Darum gehts
- ADAC-Test: Aussenliegende Sonnenschutzabdeckungen kühlen Autos um bis zu 10 Grad
- Autofarbe beeinflusst Innenraumtemperatur nur minimal, maximal 5 Grad Unterschied
- Getönte Scheiben senken Sitztemperatur auf der Rückbank von 57 auf 48 Grad
Ein Auto, das bei sommerlichen Temperaturen in der prallen Sonne steht, kann sich innerhalb kurzer Zeit massiv aufheizen. Wer danach einsteigt, muss nicht nur mit einem unangenehm heissen Sitz und Lenkrad rechnen. Auch die Temperatur im Innenraum kann schnell auf gefährliche Werte steigen.
Doch was hilft wirklich gegen die Hitze? Der ADAC hat verschiedene Möglichkeiten getestet und dabei einige überraschende Unterschiede festgestellt.
Aussen statt innen: Das macht den grössten Unterschied
Viele Autofahrer kennen die silbernen Sonnenschutzblenden, die innen an die Windschutzscheibe gelegt werden. Sie sind günstig, schnell montiert und sollen die Sonne zurückwerfen. Besonders effektiv sind sie allerdings nicht.
Im Test war die Temperatur im Innenraum mit einem Sonnenschutz auf der Innenseite der Windschutzscheibe lediglich rund vier Grad niedriger als ohne Schutz. Der Grund liegt auf der Hand: Ein Teil der Sonnenenergie ist zu diesem Zeitpunkt bereits durch die Scheibe gelangt und hat sich im Innenraum in Wärme verwandelt.
Deutlich besser schnitt ein Sonnenschutz auf der Aussenseite der Windschutzscheibe ab. Damit liess sich die Temperatur im Innenraum um etwa acht Grad reduzieren.
Noch effektiver war eine Schutzabdeckung, die einen grossen Teil des gesamten Autos bedeckt. Sie senkte die Temperatur im Innenraum im Test sogar um rund zehn Grad.
Die Autofarbe ist weniger wichtig als gedacht
Wer glaubt, ein weisses Auto bleibe im Sommer automatisch viel kühler, liegt zumindest teilweise richtig – aber der Unterschied im Innenraum fällt überraschend gering aus: Bei den Tests wurde die Oberfläche eines schwarzen Autos bis zu etwa 65 Grad Celsius heiss. Beim weissen Fahrzeug waren es dagegen rund 44 Grad.
Im Innenraum betrug der Unterschied jedoch nur ungefähr fünf Grad. Die Farbe des Autos spielt also durchaus eine Rolle, ist aber längst nicht so entscheidend wie ein guter Sonnenschutz.
Getönte Scheiben helfen vor allem den Passagieren
Auch getönte hintere Scheiben wurden untersucht. Sie reduzierten die gesamte Temperatur im Innenraum zwar nur um rund zwei Grad. Für die Passagiere auf der Rückbank machte sich der Unterschied trotzdem deutlich bemerkbar: Die Temperatur der Sitze lag mit getönten Scheiben bei etwa 48 Grad, während sie ohne diese Massnahme rund 57 Grad erreichte. Gerade bei Kindern oder älteren Menschen kann das einen spürbaren Unterschied machen.
Ein weisses Handtuch kann Verbrennungen verhindern
Für eine kleine, aber praktische Massnahme braucht es überhaupt kein spezielles Zubehör. Experten empfehlen, beispielsweise ein weisses Handtuch über das Lenkrad zu legen, wenn das Auto in der Sonne steht. Diese Massnahme wird den Innenraum zwar kaum abkühlen. Es verhindert aber, dass sich das Lenkrad extrem aufheizt und beim Einsteigen unangenehm heiss oder sogar schmerzhaft wird.
Am besten von aussen und grossflächig
Wer sein Auto möglichst kühl halten möchte, sollte den Sonnenschutz nicht erst im Innenraum anbringen, wenn die Sonne bereits durch die Scheibe scheint. Viel effektiver ist es, die Sonnenstrahlung bereits vor dem Eindringen ins Fahrzeug abzufangen.
Am besten schnitt im ADAC-Test eine Abdeckung für einen grossen Teil des Fahrzeugs ab. Dahinter folgte der Sonnenschutz aussen an der Windschutzscheibe. Die klassische Blende auf der Innenseite hilft dagegen deutlich weniger.
Und eines gilt bei sommerlichen Temperaturen immer: Kinder und Tiere niemals im abgestellten Auto zurücklassen. Noch nicht mal für wenige Minuten.
Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.