockung der Präventionsgelder durch.
Gegen die Stimmen der SVP. Ihr Vorwurf: Die Linke wolle mehr Geld, verschliesse aber die Augen vor der Problematik der Ausländerkriminalität.
Auswertung nach Geschlechtern
SVP-Nationalrat Pascal Schmid (49, TG) wollte es genauer wissen und verlangte vom Bundesrat konkrete Angaben zur Kriminalitätshäufigkeit von Schweizern und Ausländern im Bereich häusliche Gewalt – aufgeschlüsselt nach Geschlechtern. Nun liegt die Auswertung vor.
Das Resultat: Bei ausländischen Männern liegt die sogenannte Belastungsrate bei 33,3. Das heisst: 33,3 von 10'000 ausländischen Männern der ständigen Wohnbevölkerung wurden im Jahr 2024 der häuslichen Gewalt beschuldigt. Bei Schweizern Männer liegt die Rate bei 12,6. Was die Frauen betrifft, liegt die Rate bei Ausländerinnen bei 13,2 und bei Schweizerinnen bei 4,4.
Unter dem Strich heisst das: Männer sind insgesamt gewalttätiger als Frauen und Ausländer deutlich gewalttätiger als Schweizer.
SVP-Schmid: «Vor allem ein Migrationsproblem»
Schmid hebt dabei einen besonderen Unterschied hervor: Im Bereich häuslicher Gewalt ist die Belastungsrate ausländischer Frauen sogar höher als die von Schweizer Männern. «Ausländische Frauen sind somit häufiger gewalttätig als Schweizer Männer. Das beweist, dass häusliche Gewalt nicht einfach ein reines Männerproblem ist, sondern vor allem ein Migrationsproblem», so seine Schlussfolgerung.
Die neuen Zahlen würden zeigen, wo man anpacken müsse. «Anstatt Schweizer Männer unter Generalverdacht zu stellen, müssen wir den Hebel bei der Migration ansetzen», sagt Schmid. «Der Zuwanderung aus Steinzeitkulturen, die einen völlig anderen Umgang mit Frauen haben und Gleichberechtigung nicht kennen, müssen wir einen Riegel schieben.»
Es brauche auch mehr Repression, so Schmid. In einem Vorstoss verlangt die SVP-Fraktion denn auch eine Ausweitung des Deliktkatalogs für einen obligatorischen Landesverweis – so sollen künftig «sämtliche Offizialdelikte im häuslichen Bereich» eine Ausschaffung zur Folge haben. «Wir müssen härter gegen Täter durchgreifen», sagt Schmid. «Nur Flyer in zwanzig Sprachen zu verteilen und noch mehr Sozialarbeiter zu beschäftigen, das bringt nichts.»
SP-Funiciello: «SVP schiebt Verantwortung ab»
Bei SP-Politikerin Funiciello kommen die SVP-Rezepte schlecht an. «Die SVP schiebt einmal mehr die Verantwortung auf eine Gruppe ab anstatt eigene Rollenbilder zu überdenken und gesamtgesellschaftliche Lösungen zu suchen», sagt sie.
Die Ursachen häuslicher Gewalt seien komplex. Ein Faktor sei etwa, ob man in seiner Kindheit selber Gewalt erlebt oder miterlebt habe und sich aus diesem Muster lösen könne. «Eine grosse Rolle spielt auch der sozioökonomische Status», betont Funiciello. «Finanzielle Problem aufgrund von tiefen Löhnen oder enge Wohnverhältnisse, von denen Ausländer stärker betroffen sind, führen eher zu Konfliktsituationen.»
Zudem könnten es sich Frauen oft schlicht nicht leisten können, einen gewalttätigen Mann zu verlassen – insbesondere aus finanziellen Gründen, weil ihnen ein Auffangnetz fehle. «Gewalt ist mehrdimensional», sagt Funiciello und macht klar: «Wir müssen sie auf allen Ebenen bekämpfen – jetzt und egal, woher sie kommt.»