Wenn der Magen ununterbrochen knurrt
Aus diesen aussergewöhnlichen Gründen willst du ständig snacken

Zehn medizinische Gründe für ein ständiges Hungergefühl: Experten erklären, warum der Körper andauernd nach Nahrung verlangt und welche Ursachen dahinter stecken können.
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Hunger ist nicht nur ein Anzeichen, dass der Körper Nahrung benötigt.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Hunger kann medizinische Ursachen wie Stress oder Schilddrüsenprobleme haben
  • Bis zu 40 Prozent steigern laut Studie ihr Essverhalten unter Stress
  • Zehn Gründe für Dauerhunger
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Nikolina Pantic

Wenn der Magen knurrt, wissen alle, welches Zeichen das ist. Obwohl man annimmt, dass Hunger lediglich ein Aufruf des Körpers nach Nahrung ist, hat sich gezeigt, dass ein ständiges Bedürfnis zu essen auch tiefere, medizinische Ursachen haben kann. Ernährungswissenschaftler erklären, weshalb.

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Depressionen

Essen kann für Menschen mit Depressionen oder Angstzuständen ein Bewältigungsmechanismus sein. Ein Teil davon kann auf einen Mangel des Glückshormons Serotonin zurückzuführen sein und den Verzehr von sogenannten Wohlfühl-Lebensmitteln wie Pasta und Brot erhöhen.

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Stress

Eine 2021 in «Health Psychology Review» veröffentliche Studie zeigt, dass bis zu 40 Prozent der Menschen ihre Nahrungsaufnahme erhöhen, wenn sie unter Stress stehen. «Der Körper reagiert auf Stress in weniger als zehn Sekunden. Diese physiologische Reaktion sendet Signale durch den ganzen Körper, einschliesslich der Nebennieren – dem Teil des Körpers, der für Hormone wie Cortisol (das Stresshormon) und die Regulierung des Blutzuckers verantwortlich ist», sagt Kim Shapira, funktionelle Ernährungstherapeutin, gegenüber «The Healthy».

Während stressiger Phasen schütten die Nebennieren grosse Mengen Cortisol aus, was den Körper dazu bringt, zu essen – selbst dann, wenn physisch kein Bedarf an Kalorien besteht.

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Schilddrüsenüberfunktion

Ein ständiges Hungergefühl, eine erhöhte Nahrungsaufnahme und Gewichtsverlust weisen darauf hin, dass die Schilddrüse übermässig viele Hormone produziert und dadurch alle Körperprozesse beschleunigt.

Die Schilddrüse ist ausserdem am Sättigungsgefühl beteiligt, weshalb es bei einer Überfunktion schwierig sein kann, das Verlangen nach Nahrung zu stillen. Es wird empfohlen, darauf zu achten, ob der Hunger mit Symptomen wie Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, brüchigen Nägeln oder Haarausfall einhergeht.

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Adipositas – Übergewicht

Übermässiges Essen kann zu einer Gewichtszunahme führen, doch in einem Teufelskreis kann auch die Adipositas selbst zu einem ständigen Hungergefühl beitragen.

«Überschüssiges Fettgewebe kann den Insulinspiegel erhöhen, was einen stärkeren Appetit auslöst. Ausserdem machen Fettzellen den Körper weniger empfindlich für das Sättigungshormon Leptin», erklärt die US-amerikanische Internistin Shanna Levin gegenüber «The Healthy».

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Unterzuckerung

Ein niedriger Blutzuckerspiegel kann verschiedene Ursachen haben – vom Auslassen von Mahlzeiten bis zu Problemen mit der Bauchspeicheldrüse. Das Ergebnis ist jedoch dasselbe: ein Hungergefühl, während der Körper nach einem Energieschub verlangt.

«Hunger sollte sich normalerweise nur als Ziehen im Magen bemerkbar machen – er ist weder schmerzhaft noch beängstigend. Wenn der Blutzucker jedoch niedrig ist, verspüren wir extremen Hunger, und unser Körper schreit praktisch nach Nahrung», sagt Shapira. Laut ihr können auch Schwäche und Müdigkeit auftreten, ebenso ein beschleunigter Herzschlag, Angstgefühle oder Zittern.

6

Diabetes

Diabetes Typ 1 und Typ 2 beeinflussen den Blutzuckerspiegel, was einen Kreislauf des Hungergefühls auslösen kann, während Betroffene versuchen, ihren Blutzucker wieder zu normalisieren.

«Es kommt vor, dass Menschen zu viel essen und ihr Blutzuckerspiegel zu hoch wird, was ebenfalls kein Sättigungsgefühl hervorruft. Es ist ein Kreislauf aus Ursache und Folge, der sich ständig wiederholt. Selbst bei ständigem Hunger sollte man versuchen, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten, indem man grosse Mengen an Kohlenhydraten oder stark verarbeitete, raffinierte Lebensmittel vermeidet», erklärt Levin.

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Menstruation

Heisshunger während der Menstruation ist normal: Der Körper benötigt in dieser Zeit mehr Kalorien, um den zusätzlichen Bedarf zu decken. «Es handelt sich um eine Phase mit erhöhtem Energiebedarf für den Körper, weshalb Frauen häufig Müdigkeit und Dehydrierung verspüren. In jedem Zustand mit hohem Energiebedarf verlangt der Körper physiologisch nach mehr Kalorien», erklärt Levin. Auch hormonelle Veränderungen beeinflussen das Hungergefühl, ergänzt Shapira.

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Medikamente

Ein gesteigerter Appetit kann eine Nebenwirkung bestimmter Medikamente sein, darunter Antidepressiva, Steroide zur Behandlung von Allergikern sowie Medikamente gegen epileptische Anfälle.

«Manchmal können Antidepressiva ein Hungergefühl nachahmen und den Appetit steigern. Das liegt meist daran, wie Antidepressiva den Serotoninspiegel erhöhen», erklärt Shapira.

Antiepileptika können den Stoffwechsel, den Fettspiegel im Blut und das hormonelle Gleichgewicht beeinflussen – all das kann zu gesteigertem Appetit und Gewichtszunahme beitragen. Die Einnahme von Medikamenten sollte jedoch nicht eigenständig abgebrochen werden.

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Dehydrierung

Dehydrierung kann Hungergefühle auslösen, weil der Körper Durst mit Hunger verwechseln kann. Shapira erklärt, dass Hormone dafür verantwortlich sind, die Signale für Hunger und Durst im Körper auszulösen: «Ghrelin signalisiert dem Gehirn, den Appetit zu stimulieren, während Vasopressin den Nieren signalisiert, Wasser zurückzuhalten, was schliesslich ein Durstgefühl auslöst, damit man mehr Flüssigkeit zu sich nimmt.»

10

Schlaflosigkeit

«Schlafmangel und Schlafstörungen beeinflussen eine Reihe von Hormonen, die den Appetit regulieren», erklärt Jagdeep Bijwadia, Facharzt für Schlafmedizin, gegenüber dem Gesundheitsportal. Er weist darauf hin, dass Studien zeigen, dass Schlafmangel den Spiegel des Hormons Ghrelin erhöht, das Hunger stimuliert und den Appetit steigert.

«Wenn eine Schlafstörung über einen längeren Zeitraum anhält, kann dies langfristig zu einer kontinuierlichen Gewichtszunahme führen», sagt er. Leptin ist ein Hormon, das dem Körper hilft, zu erkennen, wann man satt ist.

Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.  

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