Darum gehts
- SVP-Parteichef Dettling ist sehr zufrieden mit der Auswahl an Bundesratskandidaten aus seiner Partei
- Mit Schnegg, Ruppen und Gallati treten drei Regierungsräte an. Mit ihrer Exekutiverfahrung seien sie prädestiniert
- Es gibt keine öffentlichen Hearings, die SVP-Fraktion entscheidet am 20. November 2026 über das Ticket
Die Kandidaturen sind bekannt. Sieben SVP-Politiker und eine SVP-Politikerin wurden für das Amt des Bundesrats nominiert. Lange Zeit sah es aus, als tue sich die SVP schwer damit, ausreichend Kandidierende für die Nachfolge von Guy Parmelin (66) zu finden. In den letzten drei Tagen folgte aber eine Kandidatur nach der anderen. SVP-Chef Marcel Dettling (45) ist glücklich über die Liste an Kandidaten aus seiner Partei: «Ja, wir sind sehr zufrieden, dass wir als grösste Partei so eine grosse und fähige Auswahl an Kandidaten bieten können.»
Auch mit Blick auf die unterschiedlichen Hintergründe hält Dettling die Auswahl für gut: «Wir haben Mann und Frau abgedeckt, wir haben Regierungsräte mit Exekutiverfahrung, und wir haben auch sonst Leute, die Erfahrung auf allen Stufen der Politik mitbringen.» Tatsächlich stellen sich mit Pierre Alain Schnegg (63, BE), Franz Ruppen (55, VS) und Jean-Pierre Gallati (60, AG) auffällig viele Regierungsräte zur Wahl. Schnegg und Gallati verfügen beide über wenig Erfahrung in Bundesbern.
Regierungsräte sind prädestiniert
Dettling schliesst nicht aus, dass dies auch ein Effekt der Wahl von Martin Pfister (63) ist. Der Mitte-Bundesrat schaffte den Sprung aus dem Regierungsrat Zug direkt in den Bundesrat, ohne jemals im nationalen Parlament gewesen zu sein. Für Dettling sind Regierungsräte prädestiniert für das Amt des Bundesrats: «Sie sind es gewohnt, ein Exekutivamt zu führen. Wir haben da Leute dabei, die bereits im Asylbereich tätig sind und in den Kantonen ausbaden müssen, was auf Stufe Bund verursacht wurde.» Dies deckt sich mit der Ankündigung der SVP am Anfang des Nominationsprozesses. Die SVP kommunizierte damals, dass sie gezielt nach Führungserfahrung unter anderem im Asylbereich.
Dass sich nur eine Frau zur Verfügung stellt, ist für Dettling kein Problem: «Wir haben eine fähige Frau, die sich jetzt der Wahl gestellt hat. Da sind wir sehr froh, dass wir wirklich die ganze Palette haben.» Nach Parmelins Rücktritt galten neben der antretenden Céline Amaudruz (47) auch die St. Galler Ständerätin Esther Friedli (49) und die Zürcher Regierungsrätin Natalie Rickli (49) als Topfavoritinnen. Friedli und Rickli sagten jedoch ab.
Keine öffentlichen Hearings
Nach dem Abschluss des Nominationsprozesses heute Mittag ist nun die Findungskommission gefragt. Unter der Leitung des ehemaligen SVP-Fraktionspräsidenten Caspar Baader wird sie die Kandidaten prüfen. Darin werden die Kandidierenden auf die SVP-Kernthemen Neutralität, Sicherheit und Asyl geprüft. Öffentliche Hearings, in welchen die Bevölkerung Fragen an die Kandidierenden stellen kann, wird es nicht geben. «Das sind alles Leute, die in der Öffentlichkeit stehen. Ich glaube, da hat man genug Möglichkeiten gehabt, um sich ein Bild zu machen», sagt Dettling. Die SVP wird in ihrer Fraktionssitzung am 20. November 2026 darüber entscheiden, welche zwei oder drei Kandidierenden auf das Ticket kommen.
Fragezeichen bestehen noch rund um den SVP-Fraktionschef im Nationalrat, Thomas Aeschi (47). Der Zuger wurde von seiner Kantonalpartei offiziell für das Ticket nominiert. Selbst dazu geäussert, ob er nach 2015 ein zweites Mal antritt, hat er sich aber noch nicht.