Darum gehts
- Schweizer Sportstars wie Marco Odermatt kämpfen gegen die SRG-Initiative für Gebührenkürzungen
- SVP-Nationalrat Rutz argumentiert für Medienvielfalt und weniger SRG-Monopol
- Swiss Olympics erhält 37 Millionen Franken vom Bund und unterstützt Nein zur Initiative
Jetzt schalten sich auch Schweizer Sportstars im Kampf um die SRG-Initiative ein. Diese will die Radio- und Fernsehgebühren auf 200 Franken senken. Skifahrer wie Marco Odermatt (28) wehren sich gegen den Abbau. «Die Fernsehübertragungen brachten mir meine Idole näher und inspirierten mich. Fällt diese Bühne weg, könnte vieles kaputtgehen – gerade im Nationalsport Skifahren wäre das fatal», sagte er zu Blick.
Bei den Befürwortern der Initiative kommen diese Aussagen nicht gut an. SVP-Nationalrat Gregor Rutz (53) schätzt Marco Odermatt und seine Leistungen sehr. «Aber hier werden einzelne Sportler völlig unbegründet instrumentalisiert. Von einer grösseren Medienvielfalt profitieren alle, auch die Sportler. Wettbewerb gehört dazu – das sollte gerade Marco Odermatt eigentlich wissen.»
«Das Lauberhorn-Rennen ist nicht gefährdet»
Die SRG-Sender seien heute omnipräsent. «Dabei gibt es viele private Anbieter, die ebenfalls Sportanlässe übertragen können.» Rutz denkt dabei zum Beispiel an Schwingfeste.
«Es ist mir klar, dass Skirennen aufwendiger zu produzieren sind. Darum muss das die SRG übernehmen und wird dafür auch genügend Geld zur Verfügung haben, wenn die Initiative durchkommt», so Rutz. «Das Lauberhorn-Rennen ist nicht gefährdet.»
Nur: Diverse Verträge für die Übertragungsrechte sind so ausgestaltet, dass ein Sender mehrere oder alle Rennen übertragen muss. «Hier muss die SRG halt gut verhandeln», kontert Rutz.
Er habe keine Angst, dass weniger Kinder und Jugendliche Sport treiben, weil sie ihre Helden nicht mehr live sehen. «Viele Sportarten wie Unihockey laufen nicht täglich im TV und haben trotzdem kein Nachwuchsproblem.» Dazu investiere auch der Bund viel Geld in die Nachwuchsförderung beim Sport.
Dass kleinere Sportarten wie Orientierungslauf nicht mehr gezeigt würden, nimmt Rutz in Kauf. «Ich bin im kulturellen Bereich an diversen Orten engagiert. Ich weiss, wie schwierig es ist, Medienpräsenz mit kulturellen Veranstaltungen zu erhalten – aber das gehört nun einmal dazu. Wettbewerb oder Staatswirtschaft – das ist letztlich die Frage.»
Auch der Verband engagiert sich
Doch nicht nur aktive Sportlerinnen und Sportler – die sonst politisch auffällig oft zurückhaltend sind – äussern sich, und auch der Verband Swiss Olympics wirbt dezidiert für ein Nein. Er erhält über 37 Millionen Franken vom Bund. Dieser muss neutral über Abstimmungen informieren.
«Swiss Olympic ist politisch unabhängig», so ein Mediensprecher. «Wir haben aber das Recht und die Pflicht, uns gegen Entwicklungen einzusetzen, die dem Sport schaden.» Eine Schwächung der SRG würde auch den Sport schwächen. «Daher ist unser Einsatz in diesem Fall wichtig.»