Darum gehts
- Langzeitstudie mit 340'000 Briten zeigt: Hoher Alkoholkonsum erhöht Sterberisiko
- Weintrinker sterben seltener an Herzkrankheiten als Bier- und Spirituosentrinker
- 13 Jahre Beobachtung: Bereits kleine Alkoholmengen steigern Risiken für Gesundheit
Zu viel Alkohol erhöht das Risiko für zahlreiche Krankheiten – daran gibt es kaum Zweifel. Weniger klar ist dagegen, wie sich kleine oder moderate Mengen verschiedener alkoholischer Getränke auf die Gesundheit auswirken. Genau das hat eine grosse Langzeitstudie untersucht.
Mehr als 340'000 Menschen über Jahre beobachtet
Für die Untersuchung werteten Forschende Daten von über 340'000 Erwachsenen aus Grossbritannien aus. Die Teilnehmenden wurden im Durchschnitt während mehr als 13 Jahren begleitet. Dabei erfassten die Wissenschaftler, wie viel Alkohol die Menschen tranken und welche Getränke sie bevorzugten. Anschliessend verglichen sie diese Angaben mit den späteren Gesundheitsdaten.
Wer viel Alkohol trinkt, lebt riskanter
Die Ergebnisse bestätigen zunächst, was bereits bekannt ist: Hoher Alkoholkonsum erhöht das Risiko für schwere Erkrankungen und einen frühen Tod.
Im Vergleich zu Menschen, die gar keinen oder nur selten Alkohol tranken, hatten Personen mit hohem Konsum:
- Ein höheres Risiko, früh zu sterben,
- Ein erhöhtes Krebsrisiko,
- Ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Unterschiede zwischen Wein, Bier und Spirituosen
Interessant wurde es bei Menschen mit niedrigem oder moderatem Alkoholkonsum. Hier zeigte sich ein Unterschied je nach Getränk: Menschen, die überwiegend Wein tranken, hatten in der Studie ein geringeres Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Bei Bier, Spirituosen und Apfelwein (Cider) zeigte sich dagegen bereits bei kleineren Trinkmengen ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Todesfälle als bei Menschen, die gar nicht oder nur selten Alkohol konsumierten.
Warum Wein besser abschneidet, ist unklar
Die Forschenden betonen allerdings, dass sich daraus kein Beweis ableiten lässt, dass Wein gesund ist oder vor Herzkrankheiten schützt. Möglich ist auch, dass Weintrinker insgesamt gesünder leben. Sie ernähren sich häufiger ausgewogen, trinken Alkohol öfter zu den Mahlzeiten und weisen im Durchschnitt andere Lebensgewohnheiten auf als Menschen, die vor allem Bier oder Spirituosen konsumieren. Diese Faktoren könnten die Ergebnisse ebenfalls beeinflusst haben.
Heisst das, ein Glas Wein ist gesund?
Nein. Die Studie zeigt lediglich einen Zusammenhang – keine Ursache-Wirkung-Beziehung. Denn auch Wein enthält Alkohol. Dieser gilt nach heutigem Wissensstand als Risikofaktor für verschiedene Krebsarten und andere Erkrankungen. Wer keinen Alkohol trinkt, sollte deshalb nicht wegen dieser Studie damit beginnen.
Die Untersuchung deutet darauf hin, dass bei geringem Alkoholkonsum nicht nur die Menge, sondern möglicherweise auch die Art des Getränks eine Rolle spielt. Die wichtigste Botschaft bleibt jedoch unverändert: Je weniger Alkohol du trinkst, desto geringer ist in der Regel das gesundheitliche Risiko.
Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.