Darum gehts
- Messerangriff in Winterthur – ein schweizerisch-türkischer Doppelbürger verletze drei Menschen
- Sicherheitsdirektor Mario Fehr fordert Ausbürgerung und nennt Namen des Täters
- Doch bei seinem markigen Auftritt schwieg Fehr zu seiner eigenen Verantwortung
Nach dem Messerangriff am Bahnhof Winterthur, bei dem ein türkisch-schweizerischer Doppelbürger drei Menschen verletzt hatte, zeigte sich der Zürcher Sicherheitsdirektor Mario Fehr (67) als ein Politiker, der Klartext redet – und ausspricht, was viele im Volk denken: Dem Täter sei der Schweizer Pass zu entziehen, polterte er. Und er nannte als Erster dessen vollen Namen.
Markige Auftritte wie dieser sind der Grund, warum Fehr, den seine Fans gern «Super Mario» nennen, bei den letzten Wahlen der Zürcher Regierungsrat war, der am meisten Stimmen machte – obwohl er seit seinem Austritt aus der SP vor fünf Jahren keine Partei mehr im Rücken hat. Doch Fehrs jüngster Auftritt hinterlässt einen schalen Nachgeschmack.
Den Namen des Täters zu kennen, bringt der Öffentlichkeit wenig Mehrwert – der Sicherheitsdirektor gefährdet damit aber die Sicherheit von dessen Angehörigen. Und die Debatte über Ausbürgerungen, die Fehr anstiess, mag legitim sein – letztlich lenkt sie jedoch von der wichtigsten Frage ab: Warum hat niemand die Tat verhindert?
Dazu hätte man von Fehr gern mehr gehört, denn hier liegt auch seine Verantwortung. Zwar beschrieb er ausführlich, dass der Mann einen Tag vor dem tragischen Vorfall als vermeintlich ungefährlich aus der Psychiatrie entlassen worden war. Weder Fehr noch sein Polizeikommandant erwähnten jedoch, dass die Kantonspolizei den Mann auf dem Radar hatte und nur zwei Tage vor der Tat die Bundeskriminalpolizei über ihn informierte, wie der Blick heute enthüllt.
Man hätte erwarten dürfen, dass Fehr nicht nur mit dem Finger auf andere zeigt – sondern der Öffentlichkeit auch erklärt, warum seine Polizisten die Messerattacke trotzdem nicht vereitelten.