Geschenk von ganz oben
Karin Keller-Sutter spendet für Frauen

5000 Franken darf die Bundespräsidentin von Amtes wegen aus dem Präsidialfonds spenden. Karin Keller-Sutter berücksichtigt heuer gleich zwei soziale Institutionen, die ihr am Herz liegen.
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Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter lässt ihre Präsidialspende je zur Hälfte zwei Frauenhäusern zukommen.
Foto: Thomas Meier

Darum gehts

  • Karin Keller-Sutter spendet als Bundespräsidentin 5000 Franken an zwei Frauenhäuser
  • Spende unterstützt Organisationen in St. Gallen und Neuenburg gegen häusliche Gewalt
  • Je 2500 Franken gehen an Frauenhäuser in zwei verschiedenen Kantonen
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Ruedi StuderBundeshaus-Redaktor

Weihnachtszeit ist Spendenzeit! Das gilt auch für die als Bundespräsidentin abtretende Karin Keller-Sutter (62). Von Amtes wegen darf die St. Gallerin aus dem Präsidialfonds bis zu 5000 Franken «zur Unterstützung notleidender Personen oder wohltätiger Organisationen» spenden. Ganz nach eigenem Gutdünken.

Mit ihrer Präsidialspende berücksichtigt die FDP-Politikerin zwei gemeinnützige Organisationen mit je 2500 Franken: das Frauenhaus in St. Gallen und ein Frauenhaus im Kanton Neuenburg. Zum Westschweizer Kanton hat sie eine besondere Verbindung, da sie in der Stadt Neuenburg einst das Lycée Jean-Piaget besuchte.

«Wichtige und unermüdliche Arbeit für Frauen»

Keller-Sutter habe sich während ihrer gesamten politischen Laufbahn für die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen eingesetzt, schreibt ihr Departement dazu. Als Polizeidirektorin im Kanton St. Gallen habe sie das Prinzip «Wer schlägt, der geht» durchgesetzt. Das St. Galler Gewaltschutzgesetz aus dem Jahr 2003 sei in anderen Kantonen kopiert worden. «Der Kanton war ein Pionier bei der Bekämpfung häuslicher Gewalt.» Aber auch als frühere Justizministerin habe sie etwa dafür gesorgt, dass Bund und Kantone 2021 die Roadmap gegen häusliche Gewalt verabschiedet hätten. «Das war ein Meilenstein.»

In ihrem Brief an die beiden Frauenhäuser schreibt Keller-Sutter denn auch, dass sie die «wichtige und unermüdliche Arbeit für Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind», unterstützen wolle. «Ich habe grosse Hochachtung vor dem, was Sie täglich leisten: Frauen in akuten Krisen Schutz zu bieten, ihnen Sicherheit und Ruhe zu ermöglichen sowie sie auf ihrem Weg zurück zu Selbstbestimmung und Stabilität zu begleiten. Ihre Arbeit ist für unsere Gesellschaft von unschätzbarem Wert und für die betroffenen Frauen oft lebensverändernd.»

Der Entscheid habe denn auch nichts mit der Budgetdebatte um die umkämpfte Frauenschutz-Million zu tun, betont das Departement. Der Entscheid sei bereits vor Wochen gefällt worden, unabhängig von der Parlamentsdebatte.

Lange Tradition

Die sogenannte Präsidialspende hat eine lange Tradition. Die jeweiligen Bundespräsidenten lassen es sich nicht nehmen, den Zustupf an ihnen wichtige Institutionen zu verteilen.

Die letztjährige Bundespräsidentin und im Frühling zurückgetretene Mitte-Verteidigungsministerin Viola Amherd (63) bedachte letztes Jahr die Stiftung Theodora, die mit Spitalclowns kleinen Patienten ein Lächeln ins Gesicht zaubert, sowie die Stiftung «Sonne für behinderte Kinder» im Wallis mit ihrer Präsidialspende.

Der frühere SP-Bundesrat und heutige Europarat-Generalsekretär Alain Berset (53) liess den Batzen 2023 zwei sozialen Institutionen in seinem Heimatkanton Freiburg zukommen. Im Jahr 2018, als er zum ersten Mal als Bundespräsident fungierte, berücksichtigte er sogar gleich drei Organisationen.

FDP-Bundesrat Ignazio Cassis (64) wiederum spendete seinen Beitrag 2022 der Glückskette zugunsten der ukrainischen Bevölkerung. SVP-Bundesrat Guy Parmelin (66) berücksichtigte davor gleich sechs Hilfswerke in verschiedenen Sprachregionen der Schweiz, wobei der Hauptteil seiner Präsidialspende Jugendlichen in Schwierigkeiten zugutekam.

Schon Sommaruga spendete für Frauenhäuser

Die frühere Bundesrätin Simonetta Sommaruga (65) liess den Weihnachtsbatzen 2020 ebenfalls Frauenhäusern zukommen. Denn während des Studiums in Freiburg arbeitete sie selbst in einem Frauenhaus. Die Präsidialspende des einstigen Finanzministers Ueli Maurer (75) kam zuvor der Schweizer Berghilfe zugute.

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